Eine Abbuchung bedeutet, dass ein Geldbetrag von einem Konto abgezogen wird. Der Kontostand oder das verfügbare Guthaben verringert sich entsprechend. Im Alltag ist mit einer Abbuchung meistens eine Zahlung per Lastschrift gemeint. Der Begriff kann jedoch auch andere Kontobelastungen bezeichnen.
Typische Beispiele sind die monatliche Stromrechnung, der Mitgliedsbeitrag eines Vereins, eine Versicherungsprämie oder die Bezahlung eines Einkaufs. Auf dem Kontoauszug erscheinen solche Zahlungen häufig als Lastschrift, Kartenzahlung oder Überweisung.
Was ist eine Abbuchung?
Eine Abbuchung ist zunächst nur eine Belastung des Kontos. Sie beschreibt also das Ergebnis eines Zahlungsvorgangs: Geld verlässt das Konto.
Wie die Zahlung ausgelöst wurde, lässt sich aus dem Wort allein nicht erkennen. Hinter einer Abbuchung kann beispielsweise stehen:
- eine SEPA-Lastschrift,
- eine Kartenzahlung,
- eine Überweisung,
- ein Dauerauftrag,
- eine Bargeldabhebung,
- eine Bankgebühr oder
- eine Korrekturbuchung der Bank.
Um eine Abbuchung richtig einzuordnen, sollte deshalb immer der Buchungstext im Online-Banking oder auf dem Kontoauszug geprüft werden.
Wie funktioniert eine Abbuchung per Lastschrift?
Bei einer Lastschrift geht die Zahlung vom Zahlungsempfänger aus. Ein Unternehmen, Verein oder anderer Gläubiger zieht den fälligen Betrag vom Konto des Kunden ein.
Dafür benötigt der Zahlungsempfänger normalerweise ein SEPA-Lastschriftmandat. Mit diesem Mandat erlaubt der Kontoinhaber, dass der Zahlungsempfänger Geld vom angegebenen Konto einziehen darf.
Der Ablauf sieht meistens so aus:
- Der Kunde erteilt dem Zahlungsempfänger ein Lastschriftmandat.
- Der Zahlungsempfänger kündigt Betrag und Fälligkeit an.
- Die Lastschrift wird bei der Bank eingereicht.
- Die Bank belastet das Konto des Kunden.
- Der Betrag wird dem Konto des Zahlungsempfängers gutgeschrieben.
In der Regel soll die sogenannte Vorabinformation mindestens 14 Kalendertage vor der Fälligkeit erfolgen. Vertraglich kann jedoch eine kürzere Frist vereinbart werden.
Abbuchung, Lastschrift und Überweisung: der Unterschied
Abbuchung
Die Abbuchung ist der allgemeine Vorgang, bei dem ein Konto belastet wird. Sie ist nicht zwangsläufig eine eigene Zahlungsart.
Lastschrift
Bei einer Lastschrift zieht der Zahlungsempfänger den Betrag ein. Voraussetzung ist grundsätzlich ein gültiges Lastschriftmandat. Lastschriften eignen sich besonders für regelmäßig wiederkehrende oder unterschiedlich hohe Rechnungen.
Überweisung
Eine Überweisung wird vom Kontoinhaber selbst ausgelöst. Er bestimmt den Empfänger, den Betrag und den Zeitpunkt der Zahlung.
Dauerauftrag
Auch ein Dauerauftrag wird vom Kontoinhaber eingerichtet. Die Bank überweist anschließend regelmäßig einen festgelegten Betrag, beispielsweise jeden Monat die Miete.
Was steht bei einer Abbuchung auf dem Kontoauszug?
Der Buchungstext enthält je nach Zahlungsart unterschiedliche Angaben. Bei einer SEPA-Lastschrift können unter anderem folgende Informationen erscheinen:
- Name des Zahlungsempfängers,
- Betrag und Buchungsdatum,
- Verwendungszweck,
- Gläubiger-Identifikationsnummer,
- Mandatsreferenz und
- Art der Buchung.
