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Strategisches Marketing

7. August 202617 Minuten Lesezeit0 KommentareS

Strategisches Marketing bezeichnet die langfristige Planung und Ausrichtung der Marketingaktivitäten eines Unternehmens. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Märkte und Zielgruppen für das Unternehmen interessant sind, wie es sich gegenüber Wettbewerbern positionieren möchte und mit welcher Strategie langfristige Wettbewerbsvorteile aufgebaut werden können.

Strategisches Marketing beschäftigt sich damit nicht in erster Linie mit einzelnen Werbeanzeigen, Social-Media-Beiträgen oder kurzfristigen Verkaufsaktionen. Stattdessen schafft es die Grundlage, auf der solche operativen Marketingmaßnahmen geplant und umgesetzt werden.

Dazu analysiert ein Unternehmen unter anderem seine Kunden, Wettbewerber, Marktbedingungen sowie die eigenen Stärken und Schwächen. Auf Basis dieser Erkenntnisse werden Marketingziele definiert, Zielgruppen ausgewählt, eine Positionierung entwickelt und geeignete Marketingstrategien festgelegt.

Vereinfacht gesagt beantwortet strategisches Marketing die Frage:

Wo wollen wir im Markt langfristig stehen und wie wollen wir diese Position erreichen?

Was ist strategisches Marketing?

Strategisches Marketing ist der langfristig orientierte Teil des Marketings.

Dabei werden grundlegende Entscheidungen getroffen, die einen erheblichen Einfluss auf die zukünftige Marktposition eines Unternehmens haben können.

Typische Fragestellungen des strategischen Marketings sind:

  • Welche Märkte sind für das Unternehmen attraktiv?
  • Wie entwickelt sich der Markt?
  • Welche Bedürfnisse haben bestehende und potenzielle Kunden?
  • Welche Zielgruppen sollen angesprochen werden?
  • Wer sind die wichtigsten Wettbewerber?
  • Wie unterscheidet sich das eigene Angebot vom Wettbewerb?
  • Wie soll die Marke wahrgenommen werden?
  • Welche Wettbewerbsvorteile können langfristig aufgebaut werden?
  • Welche Produkte und Leistungen sollen zukünftig angeboten werden?

Strategisches Marketing verbindet damit Marktanalyse und Unternehmensziele mit langfristigen Entscheidungen über die Vermarktung.

Was ist das Ziel des strategischen Marketings?

Das übergeordnete Ziel besteht darin, langfristige Erfolgspotenziale eines Unternehmens zu erkennen, aufzubauen und zu nutzen.

Strategisches Marketing soll beispielsweise dazu beitragen:

  • attraktive Märkte zu identifizieren
  • geeignete Zielgruppen auszuwählen
  • Kundenbedürfnisse besser zu verstehen
  • eine klare Marktposition aufzubauen
  • sich vom Wettbewerb zu unterscheiden
  • Marktanteile zu gewinnen oder zu sichern
  • neue Wachstumschancen zu erschließen
  • Risiken frühzeitig zu erkennen
  • Marketingressourcen sinnvoll einzusetzen
  • langfristig profitable Kundenbeziehungen aufzubauen

Strategisches Marketing ist damit eng mit der allgemeinen Unternehmensstrategie verbunden.

Warum ist strategisches Marketing wichtig?

Ein Unternehmen kann zahlreiche Marketingmaßnahmen durchführen und trotzdem langfristig wenig erfolgreich sein.

Das passiert beispielsweise, wenn die falsche Zielgruppe angesprochen wird, keine klare Positionierung besteht oder viel Geld in einen Markt investiert wird, der kaum Wachstumspotenzial besitzt.

Eine Marketingstrategie schafft deshalb Orientierung.

Statt einzelne Maßnahmen unabhängig voneinander umzusetzen, wird zunächst festgelegt, welche übergeordneten Ziele erreicht werden sollen.

Das kann beispielsweise bedeuten:

Unternehmensziel: Wachstum

Strategisches Marketingziel: Erschließung einer neuen Kundengruppe

Strategie: Positionierung eines bestehenden Produkts für diese Zielgruppe

Operative Maßnahmen: neue Landingpage, Suchmaschinenmarketing, Fachartikel, Social-Media-Kampagne und Vertriebskampagne

Dadurch entsteht ein Zusammenhang zwischen Unternehmensziel, Marketingstrategie und konkreter Umsetzung.

