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Devisenhandel

30. September 20265 Minuten Lesezeit0 KommentareD

Unter Devisenhandel versteht man den Kauf und Verkauf von Währungen beziehungsweise auf fremde Währungen lautenden Forderungen. Dabei wird eine Währung gegen eine andere getauscht. Der internationale Devisenmarkt wird häufig auch als Forex-Markt oder kurz FX-Markt bezeichnet.

Devisenhandel findet beispielsweise statt, wenn Unternehmen Rechnungen in einer fremden Währung bezahlen, Banken Währungen handeln oder Anleger auf Veränderungen von Wechselkursen setzen.

Einfach erklärt: Beim Devisenhandel wird eine Währung gegen eine andere getauscht, beispielsweise Euro gegen US-Dollar.

Was sind Devisen?

Als Devisen werden im engeren Sinne auf ausländische Währungen lautende Forderungen beziehungsweise Zahlungsmittel verstanden.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Begriff häufig weiter gefasst und mit ausländischen Währungen beziehungsweise dem Handel damit verbunden.

Typische Währungen des internationalen Devisenhandels sind beispielsweise:

  • Euro (EUR)
  • US-Dollar (USD)
  • Britisches Pfund (GBP)
  • Japanischer Yen (JPY)
  • Schweizer Franken (CHF)

Was ist ein Währungspaar?

Währungen werden auf dem Devisenmarkt grundsätzlich im Verhältnis zueinander betrachtet.

Deshalb spricht man von Währungspaaren.

Beispiele sind:

  • EUR/USD
  • EUR/GBP
  • EUR/CHF
  • USD/JPY

EUR/USD beschreibt beispielsweise das Verhältnis zwischen Euro und US-Dollar.

Beispiel für einen Wechselkurs

Angenommen, der Wechselkurs beträgt:

EUR/USD = 1,10

Vereinfacht bedeutet dies:

1 Euro = 1,10 US-Dollar

Steigt der Kurs auf 1,15, erhält man für einen Euro entsprechend mehr US-Dollar als zuvor.

Sinkt er auf 1,05, erhält man weniger US-Dollar.

Warum werden Devisen gehandelt?

Devisenhandel findet aus unterschiedlichen Gründen statt.

Dazu gehören:

  • internationaler Warenhandel
  • Bezahlung ausländischer Lieferanten
  • Auslandsinvestitionen
  • Absicherung von Währungsrisiken
  • Spekulation auf Wechselkurse
  • Portfolioverwaltung

Damit erfüllt der Devisenmarkt sowohl praktische Funktionen für die Realwirtschaft als auch Funktionen für den Finanzmarkt.

Devisenhandel im Außenhandel

Für international tätige Unternehmen sind Fremdwährungen besonders wichtig.

Beispiel:

Ein deutsches Unternehmen kauft Maschinen in den USA.

Der amerikanische Lieferant verlangt:

500.000 US-Dollar

Das deutsche Unternehmen verfügt hauptsächlich über Euro und muss daher gegebenenfalls Euro gegen US-Dollar tauschen.

Der Wechselkurs beeinflusst, wie viele Euro das Unternehmen tatsächlich für die Maschinen bezahlen muss.

Währungsrisiko

Unternehmen können durch Veränderungen von Wechselkursen Gewinne oder Verluste erleiden.

Beispiel:

Ein Unternehmen weiß, dass es in drei Monaten eine Rechnung über eine Million US-Dollar bezahlen muss.

Steigt der US-Dollar gegenüber dem Euro bis zum Zahlungstermin deutlich, verteuert sich die Rechnung aus Sicht des Unternehmens.

Dieses Risiko wird als Währungsrisiko beziehungsweise Wechselkursrisiko bezeichnet.

Absicherung gegen Währungsrisiken

Unternehmen können versuchen, zukünftige Wechselkursrisiken abzusichern.

Hierfür können beispielsweise bestimmte:

  • Devisentermingeschäfte
  • Optionen
  • Swaps

eingesetzt werden.

Eine solche Absicherung wird häufig als Hedging bezeichnet.

Devisenkassageschäft

Bei einem Devisenkassageschäft wird der Währungstausch zu einem aktuell vereinbarten Wechselkurs mit marktüblicher kurzfristiger Abwicklung vereinbart.

Der dabei maßgebliche Kurs wird als Kassakurs beziehungsweise Spotkurs bezeichnet.