Die Gläubiger-Identifikationsnummer und die Mandatsreferenz helfen dabei, den Zahlungsempfänger und das zugehörige Lastschriftmandat eindeutig zu erkennen.
Kann man eine Abbuchung zurückholen?
Ob eine Abbuchung zurückgeholt werden kann, hängt von der Zahlungsart und der Autorisierung ab.
Autorisierte SEPA-Basislastschrift
Eine SEPA-Basislastschrift mit gültigem Mandat kann innerhalb von acht Wochen ab dem Tag der Kontobelastung ohne Angabe von Gründen zurückgegeben werden. Das ist häufig direkt im Online-Banking möglich.
Lastschrift ohne gültiges Mandat
Wurde der Betrag ohne gültiges Mandat eingezogen, handelt es sich um eine nicht autorisierte Lastschrift. Diese muss der Bank unverzüglich nach ihrer Entdeckung gemeldet werden. Ansprüche können grundsätzlich bis spätestens 13 Monate nach der Belastung geltend gemacht werden.
SEPA-Firmenlastschrift
Die SEPA-Firmenlastschrift ist ausschließlich für Zahlungen zwischen Unternehmen vorgesehen. Bei einer autorisierten Firmenlastschrift besteht nach der Belastung grundsätzlich keine Möglichkeit, den Betrag ohne Angabe von Gründen zurückzugeben. Eine nicht autorisierte Firmenlastschrift kann dagegen ebenfalls beanstandet werden.
Wichtig: Die Rückgabe einer Lastschrift beendet nicht automatisch den zugrunde liegenden Vertrag. Besteht die Forderung weiterhin, kann der Zahlungsempfänger den Betrag erneut verlangen oder eine Mahnung versenden.
Wie lässt sich eine Lastschrift zurückbuchen?
Viele Banken bieten in ihrer Umsatzanzeige eine Funktion wie „Lastschrift zurückgeben“ oder „Rückbuchung veranlassen“ an. Alternativ kann die Bank kontaktiert werden.
Vor einer Rückbuchung sollte geprüft werden:
- Wer hat den Betrag eingezogen?
- Besteht ein Vertrag oder eine Bestellung?
- Stimmen Betrag und Fälligkeit?
- Wurde ein SEPA-Mandat erteilt?
- Handelt es sich vielleicht nur um einen unbekannten Firmennamen?
Bei einer verdächtigen oder unbekannten Belastung sollte die Bank möglichst schnell informiert werden. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, den Zahlungsempfänger zu kontaktieren und das Lastschriftmandat zu widerrufen.
Was ist eine Rücklastschrift?
Eine Rücklastschrift entsteht, wenn eine eingereichte Lastschrift nicht ausgeführt oder nachträglich zurückgegeben wird. Mögliche Gründe sind:
- Das Konto ist nicht ausreichend gedeckt.
- Die Kontodaten sind falsch.
- Das Konto wurde geschlossen.
- Der Kontoinhaber hat der Lastschrift widersprochen.
- Es liegt kein gültiges Mandat vor.
- Die Bank hat das Konto für bestimmte Lastschriften gesperrt.
Eine Rücklastschrift kann zusätzliche Kosten verursachen. Besteht die Forderung weiterhin, sollte sie möglichst schnell auf einem anderen Weg bezahlt werden, um Mahnungen oder weitere Gebühren zu vermeiden.
Kann man zukünftige Abbuchungen verhindern?
Ein SEPA-Lastschriftmandat kann grundsätzlich gegenüber dem Zahlungsempfänger widerrufen werden. Die eigene Bank sollte ebenfalls informiert werden. Je nach Bank lassen sich außerdem einzelne Zahlungsempfänger oder sämtliche Lastschriften sperren.
Der Widerruf des Lastschriftmandats beendet allerdings nicht automatisch einen Vertrag. Ein Mobilfunkvertrag, eine Mitgliedschaft oder ein Abonnement muss unabhängig davon ordnungsgemäß gekündigt werden.