Welche Aufgaben hat das strategische Marketing?

Zum strategischen Marketing gehören zahlreiche Aufgaben.

Typische Bereiche sind:

  • Marktanalyse
  • Wettbewerbsanalyse
  • Kundenanalyse
  • Analyse von Trends und Veränderungen
  • SWOT-Analyse
  • Marktsegmentierung
  • Auswahl von Zielgruppen
  • Positionierung
  • Festlegung von Marketingzielen
  • Entwicklung von Marketingstrategien
  • Planung von Wettbewerbsvorteilen
  • Verteilung von Marketingressourcen
  • Kontrolle der strategischen Entwicklung

Welche Aufgaben besonders wichtig sind, hängt von Branche, Unternehmensgröße und Markt ab.

Strategisches und operatives Marketing: Was ist der Unterschied?

Strategisches und operatives Marketing gehören zusammen, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.

Strategisches Marketing bestimmt die langfristige Richtung.

Operatives Marketing setzt diese Richtung durch konkrete Maßnahmen um.

Ein Beispiel:

Ein Hersteller entscheidet strategisch, sich zukünftig stärker auf umweltbewusste Premiumkunden zu konzentrieren.

Daraus können operative Maßnahmen entstehen wie:

  • Überarbeitung der Website
  • Entwicklung neuer Werbekampagnen
  • Produktion von Ratgeberinhalten
  • Suchmaschinenoptimierung
  • Social-Media-Marketing
  • Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen
  • Anpassung von Verkaufsunterlagen

Die Strategie gibt also vor, wohin sich das Marketing entwickeln soll.

Das operative Marketing bestimmt, was konkret getan wird.

Strategisches Marketing und Unternehmensstrategie

Die Marketingstrategie sollte nicht unabhängig von der Unternehmensstrategie entwickelt werden.

Wenn ein Unternehmen beispielsweise international wachsen möchte, muss das strategische Marketing untersuchen, welche Länder und Kundengruppen dafür attraktiv sind.

Soll dagegen die Profitabilität erhöht werden, können andere Fragen wichtiger sein.

Beispielsweise:

  • Welche Kundengruppen sind besonders profitabel?
  • Welche Produkte besitzen hohe Margen?
  • Welche Marketingkanäle liefern rentable Kunden?
  • Welche Angebote sollten stärker vermarktet werden?

Strategisches Marketing übersetzt damit übergeordnete Unternehmensziele in markt- und kundenbezogene Entscheidungen.

Marktanalyse im strategischen Marketing

Eine fundierte Marktanalyse gehört zu den Grundlagen des strategischen Marketings.

Dabei wird beispielsweise untersucht:

  • Wie groß ist der Markt?
  • Wächst oder schrumpft er?
  • Welche Kundengruppen gibt es?
  • Welche Trends verändern den Markt?
  • Wie intensiv ist der Wettbewerb?
  • Welche Eintrittsbarrieren bestehen?
  • Welche technologischen Veränderungen sind zu erwarten?

Eine Marktanalyse soll helfen, Entscheidungen nicht ausschließlich auf Annahmen oder Bauchgefühl zu stützen.

Kundenanalyse und Kundenbedürfnisse

Strategisches Marketing beginnt nicht nur beim Produkt, sondern insbesondere beim Kunden.

Unternehmen sollten verstehen, welche Bedürfnisse und Probleme ihre Kunden haben.

Wichtige Fragen sind beispielsweise:

  • Warum kaufen Kunden das Produkt?
  • Welches Problem möchten sie lösen?
  • Welche Eigenschaften sind besonders wichtig?
  • Warum entscheiden sie sich für einen Wettbewerber?
  • Welche Faktoren beeinflussen die Kaufentscheidung?
  • Warum bleiben Kunden einem Anbieter treu?

Je besser diese Zusammenhänge verstanden werden, desto gezielter kann eine Marketingstrategie entwickelt werden.

Wettbewerbsanalyse

Unternehmen agieren normalerweise nicht allein in einem Markt.

Deshalb gehört die Wettbewerbsanalyse zu den zentralen Aufgaben des strategischen Marketings.

