Zum Inhalt springen

Wirtschaftslexikon.de

Verständlich Praxisnah Schnell suchbar
  • A
    • Beitrag fehlt
    • Beitrag erstellen
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
    • W
    • X
    • Y
    • Z
    • Impressum

Stiftung

19. September 202619 Minuten Lesezeit0 KommentareP, S

Eine Stiftung ist eine Organisationsform, bei der ein bestimmtes Vermögen dauerhaft einem festgelegten Zweck gewidmet wird. Anders als beispielsweise ein Verein hat eine Stiftung grundsätzlich keine Mitglieder. Im Mittelpunkt stehen vielmehr das Stiftungsvermögen und der vom Stifter festgelegte Stiftungszweck.

Stiftungen können sehr unterschiedliche Ziele verfolgen. Bekannt sind insbesondere gemeinnützige Stiftungen, die beispielsweise Wissenschaft, Bildung, Kultur oder soziale Projekte fördern. Daneben gibt es jedoch auch privatnützige Stiftungen, die privaten Interessen dienen können, beispielsweise der langfristigen Versorgung einer Familie oder dem Erhalt von Familienvermögen.

Definition: Was ist eine Stiftung?

Bei einer Stiftung wird Vermögen einem bestimmten Zweck gewidmet. Dieser Zweck wird vom Stifter festgelegt und bildet die Grundlage für die Tätigkeit der Stiftung.

Einfach erklärt: Ein Stifter stellt Vermögen zur Verfügung und bestimmt, wofür dieses Vermögen beziehungsweise dessen Erträge verwendet werden sollen.

Typische Bestandteile einer Stiftung sind:

  • Stifter
  • Stiftungsvermögen
  • Stiftungszweck
  • Stiftungssatzung
  • Stiftungsorgane

Bei einer rechtsfähigen Stiftung des bürgerlichen Rechts entsteht eine eigenständige juristische Person.

Wer ist ein Stifter?

Als Stifter bezeichnet man die Person oder Organisation, die Vermögen für die Errichtung einer Stiftung zur Verfügung stellt.

Stifter können beispielsweise sein:

  • Privatpersonen
  • Familien
  • Unternehmen
  • andere juristische Personen

Der Stifter bestimmt insbesondere den Zweck der Stiftung und gestaltet die Stiftungssatzung innerhalb der rechtlichen Vorgaben.

Was ist der Stiftungszweck?

Der Stiftungszweck bestimmt, welche Ziele die Stiftung verfolgen soll.

Beispiele sind:

  • Förderung von Wissenschaft und Forschung
  • Förderung von Bildung
  • Unterstützung sozialer Projekte
  • Förderung von Kunst und Kultur
  • Naturschutz
  • Unterstützung bestimmter Familienangehöriger
  • langfristiger Zusammenhalt von Familienvermögen

Der Zweck ist für eine Stiftung von zentraler Bedeutung. Das Stiftungsvermögen darf nicht beliebig für andere Ziele verwendet werden.

Was ist das Stiftungsvermögen?

Das Stiftungsvermögen ist das Vermögen, das der Stiftung zur Erfüllung ihres Zwecks zur Verfügung steht.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Geldvermögen
  • Wertpapiere
  • Immobilien
  • Unternehmensbeteiligungen
  • sonstige Vermögenswerte

Bei klassischen auf Dauer angelegten Stiftungen spielt der langfristige Erhalt des Vermögens eine wichtige Rolle. Der Stiftungszweck kann beispielsweise aus den Erträgen des Vermögens finanziert werden.

Wie das Vermögen konkret verwendet werden darf, hängt von der Stiftungsform, der Satzung und den gesetzlichen Vorgaben ab.

Welche Arten von Stiftungen gibt es?

Stiftungen lassen sich nach unterschiedlichen Kriterien unterscheiden.

Wichtige Formen beziehungsweise Begriffe sind:

  • gemeinnützige Stiftung
  • privatnützige Stiftung
  • Familienstiftung
  • Unternehmensstiftung
  • Verbrauchsstiftung
  • Treuhandstiftung
  • rechtsfähige Stiftung

Diese Kategorien schließen sich teilweise nicht gegenseitig aus. Eine Stiftung kann beispielsweise gleichzeitig eine Familienstiftung und eine privatnützige Stiftung sein.

