Marketing umfasst alle Maßnahmen eines Unternehmens, die darauf ausgerichtet sind, Märkte und Kundenbedürfnisse zu verstehen, passende Angebote zu entwickeln und Produkte oder Dienstleistungen erfolgreich zu vermarkten.
Dabei geht Marketing weit über Werbung hinaus. Werbung ist lediglich ein Teilbereich des Marketings. Zum Marketing gehören beispielsweise auch Marktforschung, Produktentwicklung, Preisgestaltung, Vertrieb, Kundenbindung, Markenführung und Kommunikation.
Ziel ist es, Angebote so an den Bedürfnissen der Zielgruppe auszurichten, dass für Kunden ein erkennbarer Nutzen entsteht und gleichzeitig die wirtschaftlichen Ziele des Unternehmens unterstützt werden.
Was ist Marketing?
Marketing bezeichnet die konsequente Ausrichtung eines Unternehmens auf Märkte und Kunden.
Unternehmen versuchen dabei unter anderem herauszufinden:
- Welche Bedürfnisse haben potenzielle Kunden?
- Welche Probleme sollen Produkte oder Dienstleistungen lösen?
- Welche Zielgruppen sind besonders relevant?
- Wie sollte ein Angebot gestaltet sein?
- Welcher Preis ist angemessen?
- Über welche Kanäle soll verkauft werden?
- Wie erreicht man potenzielle Kunden?
- Wie können bestehende Kunden langfristig gebunden werden?
Marketing verbindet damit Analyse, Planung und konkrete Maßnahmen.
Warum ist Marketing wichtig?
Selbst ein gutes Produkt verkauft sich nicht automatisch.
Unternehmen müssen zunächst verstehen, welche Kunden für ihr Angebot infrage kommen und warum diese sich für das eigene Produkt entscheiden sollten.
Marketing kann dabei helfen:
- neue Kunden zu gewinnen
- bestehende Kunden zu binden
- Markenbekanntheit aufzubauen
- Umsatz zu steigern
- neue Märkte zu erschließen
- Wettbewerbsvorteile zu entwickeln
- Produkte gezielt weiterzuentwickeln
Gutes Marketing versucht dabei nicht nur, kurzfristig Verkäufe zu erzeugen. Es kann auch dazu beitragen, langfristige Kundenbeziehungen und eine starke Marke aufzubauen.
Welche Ziele verfolgt Marketing?
Marketingziele können sehr unterschiedlich sein.
Typische wirtschaftliche Ziele sind beispielsweise:
- Umsatzsteigerung
- Gewinnsteigerung
- Erhöhung des Marktanteils
- Gewinnung neuer Kunden
- Steigerung des durchschnittlichen Bestellwerts
- Erhöhung der Wiederkaufrate
Daneben gibt es psychologische beziehungsweise kommunikative Ziele.
Dazu gehören beispielsweise:
- Markenbekanntheit erhöhen
- Image verbessern
- Vertrauen aufbauen
- Kundenzufriedenheit steigern
- Markenpräferenzen entwickeln
Damit Marketingmaßnahmen überprüfbar sind, sollten Ziele möglichst konkret formuliert und messbar gemacht werden.
Was sind die Aufgaben des Marketings?
Marketing umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Aufgaben.
Zu den wichtigsten Bereichen gehören:
- Marktforschung
- Zielgruppenanalyse
- Wettbewerbsanalyse
- Produktpolitik
- Preispolitik
- Vertriebspolitik
- Kommunikationspolitik
- Markenführung
- Kundenbindung
- Erfolgskontrolle
Je nach Unternehmen können diese Aufgaben auf verschiedene Abteilungen verteilt sein.
Was ist der Marketing-Mix?
Der Marketing-Mix beschreibt die Kombination verschiedener Marketinginstrumente.
Besonders bekannt ist das Modell der 4 Ps:
- Product – Produktpolitik
- Price – Preispolitik
- Place – Vertriebspolitik
- Promotion – Kommunikationspolitik
Die vier Bereiche sollen möglichst aufeinander abgestimmt werden.