Was war das Abbuchungsauftragsverfahren?
Früher gab es in Deutschland neben der Einzugsermächtigung das sogenannte Abbuchungsauftragsverfahren. Dabei erteilte der Kontoinhaber seiner Bank einen Auftrag, Lastschriften eines bestimmten Zahlungsempfängers einzulösen.
Mit der Umstellung auf den einheitlichen europäischen Zahlungsverkehr wurden die früheren nationalen Lastschriftverfahren ab 2014 weitgehend durch die SEPA-Basislastschrift und die SEPA-Firmenlastschrift ersetzt. Der historische Begriff „Abbuchungsauftrag“ wird im Alltag teilweise weiterhin verwendet, entspricht aber nicht der heutigen üblichen SEPA-Basislastschrift.
Beispiel für eine Abbuchung
Ein Energieversorger stellt einem Kunden für den vergangenen Monat 86 Euro in Rechnung. Der Kunde hat zuvor ein SEPA-Lastschriftmandat erteilt. Am vereinbarten Fälligkeitstag zieht der Versorger die 86 Euro vom Girokonto ein.
Auf dem Kontoauszug erscheint eine Belastung über 86 Euro. Dabei handelt es sich um eine Abbuchung in Form einer SEPA-Basislastschrift.
Häufige Fragen zur Abbuchung
Ist jede Abbuchung eine Lastschrift?
Nein. Auch Überweisungen, Kartenzahlungen, Bargeldabhebungen und Bankgebühren führen zu einer Abbuchung. Eine Lastschrift ist nur eine mögliche Form der Kontobelastung.
Wie lange kann ich eine Lastschrift zurückbuchen?
Eine autorisierte SEPA-Basislastschrift kann innerhalb von acht Wochen ohne Angabe von Gründen zurückgegeben werden. Bei einer nicht autorisierten Lastschrift gilt grundsätzlich eine Frist von bis zu 13 Monaten. Die Bank sollte dennoch unverzüglich informiert werden.
Kann eine vorgemerkte Abbuchung bereits zurückgebucht werden?
Eine vorgemerkte Zahlung ist häufig noch nicht endgültig gebucht. Ob sie gestoppt werden kann, hängt von der Zahlungsart und der Bank ab. Bei einer bevorstehenden Lastschrift ist ein Widerruf gegenüber der Bank grundsätzlich bis zum Ende des Geschäftstags vor dem vereinbarten Fälligkeitstag möglich.
Was passiert bei unzureichendem Guthaben?
Reicht das Guthaben einschließlich eines vereinbarten Dispositionsrahmens nicht aus, kann die Bank die Lastschrift ablehnen. Die Forderung bleibt trotzdem bestehen und muss anschließend auf einem anderen Weg bezahlt werden.
Beendet eine Rückbuchung den Vertrag?
Nein. Eine Rückbuchung betrifft nur den Zahlungsvorgang. Ein bestehender Vertrag oder eine berechtigte Forderung bleibt dadurch grundsätzlich bestehen.
Kurz zusammengefasst
Eine Abbuchung ist eine Belastung des Bankkontos. Umgangssprachlich ist damit häufig eine SEPA-Lastschrift gemeint. Autorisierte Basislastschriften lassen sich innerhalb von acht Wochen zurückgeben. Fehlt ein gültiges Mandat, können Ansprüche grundsätzlich bis zu 13 Monate nach der Belastung geltend gemacht werden. Eine Rückbuchung hebt jedoch weder einen Vertrag noch eine berechtigte Forderung automatisch auf.
Hinweis: Dieser Beitrag bietet eine allgemeine Übersicht und stellt keine Rechts- oder Finanzberatung dar. Bei einem konkreten Streitfall sollten die Bank, eine Verbraucherberatungsstelle oder eine entsprechend qualifizierte Rechtsberatung kontaktiert werden.
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