Gemeinnützige Stiftung

Eine gemeinnützige Stiftung verfolgt steuerbegünstigte Zwecke im Sinne des Steuerrechts.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Wissenschaft und Forschung
  • Bildung
  • Kunst und Kultur
  • Umweltschutz
  • bestimmte soziale Zwecke

Erfüllt die Stiftung die steuerrechtlichen Voraussetzungen, können damit steuerliche Vergünstigungen verbunden sein.

Die Bezeichnung „Stiftung“ allein bedeutet allerdings nicht, dass eine Organisation automatisch gemeinnützig ist.

Privatnützige Stiftung

Eine privatnützige Stiftung verfolgt keine steuerbegünstigten gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecke, sondern dient bestimmten privaten Interessen beziehungsweise einem begrenzten Personenkreis.

Ein bedeutendes Beispiel ist die Familienstiftung.

Sie kann beispielsweise dazu dienen:

  • Familienangehörige zu unterstützen,
  • Familienvermögen langfristig zusammenzuhalten,
  • Unternehmensbeteiligungen über Generationen zu bündeln oder
  • eine langfristige Vermögensstruktur für eine Familie aufzubauen.

Privatnützige Stiftungen unterliegen dabei ebenfalls gesetzlichen und steuerlichen Regeln.

Stiftung und Familienstiftung

Eine Familienstiftung ist typischerweise eine privatnützige Stiftung, deren Zweck wesentlich auf die Interessen einer oder mehrerer Familien ausgerichtet ist.

Beispielsweise könnte ein Unternehmer Gesellschaftsanteile auf eine Familienstiftung übertragen.

Dadurch gehören die Anteile anschließend grundsätzlich nicht mehr dem Stifter persönlich, sondern der Stiftung.

Die Stiftung kann die Beteiligung entsprechend ihrem Zweck und ihrer Satzung langfristig halten.

Familienangehörige können nach den festgelegten Regeln Leistungen von der Stiftung erhalten.

Stiftung und Unternehmen

Stiftungen können auch Unternehmensbeteiligungen besitzen.

Eine Stiftung kann beispielsweise:

  • Aktien halten,
  • Geschäftsanteile besitzen,
  • Dividenden erhalten oder
  • Einfluss auf die langfristige Eigentümerstruktur eines Unternehmens haben.

Deshalb werden Stiftungsmodelle teilweise bei der Unternehmensnachfolge eingesetzt.

Die konkrete Struktur kann gesellschafts-, stiftungs- und steuerrechtlich allerdings sehr komplex sein.

Was ist eine Verbrauchsstiftung?

Eine Verbrauchsstiftung ist darauf ausgerichtet, ihr Vermögen innerhalb eines festgelegten Zeitraums zur Erfüllung des Stiftungszwecks zu verbrauchen.

Damit unterscheidet sie sich von der klassischen Vorstellung einer Stiftung, deren Vermögensbasis grundsätzlich langfristig erhalten werden soll.

Eine Verbrauchsstiftung wird für einen bestimmten Zeitraum errichtet und setzt ihr Vermögen entsprechend dem vorgesehenen Konzept für ihren Zweck ein.

Was ist eine Treuhandstiftung?

Neben der rechtsfähigen Stiftung gibt es sogenannte Treuhandstiftungen, die auch als unselbstständige oder nicht rechtsfähige Stiftungen bezeichnet werden.

Das für den Stiftungszweck vorgesehene Vermögen wird hierbei von einem Treuhänder entsprechend den vereinbarten Vorgaben verwaltet.

Eine Treuhandstiftung besitzt nicht dieselbe rechtliche Selbstständigkeit wie eine rechtsfähige Stiftung.

Wie wird eine Stiftung gegründet?

Bei einer rechtsfähigen Stiftung des bürgerlichen Rechts sind insbesondere ein Stiftungsgeschäft und die Anerkennung durch die zuständige Stiftungsbehörde von Bedeutung.