Dabei können beispielsweise folgende Aspekte untersucht werden:

  • Produkte und Dienstleistungen der Wettbewerber
  • Preise
  • Zielgruppen
  • Positionierung
  • Markenbekanntheit
  • Vertriebswege
  • Marketingaktivitäten
  • Stärken und Schwächen

Ziel einer Wettbewerbsanalyse sollte nicht darin bestehen, andere Unternehmen einfach zu kopieren.

Vielmehr geht es darum, Möglichkeiten zur Differenzierung zu erkennen.

SWOT-Analyse im strategischen Marketing

Die SWOT-Analyse ist ein bekanntes Instrument der strategischen Planung.

SWOT steht für:

  • Strengths – Stärken
  • Weaknesses – Schwächen
  • Opportunities – Chancen
  • Threats – Risiken beziehungsweise Bedrohungen

Stärken und Schwächen beziehen sich vor allem auf interne Faktoren.

Beispiele für Stärken:

  • bekannte Marke
  • besondere Technologie
  • großer Kundenstamm
  • effiziente Produktion

Chancen und Risiken entstehen dagegen stärker aus dem Unternehmensumfeld.

Eine neue Technologie kann beispielsweise eine Chance darstellen, während ein neuer Wettbewerber ein Risiko sein kann.

Marktsegmentierung

Nicht alle Kunden haben dieselben Bedürfnisse.

Bei der Marktsegmentierung wird ein Gesamtmarkt deshalb in kleinere Gruppen mit ähnlichen Merkmalen aufgeteilt.

Im Endkundengeschäft können Kriterien beispielsweise sein:

  • Alter
  • Einkommen
  • Wohnort
  • Interessen
  • Lebensstil
  • Kaufverhalten

Im B2B-Marketing können andere Kriterien wichtig sein:

  • Branche
  • Unternehmensgröße
  • Umsatz
  • Standort
  • Technologienutzung
  • Einkaufsvolumen

Die Segmentierung ermöglicht eine gezieltere Bearbeitung des Marktes.

Targeting: Auswahl der richtigen Zielgruppe

Nach der Segmentierung muss entschieden werden, welche Marktsegmente tatsächlich angesprochen werden sollen.

Dieser Prozess wird häufig als Targeting bezeichnet.

Bei der Auswahl können Unternehmen unter anderem betrachten:

  • Größe des Marktsegments
  • Wachstumspotenzial
  • Kaufkraft
  • Profitabilität
  • Wettbewerbsintensität
  • Erreichbarkeit der Kunden
  • Passung zu den eigenen Produkten

Nicht jede theoretisch erreichbare Zielgruppe ist wirtschaftlich attraktiv.

Strategisches Marketing bedeutet deshalb auch, bewusst zu entscheiden, welche Kunden nicht im Mittelpunkt stehen sollen.

Positionierung im strategischen Marketing

Die Positionierung beschreibt, welchen Platz ein Unternehmen oder Produkt in der Wahrnehmung der Zielgruppe einnehmen soll.

Eine gute Positionierung beantwortet Fragen wie:

  • Für wen ist unser Angebot gedacht?
  • Welches Problem lösen wir?
  • Welchen besonderen Nutzen bieten wir?
  • Warum sollte sich ein Kunde für uns entscheiden?
  • Was unterscheidet uns vom Wettbewerb?

Ein Unternehmen kann sich beispielsweise positionieren als:

  • besonders günstiger Anbieter
  • Premiumanbieter
  • Innovationsführer
  • Spezialist für eine bestimmte Zielgruppe
  • besonders serviceorientierter Anbieter
  • besonders nachhaltige Marke

Entscheidend ist, dass die Positionierung für die Zielgruppe relevant und glaubwürdig ist.

Was ist ein Wettbewerbsvorteil?

Ein Wettbewerbsvorteil entsteht, wenn ein Unternehmen seinen Kunden einen relevanten Vorteil gegenüber konkurrierenden Angeboten bietet.

Mögliche Wettbewerbsvorteile sind:

  • niedrigere Kosten
  • höhere Qualität
  • besserer Service
  • stärkere Marke
  • besondere Technologie
  • schnellere Lieferung
  • größeres Sortiment
  • spezialisiertes Fachwissen
  • besonders einfache Nutzung

Ein langfristig wertvoller Wettbewerbsvorteil sollte für Kunden relevant und für Wettbewerber möglichst schwer nachzuahmen sein.

