Als Aufstocker werden Personen bezeichnet, deren eigenes Einkommen nicht ausreicht, um ihren anerkannten Lebensunterhalt vollständig zu decken und die deshalb ergänzende staatliche Leistungen erhalten.
Der Begriff wird vor allem im Zusammenhang mit Erwerbstätigen verwendet, die trotz Arbeit zusätzliche Sozialleistungen benötigen.
Was bedeutet Aufstocker?
Ein Aufstocker verfügt grundsätzlich über eigenes Einkommen, beispielsweise aus:
- einer Vollzeitbeschäftigung,
- einer Teilzeitbeschäftigung,
- einem Minijob oder
- einer selbstständigen Tätigkeit.
Reicht dieses Einkommen nicht aus, um den gesetzlich anerkannten Bedarf des Haushalts zu decken, können unter bestimmten Voraussetzungen ergänzende Leistungen beantragt werden.
Warum gibt es Aufstocker?
Dass Erwerbstätige trotz Arbeit zusätzliche Unterstützung benötigen, kann verschiedene Gründe haben.
Dazu gehören beispielsweise:
- ein niedriges Erwerbseinkommen,
- geringe Arbeitszeiten,
- hohe angemessene Wohnkosten,
- mehrere Personen im Haushalt,
- Kinder,
- Alleinerziehung oder
- schwankende Einkünfte bei Selbstständigen.
Nicht allein die Höhe des Stundenlohns entscheidet deshalb darüber, ob ein Anspruch auf ergänzende Leistungen besteht.
Wer gilt als Aufstocker?
Im allgemeinen Sprachgebrauch gilt eine erwerbstätige Person als Aufstocker, wenn sie Einkommen aus Arbeit erzielt und zusätzlich staatliche Grundsicherungsleistungen erhält.
Dabei wird das Einkommen grundsätzlich auf den jeweiligen Leistungsanspruch angerechnet.
Allerdings wird nicht zwingend jeder verdiente Euro vollständig angerechnet.
Wie funktioniert das Aufstocken?
Vereinfacht wird zunächst geprüft, welchen anerkannten Bedarf eine Person oder ein Haushalt hat.
Dazu können beispielsweise gehören:
- der Regelbedarf,
- angemessene Kosten für Unterkunft und Heizung sowie
- bestimmte Mehrbedarfe.
Anschließend wird das anrechenbare Einkommen berücksichtigt.
Besteht danach noch eine Differenz zwischen Bedarf und anrechenbarem Einkommen, kann diese unter den jeweiligen Voraussetzungen durch staatliche Leistungen ausgeglichen werden.
Beispiel für einen Aufstocker
Angenommen, eine Person erzielt monatlich Einkommen aus einer Teilzeitbeschäftigung.
Nach Anwendung der gesetzlichen Freibeträge reicht das anrechenbare Einkommen jedoch nicht aus, um den anerkannten Bedarf einschließlich der Unterkunftskosten vollständig zu decken.
Die verbleibende Differenz kann unter bestimmten Voraussetzungen durch ergänzende Sozialleistungen ausgeglichen werden.
Die Person „stockt“ ihr Arbeitseinkommen damit durch staatliche Leistungen auf.
Sind nur Geringverdiener Aufstocker?
Nicht unbedingt.
Ob ergänzende Unterstützung erforderlich ist, hängt nicht ausschließlich vom Einkommen ab.
Auch die Größe des Haushalts spielt eine wichtige Rolle.
Eine alleinstehende Person kann beispielsweise mit einem bestimmten Einkommen ihren Bedarf decken, während dasselbe Einkommen bei einem Haushalt mit mehreren Kindern möglicherweise nicht ausreicht.
Können Vollzeitbeschäftigte Aufstocker sein?
Ja.
Auch eine Vollzeitbeschäftigung schließt ergänzende Leistungen nicht grundsätzlich aus.
Entscheidend ist, ob das anrechenbare Einkommen den anerkannten Bedarf des Haushalts deckt.