Der Stifter legt dabei unter anderem fest:

  • welchen Zweck die Stiftung verfolgt,
  • welches Vermögen eingebracht wird und
  • wie die Stiftung organisiert wird.

Ein wesentliches Dokument ist die Stiftungssatzung.

Was steht in der Stiftungssatzung?

Die Satzung bildet eine zentrale Grundlage der Stiftung.

Sie enthält insbesondere Regelungen über die Stiftung und ihre Organisation.

Dazu gehören je nach Stiftung beispielsweise:

  • Name der Stiftung
  • Sitz
  • Stiftungszweck
  • Vermögen
  • Bildung und Aufgaben der Organe

Bei privatnützigen Stiftungen können außerdem detaillierte Regelungen darüber wichtig sein, welche Personen unter welchen Voraussetzungen Leistungen erhalten.

Welche Organe hat eine Stiftung?

Eine Stiftung benötigt Organe, die für sie handeln.

Von zentraler Bedeutung ist regelmäßig der Vorstand.

Abhängig von Satzung und Ausgestaltung können weitere Organe vorgesehen werden, beispielsweise:

  • Stiftungsrat
  • Kuratorium
  • Beirat

Die genaue Organisationsstruktur hängt von der jeweiligen Stiftung ab.

Wem gehört eine Stiftung?

Eine rechtsfähige Stiftung gehört nicht wie eine GmbH ihren Gesellschaftern oder wie eine Aktiengesellschaft ihren Aktionären.

Sie hat grundsätzlich keine Eigentümer, Gesellschafter oder Mitglieder in diesem Sinne.

Das auf eine rechtsfähige Stiftung übertragene Vermögen gehört der Stiftung selbst.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zu vielen anderen Organisationsformen.

Kann der Stifter sein Vermögen zurückholen?

Wer Vermögen wirksam auf eine eigenständige Stiftung überträgt, sollte nicht davon ausgehen, darüber anschließend weiterhin wie über sein persönliches Vermögen verfügen zu können.

Die Stiftung und ihre Organe sind an Stiftungszweck, Satzung und gesetzliche Vorgaben gebunden.

Gerade deshalb muss die Gründung einer Stiftung langfristig geplant werden.

Stiftung oder Verein – Unterschied

Ein wesentlicher Unterschied besteht in der Grundstruktur.

Stiftung Verein
Vermögen und Stiftungszweck stehen im Mittelpunkt Mitglieder stehen im Mittelpunkt
grundsätzlich keine Mitglieder hat Mitglieder
Willensbildung nach Stiftungsverfassung und Organstruktur Mitglieder wirken über Vereinsorgane an Entscheidungen mit
häufig langfristige Zweckbindung stärker mitgliederbezogene Struktur

Stiftung oder GmbH – Unterschied

Eine GmbH hat Gesellschafter, denen Geschäftsanteile gehören.

Eine rechtsfähige Stiftung hat dagegen keine Gesellschafter.

Während die Gesellschafter einer GmbH grundsätzlich über ihre gesellschaftsrechtlichen Rechte Einfluss ausüben können, orientiert sich die Stiftung dauerhaft an ihrem festgelegten Stiftungszweck und ihrer Satzung.

Vorteile einer Stiftung

Abhängig vom jeweiligen Zweck kann eine Stiftung verschiedene Vorteile bieten:

  • langfristige Bindung von Vermögen an einen bestimmten Zweck
  • langfristige Vermögensstruktur
  • Möglichkeit zur Förderung gemeinnütziger Zwecke
  • Möglichkeit zur strukturierten Familienversorgung
  • Gestaltung der Unternehmensnachfolge
  • Fortführung der Vorstellungen des Stifters über dessen Lebenszeit hinaus

Nachteile einer Stiftung

Eine Stiftung bringt jedoch auch Einschränkungen und Aufwand mit sich.

Dazu können gehören:

  • Gründungs- und Verwaltungsaufwand
  • langfristige Bindung des Vermögens
  • begrenzte nachträgliche Änderungsmöglichkeiten
  • rechtliche und steuerliche Komplexität
  • Kosten für Verwaltung und Beratung
  • je nach Stiftungsform staatliche Aufsicht

Eine Stiftung ist deshalb nicht für jede Vermögens- oder Nachfolgesituation geeignet.