Strategische Marketingziele

Marketingziele geben vor, welche Ergebnisse langfristig erreicht werden sollen.

Typische strategische Marketingziele sind:

  • Marktanteil erhöhen
  • Markenbekanntheit steigern
  • neue Zielgruppen erschließen
  • neue Märkte betreten
  • Kundenbindung verbessern
  • Marke neu positionieren
  • profitablere Kunden gewinnen
  • neue Produktkategorien etablieren

Ziele sollten möglichst konkret und messbar formuliert werden.

Welche Strategien gibt es im strategischen Marketing?

Unternehmen können unterschiedliche Marketingstrategien verfolgen.

Bekannte strategische Möglichkeiten sind:

  • Marktdurchdringung
  • Marktentwicklung
  • Produktentwicklung
  • Diversifikation
  • Kostenführerschaft
  • Differenzierung
  • Fokussierung beziehungsweise Nischenstrategie

Welche Strategie geeignet ist, hängt von Markt, Wettbewerb, Ressourcen und Unternehmenszielen ab.

Marktdurchdringung

Bei einer Marktdurchdringungsstrategie versucht ein Unternehmen, mit bestehenden Produkten im bestehenden Markt stärker zu wachsen.

Das kann beispielsweise erfolgen durch:

  • Gewinnung neuer Kunden
  • Steigerung der Kaufhäufigkeit
  • Gewinnung von Kunden der Wettbewerber
  • Ausbau des Vertriebs

Marktentwicklung

Bei der Marktentwicklung werden bestehende Produkte in neuen Märkten angeboten.

Das kann beispielsweise bedeuten:

  • Expansion in andere Länder
  • Erschließung neuer Regionen
  • Ansprache neuer Kundengruppen
  • Nutzung neuer Vertriebskanäle

Produktentwicklung

Bei der Produktentwicklung entwickelt ein Unternehmen neue oder verbesserte Angebote für bereits bestehende Märkte.

Möglichkeiten sind beispielsweise:

  • neue Produktvarianten
  • zusätzliche Funktionen
  • ergänzende Dienstleistungen
  • Premiumversionen
  • vereinfachte Einstiegsprodukte

Diversifikation

Bei einer Diversifikation werden neue Produkte für neue Märkte entwickelt.

Diese Strategie kann zusätzliche Wachstumschancen schaffen, ist aber häufig mit höheren Risiken verbunden.

Das Unternehmen bewegt sich gleichzeitig in einem neuen Produktbereich und einem neuen Markt.

Kostenführerschaft

Bei einer Kostenführerschaft versucht ein Unternehmen, Leistungen besonders kosteneffizient anzubieten.

Dafür können beispielsweise effiziente Prozesse, hohe Stückzahlen oder günstige Einkaufsbedingungen wichtig sein.

Ein Kostenvorteil kann genutzt werden, um niedrigere Preise anzubieten oder höhere Margen zu erzielen.

Differenzierungsstrategie

Bei einer Differenzierungsstrategie versucht ein Unternehmen, sich durch besondere Merkmale vom Wettbewerb abzuheben.

Differenzierungsmerkmale können beispielsweise sein:

  • Qualität
  • Design
  • Technologie
  • Service
  • Marke
  • Benutzerfreundlichkeit
  • Individualisierung

Kunden müssen diesen Unterschied allerdings wahrnehmen und als relevant betrachten.

Nischenstrategie

Bei einer Nischenstrategie konzentriert sich ein Unternehmen auf einen vergleichsweise eng definierten Markt oder eine spezielle Zielgruppe.

Statt möglichst viele Kunden anzusprechen, versucht das Unternehmen, die besonderen Anforderungen einer kleineren Gruppe besonders gut zu erfüllen.

Das kann insbesondere für kleinere und spezialisierte Unternehmen interessant sein.

Strategisches Marketing im B2B

Im Business-to-Business-Marketing richten sich Angebote an andere Unternehmen.