Devisentermingeschäft

Bei einem Devisentermingeschäft wird heute vereinbart, zu welchem Kurs beziehungsweise zu welchen Konditionen eine Währung zu einem späteren Zeitpunkt gekauft oder verkauft wird.

Dadurch können Unternehmen zukünftige Wechselkurse für bestimmte Geschäfte kalkulierbarer machen.

Spekulation mit Devisen

Devisen können auch mit dem Ziel gehandelt werden, von Wechselkursbewegungen zu profitieren.

Ein Anleger erwartet beispielsweise, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar steigt.

Tritt die erwartete Entwicklung ein, kann eine entsprechende Position einen Gewinn erzielen.

Entwickelt sich der Wechselkurs in die entgegengesetzte Richtung, entstehen Verluste.

Was beeinflusst Wechselkurse?

Wechselkurse werden von zahlreichen Faktoren beeinflusst.

Dazu gehören unter anderem:

  • Zinsentwicklung
  • Inflation
  • Konjunktur
  • Geldpolitik
  • Kapitalbewegungen
  • politische Entwicklungen
  • Erwartungen der Marktteilnehmer
  • Angebot und Nachfrage nach einer Währung

Wechselkurse können deshalb teilweise innerhalb kurzer Zeit deutlich schwanken.

Devisenhandel und Zentralbanken

Zentralbanken spielen für Währungen eine wichtige Rolle.

Insbesondere Entscheidungen über:

  • Leitzinsen
  • Geldmenge
  • geldpolitische Maßnahmen

können Auswirkungen auf Wechselkurse haben.

In bestimmten Situationen können Zentralbanken außerdem selbst am Devisenmarkt tätig werden.

Devisenmarkt und Kapitalmarkt – Unterschied

Der Devisenmarkt konzentriert sich auf den Austausch verschiedener Währungen.

Auf dem Kapitalmarkt werden dagegen insbesondere längerfristige Finanzierungsinstrumente wie Aktien und Anleihen gehandelt beziehungsweise ausgegeben.

Beide Märkte gehören zum Finanzsystem und beeinflussen sich gegenseitig.

Risiken beim Devisenhandel

Der Devisenhandel kann mit erheblichen Risiken verbunden sein.

Dazu gehören:

  • Wechselkursrisiko
  • Marktrisiko
  • Liquiditätsrisiko
  • Kontrahentenrisiko
  • bei gehebelten Produkten besonders hohe Verlustrisiken

Insbesondere spekulativer Handel mit Hebelwirkung kann zu sehr schnellen und erheblichen Verlusten führen.

Häufige Fragen zum Devisenhandel

Was ist Devisenhandel einfach erklärt?

Beim Devisenhandel wird eine Währung gegen eine andere getauscht, beispielsweise Euro gegen US-Dollar.

Was bedeutet Forex?

Forex steht für Foreign Exchange und bezeichnet den internationalen Devisenhandel beziehungsweise Devisenmarkt.

Warum handeln Unternehmen mit Devisen?

Unternehmen benötigen Fremdwährungen beispielsweise zur Bezahlung ausländischer Lieferanten oder zur Absicherung von Wechselkursrisiken.

Was ist ein Währungspaar?

Ein Währungspaar zeigt das Austauschverhältnis zweier Währungen, beispielsweise EUR/USD.

Was ist ein Devisentermingeschäft?

Dabei werden bereits heute Konditionen für einen Währungstausch zu einem zukünftigen Zeitpunkt vereinbart.

Fazit

Der Devisenhandel bezeichnet den Handel beziehungsweise Austausch unterschiedlicher Währungen. Er ist ein wichtiger Bestandteil des internationalen Finanzsystems und insbesondere für Unternehmen mit grenzüberschreitenden Geschäften von Bedeutung.

Neben dem tatsächlichen Währungstausch dient der Devisenmarkt auch der Absicherung von Wechselkursrisiken und der Spekulation auf Kursbewegungen. Wechselkurse werden dabei von zahlreichen wirtschaftlichen und politischen Faktoren beeinflusst.

Diesen Artikel zitieren

„Devisenhandel“. Wirtschaftslexikon.de, 30.09.2026. https://wirtschaftslexikon.de/devisenhandel/

BibTeX für LaTeX, RIS für Literaturverwaltungsprogramme. Die Angaben verweisen auf die aktuelle Artikelseite, nicht auf eine archivierte Fassung.

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