Ein hochwertiges Premiumprodukt sollte beispielsweise nicht zwangsläufig über dieselben Preis- und Vertriebskanäle angeboten werden wie ein günstiges Massenprodukt.
Product: Produktpolitik
Die Produktpolitik beschäftigt sich damit, welche Produkte oder Dienstleistungen ein Unternehmen anbietet und wie diese gestaltet werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Produktqualität
- Funktionen
- Design
- Verpackung
- Sortiment
- Marke
- Serviceleistungen
- Garantien
Ein zentraler Gedanke lautet: Das Angebot sollte ein konkretes Problem lösen oder einen Nutzen für die Zielgruppe bieten.
Price: Preispolitik
Die Preispolitik beschäftigt sich mit der Frage, zu welchem Preis ein Produkt oder eine Dienstleistung angeboten wird.
Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle:
- Kosten
- Zahlungsbereitschaft der Kunden
- Preise der Wettbewerber
- Markenpositionierung
- Gewinnziele
- Rabatte und Aktionen
Der Preis beeinflusst nicht nur den Umsatz, sondern auch die Wahrnehmung eines Angebots.
Ein sehr niedriger Preis kann beispielsweise attraktiv wirken, bei bestimmten Produkten aber auch Zweifel an der Qualität hervorrufen.
Place: Vertriebspolitik
Die Vertriebspolitik beschreibt, wie ein Produkt zum Kunden gelangt.
Mögliche Vertriebswege sind beispielsweise:
- stationärer Einzelhandel
- eigener Onlineshop
- Online-Marktplätze
- Großhandel
- Handelsvertreter
- Direktvertrieb
- Vertriebspartner
Unternehmen können mehrere Vertriebskanäle gleichzeitig nutzen.
Promotion: Kommunikationspolitik
Die Kommunikationspolitik umfasst Maßnahmen, mit denen Unternehmen ihre Zielgruppen informieren und beeinflussen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Werbung
- Public Relations
- Social Media
- Content Marketing
- E-Mail-Marketing
- Influencer Marketing
- Suchmaschinenmarketing
- Verkaufsförderung
- Messen und Veranstaltungen
Ziel ist es, die richtige Botschaft über geeignete Kanäle an relevante Zielgruppen zu vermitteln.
Was ist Online-Marketing?
Online-Marketing umfasst Marketingmaßnahmen, die über digitale Kanäle durchgeführt werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Suchmaschinenoptimierung
- Suchmaschinenwerbung
- Social-Media-Marketing
- E-Mail-Marketing
- Content Marketing
- Affiliate Marketing
- Display-Werbung
- Influencer Marketing
Ein Vorteil digitaler Marketingmaßnahmen besteht darin, dass Ergebnisse häufig sehr genau gemessen werden können.
Unternehmen können beispielsweise nachvollziehen, wie viele Menschen eine Anzeige gesehen, angeklickt oder anschließend einen Kauf durchgeführt haben.
Was ist Content Marketing?
Beim Content Marketing werden hilfreiche oder interessante Inhalte erstellt, um potenzielle Kunden zu erreichen und Vertrauen aufzubauen.
Solche Inhalte können beispielsweise sein:
- Ratgeberartikel
- Videos
- Podcasts
- Infografiken
- Whitepaper
- Newsletter
- Studien
Statt ausschließlich direkt für ein Produkt zu werben, beantwortet Content Marketing häufig Fragen oder löst Probleme der Zielgruppe.
Was ist Zielgruppenmarketing?
Zielgruppenmarketing bedeutet, Marketingmaßnahmen gezielt auf bestimmte Gruppen von Menschen oder Unternehmen auszurichten.
Eine Zielgruppe kann beispielsweise anhand folgender Merkmale beschrieben werden:
- Alter
- Einkommen
- Interessen
- Beruf
- Kaufverhalten
- Bedürfnisse
- Unternehmensgröße
- Branche
Je besser ein Unternehmen seine Zielgruppe versteht, desto genauer können Produkte und Marketingbotschaften auf deren Bedürfnisse abgestimmt werden.