Steuern bei einer Stiftung

Die steuerliche Behandlung hängt stark von der jeweiligen Stiftung und ihrem Zweck ab.

Gemeinnützige Stiftungen können bei Erfüllung der steuerrechtlichen Voraussetzungen von verschiedenen Steuervergünstigungen profitieren.

Bei privatnützigen Stiftungen gelten dagegen andere steuerliche Rahmenbedingungen.

Relevant können beispielsweise sein:

  • Körperschaftsteuer
  • Gewerbesteuer bei entsprechenden Tätigkeiten
  • Erbschaft- und Schenkungsteuer
  • Besteuerung von Leistungen an Begünstigte

Bei Familienstiftungen ist zudem die sogenannte Erbersatzsteuer von besonderer Bedeutung. Die steuerlichen Folgen einer Stiftung sollten deshalb vor der Gründung individuell geprüft werden.

Häufige Fragen zur Stiftung

Was ist eine Stiftung einfach erklärt?

Bei einer Stiftung wird Vermögen dauerhaft beziehungsweise entsprechend der jeweiligen Stiftungsform einem bestimmten Zweck gewidmet. Die Stiftung verwendet das Vermögen und seine Erträge nach den festgelegten Regeln.

Wem gehört das Geld einer Stiftung?

Bei einer rechtsfähigen Stiftung gehört das auf sie übertragene Vermögen grundsätzlich der Stiftung selbst.

Hat eine Stiftung Mitglieder?

Nein. Anders als ein Verein hat eine Stiftung grundsätzlich keine Mitglieder.

Muss eine Stiftung gemeinnützig sein?

Nein. Neben gemeinnützigen Stiftungen gibt es auch privatnützige Stiftungen, beispielsweise Familienstiftungen.

Kann eine Stiftung ein Unternehmen besitzen?

Eine Stiftung kann grundsätzlich Unternehmensbeteiligungen halten. Solche Konstruktionen können unter anderem bei der langfristigen Unternehmensnachfolge eingesetzt werden.

Was ist eine Familienstiftung?

Eine Familienstiftung ist eine Stiftung, deren Zweck wesentlich den Interessen einer bestimmten Familie beziehungsweise mehrerer bestimmter Familien dient. Sie gehört typischerweise zu den privatnützigen Stiftungen.

Fazit

Eine Stiftung verbindet Vermögen dauerhaft beziehungsweise langfristig mit einem bestimmten Zweck. Der Stifter legt diesen Zweck bei der Errichtung fest und stattet die Stiftung mit Vermögen aus.

Besonders bekannt sind gemeinnützige Stiftungen. Eine Stiftung muss jedoch nicht gemeinnützig sein. Privatnützige Stiftungen und Familienstiftungen können beispielsweise zur langfristigen Strukturierung von Familienvermögen und zur Versorgung von Familienangehörigen eingesetzt werden.

Charakteristisch für die rechtsfähige Stiftung ist, dass sie keine Mitglieder oder Gesellschafter besitzt. Das Stiftungsvermögen gehört der Stiftung und ist an den festgelegten Zweck gebunden.

Und hier der zweite Artikel als eigenständige Unterseite für **„Privatnützige Stiftung“**:

Privatnützige Stiftung

Eine privatnützige Stiftung ist eine Stiftung, die nicht ausschließlich steuerbegünstigte gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verfolgt, sondern privaten Interessen beziehungsweise einem bestimmten Personenkreis dient.

Die bekannteste Form ist die Familienstiftung. Sie kann beispielsweise dazu dienen, Familienvermögen langfristig zusammenzuhalten, Angehörige wirtschaftlich zu unterstützen oder Unternehmensbeteiligungen über mehrere Generationen in einer einheitlichen Struktur zu erhalten.

Privatnützige Stiftungen sind von gemeinnützigen Stiftungen zu unterscheiden und genießen nicht automatisch deren steuerliche Vorteile.