Hier können strategische Entscheidungen beispielsweise betreffen:

  • Auswahl attraktiver Branchen
  • Definition idealer Zielunternehmen
  • Auswahl wichtiger Entscheidungsträger
  • Positionierung gegenüber Wettbewerbern
  • Aufbau langfristiger Geschäftsbeziehungen
  • Zusammenarbeit zwischen Marketing und Vertrieb

Bei besonders wichtigen Großkunden kann strategisches Marketing zudem eng mit dem Key Account Management zusammenarbeiten.

Strategisches Marketing im B2C

Im Business-to-Consumer-Marketing richtet sich das Unternehmen an private Verbraucher.

Hier können beispielsweise Markenbekanntheit, Preis, emotionale Markenwahrnehmung, Verfügbarkeit und Kundenerlebnis eine wichtige Rolle spielen.

Je nach Produkt können sehr große Zielgruppen angesprochen oder einzelne Kundensegmente gezielt bearbeitet werden.

Strategisches Online-Marketing

Auch Online-Marketing sollte auf einer Strategie basieren.

Ein Unternehmen muss nicht automatisch auf jeder Plattform aktiv sein.

Stattdessen sollte zunächst geklärt werden:

  • Welche Zielgruppen wollen wir erreichen?
  • Welche digitalen Kanäle nutzen diese Zielgruppen?
  • Welche Inhalte benötigen sie?
  • Welche Rolle spielt die Website?
  • Welche Bedeutung haben Suchmaschinen?
  • Welche Maßnahmen unterstützen unsere Positionierung?
  • Welche Ziele sollen erreicht werden?

Erst anschließend werden geeignete Kanäle ausgewählt.

Das können beispielsweise SEO, Suchmaschinenwerbung, Social Media, E-Mail-Marketing oder Content Marketing sein.

Strategisches Marketing und SEO

Suchmaschinenoptimierung kann ebenfalls Teil einer langfristigen Marketingstrategie sein.

Statt einzelne Beiträge zu zufälligen Keywords zu veröffentlichen, können Unternehmen Themenbereiche systematisch aufbauen.

Dazu werden beispielsweise:

  • relevante Suchbegriffe identifiziert
  • Suchintentionen untersucht
  • Themenbereiche aufgebaut
  • passende Inhalte erstellt
  • bestehende Inhalte verbessert
  • Ergebnisse langfristig ausgewertet

SEO wird dadurch nicht als einzelne technische Maßnahme betrachtet, sondern als langfristiger Kanal zur Gewinnung und Bindung relevanter Nutzer.

Strategisches Marketing und Marketing-Mix

Die Marketingstrategie gibt die Richtung vor. Der Marketing-Mix hilft anschließend bei der konkreten Umsetzung.

Klassisch werden vier Bereiche unterschieden:

  • Product – Produktpolitik
  • Price – Preispolitik
  • Place – Vertriebspolitik
  • Promotion – Kommunikationspolitik

Diese Bereiche sollten zur gewählten Strategie passen.

Ein einfaches Beispiel:

Ein Unternehmen möchte sich als Premiumanbieter positionieren.

Dann sollten Produktqualität, Preis, Vertrieb und Kommunikation diese Positionierung unterstützen.

Ein extrem niedriger Preis und eine Kommunikation, die ausschließlich mit Rabatten arbeitet, könnten dagegen im Widerspruch zur gewünschten Premiumpositionierung stehen.

Strategisches Marketing und Kundenbindung

Strategisches Marketing beschäftigt sich nicht ausschließlich mit Neukundengewinnung.

Auch bestehende Kunden können für die langfristige Entwicklung eines Unternehmens entscheidend sein.

Strategien zur Kundenbindung können beispielsweise umfassen:

  • besseren Kundenservice
  • Loyalitätsprogramme
  • personalisierte Angebote
  • regelmäßige Kommunikation
  • zusätzliche Dienstleistungen
  • Cross-Selling und Up-Selling

Dabei sollte immer geprüft werden, welche Kundengruppen langfristig besonders wertvoll für das Unternehmen sind.

Strategisches Marketing und Profitabilität

Umsatzwachstum allein bedeutet nicht automatisch wirtschaftlichen Erfolg.

Strategisches Marketing sollte deshalb auch berücksichtigen, wie profitabel Produkte, Kundengruppen und Marketingkanäle sind.