Marketing im B2B und B2C
Marketing kann sich an Privatkunden oder Geschäftskunden richten.
B2C-Marketing bezeichnet Marketing gegenüber privaten Verbrauchern.
B2B-Marketing richtet sich dagegen an andere Unternehmen.
Im B2B-Bereich sind Kaufentscheidungen häufig komplexer. Mehrere Personen können beteiligt sein, Kaufprozesse dauern länger und Produkte sind teilweise erklärungsbedürftiger.
Im B2C-Bereich spielen dagegen häufig emotionale Faktoren, Markenwahrnehmung und einfache Kaufprozesse eine größere Rolle.
Was ist eine Marketingstrategie?
Eine Marketingstrategie beschreibt den langfristigen Ansatz, mit dem ein Unternehmen seine Marketingziele erreichen möchte.
Dazu gehören beispielsweise Entscheidungen über:
- Zielmärkte
- Zielgruppen
- Positionierung
- Markenversprechen
- Wettbewerbsvorteile
- Vertriebskanäle
- Kommunikationsschwerpunkte
Die Strategie bildet die Grundlage für die spätere Auswahl einzelner Marketingmaßnahmen.
Marketing und Werbung: Was ist der Unterschied?
Marketing und Werbung werden häufig gleichgesetzt, sind aber nicht dasselbe.
Marketing ist der übergeordnete Begriff. Es umfasst die gesamte marktorientierte Planung und Gestaltung eines Unternehmens.
Werbung ist lediglich ein Teil der Kommunikationspolitik und damit ein einzelnes Instrument innerhalb des Marketings.
Ein Unternehmen kann beispielsweise ein Produkt entwickeln, den Preis festlegen, einen Vertriebskanal wählen und anschließend Werbung schalten.
Nur der letzte Schritt ist klassische Werbung. Alle Schritte zusammen gehören zum Marketing.
Marketing und Vertrieb: Was ist der Unterschied?
Marketing und Vertrieb arbeiten eng zusammen, haben aber unterschiedliche Schwerpunkte.
Marketing beschäftigt sich unter anderem damit, Nachfrage zu erzeugen, Zielgruppen anzusprechen und Marken aufzubauen.
Der Vertrieb konzentriert sich stärker auf den konkreten Verkaufsprozess und den Abschluss von Geschäften.
In modernen Unternehmen sind beide Bereiche häufig eng miteinander verzahnt.
Wie entwickelt man ein Marketingkonzept?
Ein Marketingkonzept kann beispielsweise folgende Schritte umfassen:
- Markt analysieren
- Wettbewerber untersuchen
- Zielgruppe definieren
- Marketingziele festlegen
- Positionierung bestimmen
- Marketingstrategie entwickeln
- Marketingmaßnahmen auswählen
- Budget festlegen
- Maßnahmen umsetzen
- Ergebnisse messen und optimieren
Die genaue Vorgehensweise hängt von Unternehmen, Markt und Produkt ab.
Wie lässt sich Marketing messen?
Damit Unternehmen beurteilen können, ob Marketingmaßnahmen erfolgreich sind, werden Kennzahlen verwendet.
Typische Marketing-Kennzahlen sind beispielsweise:
- Umsatz
- Anzahl neuer Kunden
- Conversion Rate
- Kosten pro Neukunde
- Website-Besucher
- Reichweite
- Klickrate
- Wiederkaufrate
- Kundenwert
Welche Kennzahl wichtig ist, hängt vom jeweiligen Marketingziel ab.
Viele Website-Besucher sind beispielsweise wenig wertvoll, wenn daraus keine Anfragen oder Verkäufe entstehen.
Welche Vorteile bietet gutes Marketing?