Definition: Was ist eine privatnützige Stiftung?

Bei einer privatnützigen Stiftung wird Vermögen einem privaten Stiftungszweck gewidmet.

Begünstigt werden beispielsweise bestimmte Personen oder Familien.

Einfach erklärt: Während eine gemeinnützige Stiftung beispielsweise Wissenschaft, Bildung oder soziale Zwecke fördert, kann eine privatnützige Stiftung gezielt einer Familie oder einem anderen begrenzten privaten Zweck dienen.

Beispiel für eine privatnützige Stiftung

Ein Unternehmer besitzt:

  • Unternehmensbeteiligungen,
  • Immobilien und
  • Kapitalvermögen.

Er möchte verhindern, dass bestimmte Vermögenswerte nach seinem Tod auf zahlreiche Erben verteilt werden.

Ein möglicher Ansatz kann die Errichtung einer Familienstiftung sein.

Bestimmte Vermögenswerte werden auf die Stiftung übertragen. Sie gehören anschließend grundsätzlich der Stiftung und werden entsprechend dem festgelegten Stiftungszweck und der Satzung verwaltet.

Familienmitglieder können nach den dafür festgelegten Regeln Leistungen von der Stiftung erhalten.

Privatnützige Stiftung und Familienstiftung

Die Familienstiftung ist der wichtigste praktische Anwendungsfall der privatnützigen Stiftung.

Eine Familienstiftung dient wesentlich den Interessen einer oder mehrerer bestimmter Familien.

Mögliche Ziele sind:

  • langfristiger Erhalt von Familienvermögen
  • Versorgung von Familienmitgliedern
  • Bündelung von Unternehmensanteilen
  • Gestaltung der Unternehmensnachfolge
  • Vermeidung einer starken Zersplitterung bestimmter Vermögenswerte

Die Begriffe privatnützige Stiftung und Familienstiftung sind dennoch nicht vollkommen identisch. „Privatnützig“ beschreibt allgemein den privaten Zweck, während „Familienstiftung“ eine auf Familieninteressen ausgerichtete Stiftung bezeichnet.

Privatnützige und gemeinnützige Stiftung – Unterschied

Der entscheidende Unterschied liegt im Stiftungszweck.

Privatnützige Stiftung Gemeinnützige Stiftung
dient privaten Zwecken beziehungsweise Begünstigten verfolgt steuerbegünstigte gemeinnützige Zwecke
z. B. Versorgung einer Familie z. B. Förderung von Wissenschaft oder Bildung
keine automatische Gemeinnützigkeit kann bei Erfüllung der Voraussetzungen steuerbegünstigt sein
häufig als Familienstiftung häufig Förderung gesellschaftlicher Zwecke

Wer kann von einer privatnützigen Stiftung profitieren?

Wer Leistungen erhalten kann, richtet sich nach Zweck und Satzung der jeweiligen Stiftung.

Bei einer Familienstiftung können beispielsweise bestimmte:

  • Kinder
  • Enkel
  • weitere Nachkommen
  • andere definierte Familienangehörige

als Begünstigte vorgesehen werden.

Solche Begünstigten werden häufig als Destinatäre bezeichnet.

Welche konkreten Ansprüche sie besitzen, hängt von der jeweiligen Gestaltung der Stiftung ab.

Was sind Destinatäre?

Als Destinatäre werden Personen bezeichnet, die nach dem Stiftungszweck beziehungsweise der Satzung Leistungen einer Stiftung erhalten können.

Bei einer Familienstiftung können dies beispielsweise die Nachkommen des Stifters sein.

Destinatäre sind jedoch nicht mit Gesellschaftern einer GmbH oder Aktionären einer Aktiengesellschaft gleichzusetzen.

Sie besitzen die Stiftung nicht.

Wem gehört das Vermögen einer Familienstiftung?

Nach einer wirksamen Übertragung auf eine rechtsfähige Stiftung gehört das Vermögen grundsätzlich der Stiftung selbst.

Das bedeutet beispielsweise:

Ein Unternehmer überträgt Unternehmensanteile auf seine Familienstiftung.

