Entstehung von HIV
Das Humane Immundefizienz-Virus, kurz HIV, gehört zu den bedeutendsten Viruserkrankungen der Neuzeit. Seine Entstehung reicht deutlich weiter zurück, als lange Zeit angenommen wurde. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass HIV nicht künstlich erzeugt wurde, sondern das Ergebnis eines natürlichen Anpassungsprozesses ist, bei dem ein Tier-Virus auf den Menschen überging.
HIV zählt zu den Retroviren. Diese besitzen die besondere Fähigkeit, ihr Erbgut in das menschliche Immunsystem einzuschleusen. Nach der Infektion werden vor allem bestimmte Abwehrzellen, die sogenannten CD4-T-Helferzellen, angegriffen und schrittweise zerstört. Genau dieser Mechanismus macht HIV so gefährlich, da die körpereigene Immunabwehr zunehmend geschwächt wird.
Ursprung des HI-Virus
Der Ursprung von HIV liegt nach heutigem Forschungsstand in Zentralafrika. Dort existieren bei Affenarten seit sehr langer Zeit ähnliche Viren, die als SIV (Simian Immunodeficiency Virus) bezeichnet werden. Diese verursachen bei den Tieren meist keine schweren Erkrankungen.
Der entscheidende Schritt erfolgte, als das Virus durch engen Kontakt vom Tier auf den Menschen übertragen wurde. Dies geschah vermutlich bei der Jagd und Verarbeitung von Wildtieren, insbesondere Schimpansen und Mangaben. Kleine Verletzungen reichten aus, damit infiziertes Blut in den menschlichen Körper gelangen konnte.
Entwicklung von HIV-1 und HIV-2
Es existieren zwei Haupttypen von HIV, die sich in ihrer Herkunft und Verbreitung unterscheiden:
| HIV-Typ | Ursprung | Verbreitung | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| HIV-1 | Schimpansen (Zentralafrika) | Weltweit | Höhere Übertragbarkeit |
| HIV-2 | Rußmangaben (Westafrika) | Vor allem Westafrika | Langsamer Krankheitsverlauf |
HIV-1 ist für den überwiegenden Teil der weltweiten Infektionen verantwortlich, während HIV-2 deutlich seltener vorkommt.
Übertragung von HIV
HIV wird ausschließlich über bestimmte Körperflüssigkeiten übertragen. Dazu zählen Blut, Sperma, Vaginalsekret, Rektalsekret sowie Muttermilch. Eine Übertragung setzt voraus, dass diese Flüssigkeiten direkt in den Blutkreislauf oder auf Schleimhäute gelangen.
Häufige Übertragungswege
Die wichtigsten bekannten Infektionswege lassen sich übersichtlich darstellen:
| Übertragungsweg | Risiko | Erklärung |
|---|---|---|
| Ungeschützter Geschlechtsverkehr | Hoch | Schleimhäute ermöglichen direkten Viruseintritt |
| Gemeinsame Nutzung von Spritzen | Sehr hoch | Direkter Blutkontakt |
| Mutter-Kind-Übertragung | Mittel | Während Schwangerschaft, Geburt oder Stillzeit |
| Bluttransfusionen (heute selten) | Sehr gering | Durch moderne Tests nahezu ausgeschlossen |
Keine Ansteckung im Alltag
HIV wird nicht durch alltägliche Kontakte übertragen. Händeschütteln, Küssen, gemeinsames Essen, Husten, Niesen oder die Nutzung derselben Toilette stellen kein Infektionsrisiko dar. Auch Insektenstiche spielen bei der Übertragung keine Rolle.
Zusammenfassung der wichtigsten Fakten
HIV entstand durch eine natürliche Virusübertragung vom Tier auf den Menschen und verbreitete sich zunächst regional, bevor es sich global ausbreitete. Die Übertragung erfolgt ausschließlich über bestimmte Körperflüssigkeiten und kann durch gezielte Präventionsmaßnahmen weitgehend verhindert werden. Dank moderner Medizin ist HIV heute gut behandelbar, auch wenn eine Heilung bislang nicht möglich ist.