Ein Unternehmen kann beispielsweise feststellen, dass eine Kundengruppe hohe Umsätze erzeugt, gleichzeitig aber überdurchschnittlich hohe Vertriebs- und Betreuungskosten verursacht.

Eine kleinere Kundengruppe kann dagegen deutlich profitabler sein.

Strategische Entscheidungen sollten daher nicht ausschließlich anhand von Umsatz oder Reichweite getroffen werden.

Wie entwickelt man eine strategische Marketingplanung?

Ein möglicher Ablauf besteht aus folgenden Schritten:

  1. Unternehmensziele verstehen
  2. Markt analysieren
  3. Kunden und Bedürfnisse untersuchen
  4. Wettbewerber analysieren
  5. eigene Stärken und Schwächen bestimmen
  6. Markt segmentieren
  7. Zielgruppen auswählen
  8. Positionierung entwickeln
  9. Marketingziele festlegen
  10. Marketingstrategie auswählen
  11. Budget und Ressourcen planen
  12. operative Maßnahmen ableiten
  13. Ergebnisse messen
  14. Strategie regelmäßig überprüfen

Strategische Marketingplanung ist damit kein einmaliger Vorgang.

Märkte und Kunden verändern sich, weshalb auch bestehende Strategien regelmäßig hinterfragt werden sollten.

Wie wird der Erfolg von strategischem Marketing gemessen?

Die Erfolgsmessung hängt von den festgelegten Zielen ab.

Mögliche Kennzahlen sind:

  • Marktanteil
  • Umsatzentwicklung
  • Profitabilität
  • Anzahl neuer Kunden
  • Kundenbindung
  • Kundenwert
  • Markenbekanntheit
  • Entwicklung bestimmter Zielgruppen
  • Marketingkosten im Verhältnis zum Ergebnis

Da strategisches Marketing langfristig ausgerichtet ist, lassen sich Auswirkungen nicht immer innerhalb weniger Wochen erkennen.

Welche Vorteile hat strategisches Marketing?

Strategisches Marketing kann Unternehmen dabei helfen:

  • langfristige Ziele klarer zu verfolgen
  • attraktive Marktchancen zu erkennen
  • Zielgruppen gezielter auszuwählen
  • Marketingbudgets sinnvoller einzusetzen
  • eine klare Positionierung aufzubauen
  • Wettbewerbsvorteile zu entwickeln
  • Marketing und Vertrieb besser auszurichten
  • kurzfristige Einzelmaßnahmen zu vermeiden

Der wesentliche Vorteil liegt in der langfristigen Orientierung.

Welche Nachteile und Grenzen gibt es?

Strategisches Marketing kann zukünftige Entwicklungen nicht sicher vorhersagen.

Selbst eine umfangreiche Analyse kann durch unerwartete Ereignisse überholt werden.

Weitere Herausforderungen sind:

  • hoher Analyseaufwand
  • unsichere Marktprognosen
  • Veränderungen im Kundenverhalten
  • neue Wettbewerber
  • technologische Veränderungen
  • zu starres Festhalten an einer Strategie

Eine Strategie sollte deshalb Orientierung geben, aber trotzdem an neue Entwicklungen angepasst werden können.

Häufige Fehler im strategischen Marketing

Typische Fehler sind:

  • keine klare Zielgruppe
  • zu viele Zielgruppen gleichzeitig
  • fehlende Positionierung
  • Wettbewerber werden unterschätzt
  • Entscheidungen beruhen nur auf Bauchgefühl
  • zu viele Ziele werden gleichzeitig verfolgt
  • Strategie und Unternehmensziele passen nicht zusammen
  • Marketing und Vertrieb arbeiten getrennt voneinander
  • Ergebnisse werden nicht gemessen
  • eine einmal entwickelte Strategie wird nie überprüft

Ein weiterer häufiger Fehler besteht darin, eine Liste einzelner Marketingmaßnahmen bereits als Strategie zu betrachten.

„Wir machen SEO, Social Media und Newsletter“ ist noch keine Marketingstrategie.

Entscheidend ist, warum diese Maßnahmen eingesetzt werden, welche Zielgruppe erreicht werden soll und welches übergeordnete Ziel damit verfolgt wird.

Beispiel für strategisches Marketing

Ein Hersteller verkauft bisher hauptsächlich hochwertige Büromöbel an große Unternehmen.