Professionelles Marketing kann Unternehmen helfen:
- Kundenbedürfnisse besser zu verstehen
- relevantere Produkte zu entwickeln
- Markenbekanntheit zu erhöhen
- Kunden langfristig zu binden
- Wettbewerbsvorteile aufzubauen
- Vertrieb zu unterstützen
- Unternehmenswachstum zu fördern
Entscheidend ist jedoch, dass Marketing nicht aus einzelnen unkoordinierten Maßnahmen besteht.
Produkt, Preis, Vertrieb und Kommunikation sollten möglichst aufeinander abgestimmt sein.
Häufige Fehler im Marketing
Zu den typischen Fehlern gehören:
- keine klar definierte Zielgruppe
- fehlende Marketingziele
- zu starke Konzentration auf Werbung
- fehlende Erfolgsmessung
- unklare Positionierung
- ständiger Wechsel von Maßnahmen
- fehlende Abstimmung zwischen Marketing und Vertrieb
Ein weiterer Fehler besteht darin, Marketing nur als kurzfristige Verkaufsförderung zu betrachten.
Viele erfolgreiche Marketingmaßnahmen wirken langfristig.
Häufige Fragen zum Marketing
Was bedeutet Marketing einfach erklärt?
Marketing bedeutet, Produkte, Dienstleistungen und Unternehmensaktivitäten an den Bedürfnissen von Kunden und Märkten auszurichten. Dazu gehören unter anderem Marktforschung, Produktentwicklung, Preisgestaltung, Vertrieb und Kommunikation.
Ist Marketing dasselbe wie Werbung?
Nein. Werbung ist lediglich ein Teil des Marketings. Marketing umfasst wesentlich mehr Bereiche, beispielsweise Produktpolitik, Preisgestaltung, Vertrieb und Kundenbindung.
Was sind die 4 Ps im Marketing?
Die klassischen 4 Ps sind Product, Price, Place und Promotion. Sie stehen für Produktpolitik, Preispolitik, Vertriebspolitik und Kommunikationspolitik.
Was ist das Ziel von Marketing?
Marketing soll Kundenbedürfnisse erfüllen und gleichzeitig die wirtschaftlichen Ziele des Unternehmens unterstützen. Dazu können beispielsweise Kundengewinnung, Kundenbindung, Umsatzwachstum und Markenaufbau gehören.
Was ist digitales Marketing?
Digitales beziehungsweise Online-Marketing umfasst Marketingmaßnahmen über digitale Kanäle wie Suchmaschinen, Social Media, Websites, Newsletter oder Online-Werbung.
Fazit zum Marketing
Marketing ist wesentlich mehr als Werbung. Es umfasst die systematische Ausrichtung eines Unternehmens auf Märkte, Kunden und deren Bedürfnisse.
Von der Produktentwicklung über die Preisgestaltung und den Vertrieb bis zur Kommunikation greifen zahlreiche Bereiche ineinander.
Erfolgreiches Marketing versucht, einen klaren Nutzen für Kunden zu schaffen und gleichzeitig die Unternehmensziele zu unterstützen.
Je besser ein Unternehmen seine Zielgruppen, Wettbewerber und Märkte versteht, desto gezielter kann es Produkte entwickeln, Marketingmaßnahmen auswählen und langfristige Kundenbeziehungen aufbauen.
Und separat dazu der stärker unternehmerisch ausgerichtete Beitrag:
Strategisches Marketing: Definition, Ziele und Vorgehensweise
Strategisches Marketing beschäftigt sich mit den langfristigen Entscheidungen eines Unternehmens im Marketing. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Märkte, Zielgruppen und Wettbewerbsvorteile für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens besonders wichtig sind.
Während operatives Marketing konkrete Maßnahmen wie Werbekampagnen, Newsletter oder Verkaufsaktionen umsetzt, legt strategisches Marketing die übergeordnete Richtung fest.
Dazu werden Märkte, Kunden, Wettbewerber und die eigenen Stärken und Schwächen analysiert. Auf dieser Grundlage entscheidet ein Unternehmen beispielsweise, welche Zielgruppen es ansprechen, wie es sich gegenüber Wettbewerbern positionieren und welche langfristigen Marketingziele es verfolgen möchte.