Danach ist grundsätzlich die Stiftung Inhaberin der übertragenen Beteiligung und nicht mehr der Unternehmer persönlich.

Auch die begünstigten Familienmitglieder sind nicht automatisch Eigentümer dieses Vermögens.

Das ist ein entscheidendes Merkmal des Stiftungsmodells.

Privatnützige Stiftung für Immobilien

Auch Immobilien können Bestandteil eines Stiftungsvermögens sein.

Eine Familienstiftung kann beispielsweise:

  • Wohnimmobilien
  • Gewerbeimmobilien
  • Grundstücke

halten.

Mieteinnahmen fließen dann grundsätzlich der Stiftung zu. Die weitere Verwendung richtet sich nach der Satzung, dem Stiftungszweck sowie den steuerlichen und rechtlichen Vorgaben.

Eine Übertragung von Immobilien auf eine Stiftung muss insbesondere wegen möglicher steuerlicher Folgen sorgfältig geprüft werden.

Privatnützige Stiftung für Unternehmensanteile

Besonders interessant können privatnützige Stiftungen im Zusammenhang mit Familienunternehmen sein.

Ein Problem bei der Unternehmensnachfolge kann darin bestehen, dass sich Unternehmensanteile über mehrere Generationen auf immer mehr Erben verteilen.

Werden Unternehmensanteile dagegen von einer Stiftung gehalten, bleiben sie grundsätzlich bei der Stiftung.

Dadurch kann eine langfristig einheitlichere Eigentümerstruktur ermöglicht werden.

Die konkrete Ausgestaltung von Stimmrechten, Geschäftsführung und Kontrolle muss jedoch sorgfältig geplant werden.

Kann der Stifter weiterhin über das Vermögen verfügen?

Das auf eine rechtsfähige Stiftung übertragene Vermögen ist grundsätzlich vom persönlichen Vermögen des Stifters getrennt.

Der Stifter kann deshalb nicht einfach so darüber verfügen, als würde es ihm weiterhin persönlich gehören.

Welche Einflussmöglichkeiten der Stifter über Stiftungsorgane und die Satzung besitzt, hängt von der konkreten Gestaltung und den gesetzlichen Grenzen ab.

Die Vermögensübertragung auf eine Stiftung sollte daher als langfristige Entscheidung verstanden werden.

Privatnützige Stiftung und Erbschaft

Eine Familienstiftung kann dazu führen, dass bestimmte Vermögenswerte nicht bei jedem Generationenwechsel erneut unmittelbar auf einzelne Erben übertragen werden.

Das Vermögen verbleibt bei der Stiftung.

Familienmitglieder können stattdessen entsprechend den Stiftungsregeln begünstigt werden.

Das bedeutet allerdings nicht, dass sich damit sämtliche erbschaft- oder schenkungsteuerlichen Belastungen vermeiden lassen.

Gerade bei Familienstiftungen existieren besondere steuerliche Regelungen.

Was ist die Erbersatzsteuer?

Bei Familienstiftungen ist in Deutschland die sogenannte Erbersatzsteuer von besonderer Bedeutung.

Vereinfacht ausgedrückt berücksichtigt das Steuerrecht damit, dass das Vermögen einer Familienstiftung nicht wie gewöhnliches Privatvermögen bei jedem Todesfall auf die nächste Generation übergeht.

Für bestimmte Familienstiftungen wird deshalb in regelmäßigen Abständen ein erbschaftsteuerlicher Generationenwechsel fingiert.

Die konkrete Berechnung kann komplex sein und hängt von den jeweils geltenden steuerlichen Vorschriften und dem Vermögen der Stiftung ab.

Steuern bei einer privatnützigen Stiftung

Privatnützige Stiftungen sind nicht automatisch steuerbefreit.

Je nach Sachverhalt können unter anderem relevant sein:

  • Körperschaftsteuer
  • Gewerbesteuer
  • Kapitalertragsteuer
  • Erbschaft- und Schenkungsteuer
  • Erbersatzsteuer bei Familienstiftungen
  • Besteuerung von Leistungen an Begünstigte

Welche Steuern tatsächlich entstehen, hängt stark von Vermögensstruktur, Tätigkeiten, Begünstigten und konkreter Ausgestaltung ab.