Eine Marktanalyse zeigt, dass kleinere Unternehmen zunehmend hochwertige ergonomische Arbeitsplätze nachfragen.

Das Unternehmen könnte strategisch entscheiden, dieses Segment stärker zu bearbeiten.

Daraus ergibt sich beispielsweise folgende Planung:

Zielgruppe: kleine und mittelständische Unternehmen

Bedürfnis: hochwertige ergonomische Arbeitsplätze mit einfacher Planung und Bestellung

Positionierung: Premium-Büroausstattung ohne komplizierten Beschaffungsprozess

Ziel: Aufbau eines neuen profitablen Kundensegments

Operative Maßnahmen: eigene Landingpages, Content Marketing, Suchmaschinenoptimierung, digitale Beratung und Vertriebskampagnen

Dieses Beispiel zeigt den Unterschied zwischen Strategie und Maßnahmen.

Die Landingpage ist keine Strategie. Sie ist eine Maßnahme, die aus der übergeordneten Strategie abgeleitet wird.

Häufige Fragen zum strategischen Marketing

Was ist strategisches Marketing einfach erklärt?

Strategisches Marketing ist die langfristige Planung der Marketingausrichtung eines Unternehmens. Dabei wird unter anderem entschieden, welche Märkte und Zielgruppen bearbeitet werden und wie sich das Unternehmen gegenüber Wettbewerbern positionieren möchte.

Was ist der Unterschied zwischen strategischem und operativem Marketing?

Strategisches Marketing legt langfristige Ziele und die grundsätzliche Richtung fest. Operatives Marketing setzt diese Strategie mit konkreten Maßnahmen um.

Welche Aufgaben gehören zum strategischen Marketing?

Dazu gehören beispielsweise Marktanalyse, Wettbewerbsanalyse, Zielgruppenbestimmung, Marktsegmentierung, Positionierung, Festlegung von Marketingzielen und Entwicklung geeigneter Marketingstrategien.

Welche Instrumente gibt es im strategischen Marketing?

Zu den bekannten Instrumenten gehören unter anderem Markt- und Wettbewerbsanalysen, SWOT-Analyse, Segmentierung, Positionierungsmodelle und verschiedene Portfolio- und Wachstumsanalysen.

Was ist eine strategische Marketingplanung?

Bei der strategischen Marketingplanung werden Markt, Kunden, Wettbewerber und das eigene Unternehmen analysiert. Anschließend werden Ziele, Zielgruppen, Positionierung und Marketingstrategie festgelegt.

Was ist ein Beispiel für strategisches Marketing?

Ein Unternehmen kann beispielsweise entscheiden, zukünftig eine neue Zielgruppe zu erschließen und sich dort als Premiumanbieter zu positionieren. Werbekampagnen, SEO oder Social Media wären anschließend operative Maßnahmen zur Umsetzung dieser Strategie.

Warum ist strategisches Marketing wichtig?

Es sorgt dafür, dass Marketingmaßnahmen nicht isoliert durchgeführt werden, sondern auf langfristige Unternehmens- und Marketingziele ausgerichtet sind.

Fazit zum strategischen Marketing

Strategisches Marketing bildet die langfristige Grundlage für die Marketingaktivitäten eines Unternehmens.

Es beantwortet zentrale Fragen: Welche Märkte wollen wir bearbeiten? Welche Kunden möchten wir gewinnen? Welchen Nutzen bieten wir ihnen? Wie unterscheiden wir uns vom Wettbewerb? Und welche Position möchten wir langfristig im Markt erreichen?

Dafür werden Märkte, Kunden, Wettbewerber sowie die eigenen Stärken und Schwächen analysiert. Anschließend werden Zielgruppen ausgewählt, eine Positionierung entwickelt und langfristige Marketingziele und Strategien festgelegt.

Das operative Marketing setzt diese Vorgaben anschließend mit konkreten Instrumenten und Maßnahmen um.

Erfolgreiches strategisches Marketing bedeutet deshalb nicht, möglichst viele Marketingaktivitäten durchzuführen. Entscheidend ist vielmehr, die richtigen Märkte und Kunden auszuwählen, eine klare Position aufzubauen und die vorhandenen Ressourcen auf langfristig erfolgversprechende Maßnahmen zu konzentrieren.

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