Was ist strategisches Marketing?
Strategisches Marketing ist ein langfristig orientierter Teil des Marketings.
Es beantwortet grundlegende Fragen wie:
- In welchen Märkten möchte das Unternehmen tätig sein?
- Welche Zielgruppen sind besonders attraktiv?
- Welche Kundenbedürfnisse sollen erfüllt werden?
- Wie soll sich das Unternehmen vom Wettbewerb unterscheiden?
- Welche Position soll die Marke im Markt einnehmen?
- Welche Wettbewerbsvorteile können langfristig aufgebaut werden?
Strategisches Marketing schafft damit den Rahmen für spätere operative Marketingmaßnahmen.
Was ist das Ziel des strategischen Marketings?
Das zentrale Ziel besteht darin, langfristige Erfolgspotenziale zu erkennen und zu entwickeln.
Dazu kann beispielsweise gehören:
- neue Märkte erschließen
- attraktive Zielgruppen identifizieren
- bestehende Marktposition stärken
- Wettbewerbsvorteile aufbauen
- Marke langfristig positionieren
- Kundenbeziehungen ausbauen
- Risiken frühzeitig erkennen
Strategisches Marketing beschäftigt sich damit nicht nur mit dem heutigen Markt, sondern auch mit der Frage, wie sich Märkte zukünftig entwickeln könnten.
Warum ist strategisches Marketing wichtig?
Ein Unternehmen kann viele einzelne Marketingmaßnahmen erfolgreich durchführen und trotzdem langfristig Probleme bekommen, wenn eine klare Strategie fehlt.
Beispielsweise können Werbekampagnen kurzfristig viele Verkäufe erzeugen. Wenn das Unternehmen aber keine klare Positionierung besitzt oder der Markt langfristig schrumpft, reicht operative Werbung allein möglicherweise nicht aus.
Strategisches Marketing hilft dabei, Entscheidungen nicht nur nach kurzfristigen Ergebnissen zu treffen.
Es schafft Orientierung für:
- Produktentwicklung
- Markenführung
- Preisgestaltung
- Vertrieb
- Kommunikation
- Investitionen
Strategisches und operatives Marketing: Was ist der Unterschied?
Strategisches und operatives Marketing verfolgen unterschiedliche Zeithorizonte.
Strategisches Marketing beschäftigt sich mit langfristigen Entscheidungen.
Operatives Marketing setzt diese Strategie durch konkrete Maßnahmen um.
Ein Beispiel:
Ein Unternehmen entscheidet strategisch, sich künftig als hochwertiger Anbieter für nachhaltige Möbel zu positionieren.
Operativ könnte es anschließend:
- eine neue Website entwickeln
- Social-Media-Kampagnen starten
- Influencer einsetzen
- Newsletter versenden
- Werbeanzeigen schalten
- neue Verkaufsmaterialien erstellen
Die strategische Entscheidung beantwortet also die Frage „Was wollen wir erreichen und wie wollen wir im Markt auftreten?“
Das operative Marketing beantwortet stärker die Frage „Welche konkreten Maßnahmen setzen wir dafür um?“
Welche Aufgaben hat das strategische Marketing?
Typische Aufgaben sind:
- Marktanalyse
- Wettbewerbsanalyse
- Kundenanalyse
- Segmentierung von Märkten
- Auswahl von Zielgruppen
- Positionierung
- Festlegung langfristiger Marketingziele
- Entwicklung von Marketingstrategien
- Aufbau von Wettbewerbsvorteilen
- Überwachung langfristiger Marktveränderungen
Marktanalyse als Grundlage
Am Anfang einer Marketingstrategie steht häufig die Analyse des Marktes.
Unternehmen untersuchen dabei beispielsweise:
- Marktgröße
- Marktwachstum
- Kundengruppen
- Trends
- Wettbewerber
- technologische Entwicklungen
- rechtliche Rahmenbedingungen
Ziel ist es, Chancen und Risiken möglichst früh zu erkennen.