Eine Stiftung sollte deshalb nicht allein mit dem Ziel gegründet werden, vermeintlich Steuern zu sparen.

Vorteile einer privatnützigen Stiftung

Je nach Ausgangssituation kann eine privatnützige Stiftung verschiedene Vorteile bieten:

  • langfristige Bündelung von Vermögen
  • Vermeidung einer Zersplitterung bestimmter Vermögenswerte
  • langfristige Strukturierung der Unternehmensnachfolge
  • Versorgung bestimmter Familienmitglieder
  • Vermögen bleibt über Generationen in einer eigenständigen Struktur
  • Stiftungszweck kann langfristige Leitlinien vorgeben

Nachteile einer privatnützigen Stiftung

Den möglichen Vorteilen stehen erhebliche Einschränkungen gegenüber.

Dazu können gehören:

  • Vermögen ist langfristig an die Stiftung gebunden
  • komplexe Gründung
  • laufende Verwaltungskosten
  • steuerlicher Beratungsbedarf
  • begrenzte Flexibilität bei späteren Änderungen
  • stiftungsrechtliche Vorgaben
  • Erbersatzsteuer bei entsprechenden Familienstiftungen

Eine privatnützige Stiftung ist deshalb insbesondere eine langfristige Gestaltungsform und nicht einfach ein flexibles Anlagekonto für Familienvermögen.

Für wen kann eine privatnützige Stiftung interessant sein?

Eine privatnützige Stiftung kann insbesondere bei größeren und langfristig zu strukturierenden Vermögen geprüft werden.

Typische Fragestellungen sind beispielsweise:

  • Wie bleibt ein Familienunternehmen langfristig zusammen?
  • Wie können bestimmte Immobilien dauerhaft gebündelt werden?
  • Wie können mehrere Generationen berücksichtigt werden?
  • Wie soll Familienvermögen langfristig verwaltet werden?

Ob eine Stiftung dafür tatsächlich geeignet ist, hängt jedoch vom Einzelfall ab.

Häufige Fragen zur privatnützigen Stiftung

Was ist eine privatnützige Stiftung einfach erklärt?

Eine privatnützige Stiftung ist eine Stiftung, die privaten Interessen beziehungsweise bestimmten Begünstigten dient. Ein typisches Beispiel ist eine Familienstiftung.

Ist eine privatnützige Stiftung gemeinnützig?

Nein. Gerade die Verfolgung privater Zwecke unterscheidet sie von einer steuerbegünstigten gemeinnützigen Stiftung.

Was ist der Unterschied zwischen Familienstiftung und privatnütziger Stiftung?

Privatnützige Stiftung ist der weiter gefasste Begriff. Eine Familienstiftung ist eine typische Form der privatnützigen Stiftung, deren Zweck wesentlich auf eine bestimmte Familie ausgerichtet ist.

Wem gehört das Vermögen einer Familienstiftung?

Bei einer rechtsfähigen Familienstiftung gehört das wirksam übertragene Vermögen grundsätzlich der Stiftung selbst und nicht mehr unmittelbar dem Stifter oder den begünstigten Familienmitgliedern.

Können Kinder Geld aus einer Familienstiftung erhalten?

Familienangehörige können nach Maßgabe von Stiftungszweck und Satzung als Begünstigte vorgesehen werden. Ob, wann und in welcher Höhe Leistungen erfolgen, hängt von der konkreten Gestaltung ab.

Spart eine Familienstiftung automatisch Steuern?

Nein. Privatnützige Familienstiftungen unterliegen verschiedenen steuerlichen Regelungen. Insbesondere können bei Errichtung, laufender Tätigkeit, Ausschüttungen und im Zusammenhang mit der Erbersatzsteuer steuerliche Belastungen entstehen.

Kann eine Familienstiftung Immobilien besitzen?

Grundsätzlich kann eine Stiftung Immobilien halten. Bei der Übertragung und laufenden Verwaltung müssen jedoch insbesondere stiftungs-, steuer- und gegebenenfalls gesellschaftsrechtliche Aspekte berücksichtigt werden.