Können Selbstständige Aufstocker sein?
Auch Selbstständige können grundsätzlich ergänzende Leistungen benötigen.
Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn:
- die Einnahmen niedrig sind,
- die Einkünfte stark schwanken oder
- ein Unternehmen noch nicht genügend Gewinn erwirtschaftet.
Bei Selbstständigen kann die Berechnung des anrechenbaren Einkommens aufgrund von Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben komplexer sein.
Aufstocker und Freibeträge
Bei Erwerbseinkommen können bestimmte Freibeträge berücksichtigt werden.
Dadurch soll erreicht werden, dass eine Person, die arbeitet, finanziell besser gestellt ist als eine Person ohne Erwerbseinkommen.
Ein Teil des Einkommens bleibt deshalb je nach geltender Regelung bei der Berechnung unberücksichtigt.
Was ist der Unterschied zwischen Aufstocker und Arbeitslosem?
Ein Aufstocker ist normalerweise erwerbstätig und erzielt eigenes Einkommen.
Eine arbeitslose Person übt dagegen keine oder nur eine entsprechend begrenzte Erwerbstätigkeit aus.
Beide können jedoch je nach persönlicher Situation Anspruch auf staatliche Unterstützung haben.
Ist „Aufstocker“ ein offizieller Rechtsbegriff?
Der Begriff Aufstocker wird häufig in Medien, Politik und Alltag verwendet.
Er beschreibt anschaulich, dass eigenes Einkommen durch staatliche Leistungen ergänzt beziehungsweise „aufgestockt“ wird.
In gesetzlichen Regelungen werden häufig andere und genauere Bezeichnungen verwendet.
Warum sind Aufstocker wirtschaftspolitisch relevant?
Die Zahl der Aufstocker spielt in wirtschafts- und sozialpolitischen Diskussionen eine wichtige Rolle.
Dabei geht es unter anderem um Fragen wie:
- Höhe von Löhnen
- Mindestlohn
- Teilzeitbeschäftigung
- Wohnkosten
- Steuern und Sozialabgaben
- Arbeitsanreize
- soziale Sicherung
Das Thema betrifft deshalb sowohl den Arbeitsmarkt als auch die Sozialpolitik.
Häufige Fragen zu Aufstockern
Was ist ein Aufstocker einfach erklärt?
Ein Aufstocker ist eine Person, die eigenes Einkommen erzielt, damit aber ihren anerkannten Lebensunterhalt nicht vollständig decken kann und deshalb zusätzliche staatliche Leistungen erhält.
Können Arbeitnehmer aufstocken?
Ja. Auch Arbeitnehmer können ergänzende Leistungen erhalten, wenn ihr anrechenbares Einkommen unter dem anerkannten Bedarf liegt.
Können Vollzeitkräfte Aufstocker sein?
Ja. Eine Vollzeitbeschäftigung schließt dies grundsätzlich nicht aus.
Warum müssen manche Menschen trotz Arbeit aufstocken?
Mögliche Gründe sind niedrige Einkommen, hohe Wohnkosten, Teilzeitbeschäftigung oder ein hoher Bedarf aufgrund der Haushaltsgröße.
Werden Leistungen trotz Einkommen gezahlt?
Unter bestimmten Voraussetzungen ja. Einkommen wird bei der Berechnung berücksichtigt, wobei gesetzliche Freibeträge eine Rolle spielen können.
Fazit: Aufstocker
Ein Aufstocker ist vereinfacht gesagt ein Erwerbstätiger, dessen anrechenbares Einkommen nicht ausreicht, um den anerkannten Lebensunterhalt des Haushalts vollständig zu decken.
In diesem Fall können unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche staatliche Leistungen gezahlt werden. Der Begriff spielt vor allem in Diskussionen über Löhne, Arbeitsmarkt, Sozialleistungen und die finanzielle Situation von Erwerbstätigen eine wichtige Rolle.
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