Wettbewerbsanalyse
Ein wichtiger Bestandteil des strategischen Marketings ist die Analyse der Wettbewerber.
Unternehmen betrachten beispielsweise:
- welche Produkte Wettbewerber anbieten
- welche Preise verlangt werden
- welche Zielgruppen angesprochen werden
- wie Marken positioniert sind
- welche Vertriebswege genutzt werden
- welche Stärken und Schwächen bestehen
Das Ziel besteht nicht darin, Wettbewerber einfach zu kopieren.
Stattdessen soll herausgefunden werden, wie sich das eigene Unternehmen sinnvoll differenzieren kann.
SWOT-Analyse im strategischen Marketing
Ein häufig verwendetes Instrument ist die SWOT-Analyse.
SWOT steht für:
- Strengths – Stärken
- Weaknesses – Schwächen
- Opportunities – Chancen
- Threats – Risiken
Stärken und Schwächen beziehen sich vor allem auf das eigene Unternehmen.
Chancen und Risiken entstehen stärker aus dem Marktumfeld.
Eine SWOT-Analyse kann helfen, strategische Möglichkeiten systematisch zu bewerten.
Marktsegmentierung
Märkte bestehen häufig aus sehr unterschiedlichen Kundengruppen.
Bei der Marktsegmentierung wird ein Gesamtmarkt deshalb in kleinere Gruppen mit ähnlichen Merkmalen oder Bedürfnissen aufgeteilt.
Eine Segmentierung kann beispielsweise erfolgen nach:
- Alter
- Einkommen
- Region
- Interessen
- Kaufverhalten
- Unternehmensgröße
- Branche
Im B2B-Marketing können beispielsweise Branche, Umsatz, Mitarbeiterzahl oder geografische Region wichtige Kriterien sein.
Zielgruppen auswählen
Nach der Segmentierung muss entschieden werden, welche Kundengruppen besonders attraktiv sind.
Nicht jedes Marktsegment ist automatisch geeignet.
Unternehmen können unter anderem folgende Kriterien betrachten:
- Größe der Zielgruppe
- Wachstumspotenzial
- Kaufkraft
- Wettbewerbsintensität
- Erreichbarkeit
- Profitabilität
- Passung zum eigenen Angebot
Diese Auswahl wird häufig als Targeting bezeichnet.
Positionierung im strategischen Marketing
Positionierung beschreibt, wie ein Unternehmen oder eine Marke von Kunden wahrgenommen werden soll.
Eine gute Positionierung beantwortet beispielsweise folgende Fragen:
- Für wen ist das Angebot gedacht?
- Welches Problem löst es?
- Welchen Nutzen bietet es?
- Warum sollte sich ein Kunde dafür entscheiden?
- Wie unterscheidet es sich vom Wettbewerb?
Beispiele für mögliche Positionierungen sind:
- besonders günstig
- besonders hochwertig
- besonders nachhaltig
- besonders innovativ
- besonders einfach
- besonders schnell
Eine Positionierung sollte möglichst klar und glaubwürdig sein.
Was ist ein Wettbewerbsvorteil?
Ein Wettbewerbsvorteil entsteht, wenn ein Unternehmen seinen Kunden einen relevanten Vorteil bietet, den Wettbewerber nicht oder nur schwer bieten können.
Das kann beispielsweise sein:
- niedrigere Kosten
- bessere Qualität
- starke Marke
- besondere Technologie
- überlegener Kundenservice
- schnellere Lieferung
- exklusive Vertriebswege
Besonders wertvoll sind Wettbewerbsvorteile, die nicht leicht kopiert werden können.
Strategische Marketingziele festlegen
Nach der Analyse werden langfristige Ziele definiert.
Beispiele sind:
- Marktanteil erhöhen
- neues Marktsegment erschließen
- Marke neu positionieren
- Kundenbindung steigern
- neue Produktkategorie etablieren
- international expandieren
Diese Ziele sollten möglichst klar formuliert sein.
Welche Marketingstrategien gibt es?