Kann eine Stiftung Unternehmensanteile besitzen?

Ja. Familienstiftungen können Unternehmensbeteiligungen halten und werden deshalb unter anderem als mögliche Struktur für langfristige Unternehmensnachfolgen eingesetzt.

Fazit

Eine privatnützige Stiftung dient privaten Zwecken und ist von einer gemeinnützigen Stiftung zu unterscheiden. Der bekannteste Anwendungsfall ist die Familienstiftung.

Sie kann beispielsweise eingesetzt werden, um Familienvermögen, Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen langfristig zu bündeln und Familienangehörige nach festgelegten Regeln zu begünstigen.

Das Vermögen einer rechtsfähigen Stiftung gehört dabei grundsätzlich der Stiftung selbst. Weder der Stifter noch die begünstigten Familienmitglieder können darüber ohne Weiteres wie über eigenes Privatvermögen verfügen.

Gerade diese langfristige Vermögensbindung kann ein wesentlicher Vorteil, gleichzeitig aber auch ein entscheidender Nachteil einer privatnützigen Stiftung sein. Hinzu kommen komplexe steuerliche Regelungen, insbesondere bei Familienstiftungen. Eine solche Konstruktion erfordert daher eine langfristige rechtliche, steuerliche und wirtschaftliche Planung.

 

Diesen Artikel zitieren

„Stiftung“. Wirtschaftslexikon.de, 19.09.2026. https://wirtschaftslexikon.de/stiftung/

BibTeX für LaTeX, RIS für Literaturverwaltungsprogramme. Die Angaben verweisen auf die aktuelle Artikelseite, nicht auf eine archivierte Fassung.

0 Kommentare

Hast du eine Frage oder ein Praxisbeispiel? Teile es mit uns.

Antwort abbrechen

Dranbleiben

Weitere hilfreiche Einstiege

Proforma-Rechnung Eine Proforma-Rechnung ist ein Dokument, das äußerlich einer normalen Rechnung ähnelt, jedoch grundsätzlich keine gewöhnliche Zahlungsaufforderung... Präsentation Eine Präsentation dient dazu, Informationen, Ideen, Ergebnisse oder Produkte strukturiert vor einem Publikum darzustellen. Sie kann... Potenzieller Kunde Ein potenzieller Kunde ist eine Person oder ein Unternehmen, die beziehungsweise das grundsätzlich als Käufer eines...

Beitragsnavigation

← Vorheriger BeitragProforma-Rechnung

Neueste Beiträge

  • Stiftung
  • Proforma-Rechnung
  • Geschäftsgrundriss
  • Eyecatcher
  • Visual Merchandising
  1. Bruder Johannes XY zu Lithium, Silber und Gold26. Januar 2026

    Preis-Vergleich Gold und Lithium - Jänner 2026 Der aktuelle Lithiumpreis pro kg liegt bei etwa 17.100 USD pro kg. (171.000…

  2. Rico zu Drei-Schichten-Modell9. Januar 2026

    Wo finde ich die wissenschaftliche Fachquelle zu dieser Aussage?

  3. Ralph zu Cap-Darlehen2. Mai 2024

    Grüße von boersenwissen.info

  4. Ralph zu Bilanz2. Mai 2024

    Viele Grüße, Schaut auch mal bei uns rein

  5. Compliance - Wirtschaftslexikon.de zu Corporate Governance19. Oktober 2023

    […] hat in den letzten Jahren aufgrund strengerer Vorschriften und einer verstärkten Betonung der Corporate Governance erheblich zugenommen. Unternehmen müssen…

Kategorien

  • A
  • Allgemein
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z

Seiten

  • Beitrag erstellen
  • Beitrag fehlt
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Ohne Anmeldung einen Beitrag erstellen
  • Wirtschaftslexikon
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Datenschutz & Nutzungsbedingungen

Wirtschaftslexikon.de

Wirtschaftsbegriffe, Kennzahlen und Praxiswissen verständlich erklärt.

  • Impressum
  • Datenschutz
  • Datenschutz & Nutzungsbedingungen