Unternehmen können unterschiedliche strategische Ansätze verfolgen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Marktdurchdringung
- Marktentwicklung
- Produktentwicklung
- Diversifikation
- Kostenführerschaft
- Differenzierung
- Fokussierung auf bestimmte Zielgruppen
Welche Strategie sinnvoll ist, hängt von Markt, Wettbewerb und den Fähigkeiten des Unternehmens ab.
Marktdurchdringung
Bei einer Marktdurchdringungsstrategie versucht ein Unternehmen, mit bestehenden Produkten in bestehenden Märkten stärker zu wachsen.
Mögliche Maßnahmen sind:
- mehr Kunden gewinnen
- Kaufhäufigkeit steigern
- Kunden von Wettbewerbern gewinnen
- Vertrieb intensivieren
Marktentwicklung
Bei der Marktentwicklung werden bestehende Produkte in neuen Märkten angeboten.
Das kann beispielsweise bedeuten:
- neue Länder erschließen
- neue Zielgruppen ansprechen
- neue Vertriebskanäle nutzen
Produktentwicklung
Bei der Produktentwicklung werden neue oder verbesserte Produkte für bestehende Märkte entwickelt.
Das kann beispielsweise durch neue Funktionen, Varianten oder zusätzliche Dienstleistungen erfolgen.
Diversifikation
Diversifikation bedeutet, dass ein Unternehmen neue Produkte in neuen Märkten anbietet.
Diese Strategie kann großes Wachstumspotenzial besitzen, ist häufig aber auch mit höheren Risiken verbunden.
Kostenführerschaft und Differenzierung
Zwei bekannte strategische Ansätze sind Kostenführerschaft und Differenzierung.
Bei der Kostenführerschaft versucht ein Unternehmen, besonders effizient zu produzieren und dadurch günstige Preise anbieten zu können.
Bei der Differenzierung versucht ein Unternehmen, sich durch besondere Eigenschaften vom Wettbewerb abzuheben.
Das kann beispielsweise geschehen durch:
- Qualität
- Design
- Innovation
- Service
- Marke
Strategisches Marketing im B2B
Im B2B-Bereich spielt strategisches Marketing ebenfalls eine zentrale Rolle.
Unternehmen müssen beispielsweise entscheiden:
- welche Branchen interessant sind
- welche Unternehmen als Zielkunden infrage kommen
- welche Probleme besonders relevant sind
- welche Entscheidungsträger angesprochen werden müssen
- wie Vertrieb und Marketing zusammenarbeiten
Gerade bei großen Geschäftskunden können strategisches Marketing und Key Account Management eng miteinander verbunden sein.
Strategisches Marketing im digitalen Umfeld
Auch digitale Marketingkanäle benötigen eine strategische Grundlage.
Es reicht nicht aus, einfach auf möglichst vielen Plattformen aktiv zu sein.
Zunächst sollte geklärt werden:
- Wo befindet sich die Zielgruppe?
- Welche Inhalte sind relevant?
- Welches Ziel verfolgt der jeweilige Kanal?
- Wie zahlt der Kanal auf die Positionierung ein?
- Wie wird Erfolg gemessen?
Erst danach sollte entschieden werden, ob beispielsweise SEO, Social Media, Newsletter oder bezahlte Werbung sinnvoll sind.
Wie entwickelt man eine strategische Marketingplanung?
Ein typischer Ablauf kann folgendermaßen aussehen:
- Unternehmensziele analysieren
- Markt untersuchen
- Wettbewerber analysieren
- eigene Stärken und Schwächen bewerten
- Markt segmentieren
- Zielgruppen auswählen
- Positionierung festlegen
- Marketingziele definieren
- Strategie auswählen
- operative Maßnahmen ableiten
- Ergebnisse kontrollieren
Die Strategie sollte regelmäßig überprüft werden.
Märkte, Wettbewerber und Kundenbedürfnisse verändern sich.
Welche Vorteile bietet strategisches Marketing?
Strategisches Marketing kann Unternehmen helfen:
- Ressourcen gezielter einzusetzen
- langfristige Chancen zu erkennen
- Wettbewerbsvorteile aufzubauen
- Marken klar zu positionieren
- Marketingmaßnahmen besser zu koordinieren
- Fehlinvestitionen zu vermeiden
Eine klare Strategie sorgt außerdem dafür, dass einzelne Marketingmaßnahmen nicht voneinander losgelöst umgesetzt werden.
Häufige Fehler im strategischen Marketing
Typische Fehler sind:
- Strategie nur auf Bauchgefühl aufbauen
- Zielgruppe zu breit definieren
- Wettbewerber unterschätzen
- keine klare Positionierung entwickeln
- zu viele Ziele gleichzeitig verfolgen
- Strategie nicht regelmäßig überprüfen
- operative Maßnahmen mit Strategie verwechseln
Ein häufiger Fehler besteht auch darin, eine Strategie zu entwickeln, die nicht zu den tatsächlichen Ressourcen des Unternehmens passt.
Strategisches Marketing und Marketing-Mix
Die strategische Planung legt fest, welche Richtung ein Unternehmen einschlägt.
Der Marketing-Mix setzt diese Strategie anschließend um.
Wenn ein Unternehmen beispielsweise eine Premiumpositionierung verfolgt, sollten Produktqualität, Preis, Vertrieb und Kommunikation zu dieser Positionierung passen.
Ein sehr niedriger Preis könnte einer Premiumstrategie widersprechen.
Strategie und Marketing-Mix sollten deshalb eng aufeinander abgestimmt sein.
Wie misst man strategisches Marketing?
Die Erfolgskontrolle strategischer Entscheidungen ist häufig langfristiger angelegt als bei einzelnen Kampagnen.
Mögliche Kennzahlen sind:
- Marktanteil
- Umsatzwachstum
- Markenbekanntheit
- Kundenbindung
- Kundenwert
- Profitabilität
- Entwicklung neuer Marktsegmente
Wichtig ist, die Kennzahlen mit den zuvor festgelegten Zielen zu verbinden.
Häufige Fragen zum strategischen Marketing
Was bedeutet strategisches Marketing einfach erklärt?
Strategisches Marketing legt langfristig fest, welche Märkte, Zielgruppen und Positionierungen für ein Unternehmen besonders wichtig sind. Es bildet die Grundlage für spätere konkrete Marketingmaßnahmen.
Was ist der Unterschied zwischen strategischem und operativem Marketing?
Strategisches Marketing bestimmt die langfristige Richtung. Operatives Marketing setzt diese Strategie durch konkrete Maßnahmen wie Kampagnen, Werbung oder Newsletter um.
Welche Instrumente gibt es im strategischen Marketing?
Häufig eingesetzt werden beispielsweise Marktanalysen, Wettbewerbsanalysen, SWOT-Analysen, Marktsegmentierung und Positionierungsmodelle.
Was ist eine Marketingstrategie?
Eine Marketingstrategie beschreibt den langfristigen Weg, mit dem ein Unternehmen seine Marketingziele erreichen und sich im Markt positionieren möchte.
Warum braucht ein Unternehmen strategisches Marketing?
Strategisches Marketing hilft, langfristige Chancen zu erkennen, Ressourcen sinnvoll einzusetzen und eine klare Marktposition aufzubauen.
Fazit zum strategischen Marketing
Strategisches Marketing bildet die langfristige Grundlage für erfolgreiche Marketingarbeit.
Im Mittelpunkt stehen Entscheidungen darüber, welche Märkte und Zielgruppen attraktiv sind, wie sich ein Unternehmen positionieren möchte und welche Wettbewerbsvorteile aufgebaut werden sollen.
Erst auf dieser Grundlage sollten konkrete operative Maßnahmen entwickelt werden.
Strategisches Marketing sorgt damit dafür, dass einzelne Kampagnen, Vertriebsaktivitäten und Kommunikationsmaßnahmen nicht isoliert stattfinden, sondern auf ein gemeinsames langfristiges Ziel ausgerichtet sind.
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