Zum Inhalt springen

Wirtschaftslexikon.de

Verständlich Praxisnah Schnell suchbar
  • A
    • Beitrag fehlt
    • Beitrag erstellen
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
    • W
    • X
    • Y
    • Z
    • Impressum

Derivate

30. September 20265 Minuten Lesezeit0 KommentareD

Derivate sind Finanzinstrumente, deren Wert von der Entwicklung eines anderen Vermögenswertes beziehungsweise einer anderen Bezugsgröße abhängt. Dieser zugrunde liegende Wert wird als Basiswert oder englisch „Underlying“ bezeichnet.

Basiswerte können beispielsweise Aktien, Aktienindizes, Währungen, Zinsen oder Rohstoffe sein.

Derivate werden unter anderem eingesetzt, um Risiken abzusichern oder auf zukünftige Preisentwicklungen zu spekulieren.

Was ist ein Derivat?

Der Begriff Derivat stammt sinngemäß von „ableiten“.

Der Wert des Finanzinstruments wird von einer anderen Größe abgeleitet.

Mögliche Basiswerte sind:

  • Aktien
  • Anleihen
  • Aktienindizes
  • Zinsen
  • Währungen
  • Rohstoffe

Beispiel für ein Derivat

Ein Anleger besitzt ein Derivat auf eine bestimmte Aktie.

Der Wert des Derivats hängt von der Entwicklung dieser Aktie ab.

Steigt oder fällt der Aktienkurs, kann sich dadurch auch der Wert des Derivats verändern.

Wie stark und in welche Richtung dies geschieht, hängt von der konkreten Konstruktion des Derivats ab.

Welche Arten von Derivaten gibt es?

Zu den bekannten Formen gehören:

  • Optionen
  • Futures
  • Forwards
  • Swaps

Darüber hinaus existieren zahlreiche weitere derivative und strukturierte Finanzinstrumente.

Optionen

Eine Option räumt ihrem Inhaber grundsätzlich das Recht ein, einen Basiswert zu festgelegten Bedingungen zu kaufen oder zu verkaufen.

Unterschieden wird insbesondere zwischen:

  • Call-Optionen
  • Put-Optionen

Ein Call beinhaltet grundsätzlich ein Kaufrecht, ein Put grundsätzlich ein Verkaufsrecht.

Futures

Ein Future ist ein standardisiertes Termingeschäft.

Die Vertragsparteien verpflichten sich nach den jeweiligen Vertragsbedingungen zu einer zukünftigen Transaktion beziehungsweise Abrechnung.

Futures werden an Terminbörsen gehandelt.

Forwards

Ein Forward ist ebenfalls ein Termingeschäft.

Im Unterschied zu standardisierten Futures werden Forwards typischerweise individuell zwischen den Vertragsparteien vereinbart und außerbörslich gehandelt.

Swaps

Bei einem Swap werden bestimmte Zahlungsströme nach vereinbarten Bedingungen ausgetauscht.

Bekannte Beispiele sind:

  • Zinsswaps
  • Währungsswaps

Unternehmen können solche Instrumente beispielsweise im Rahmen ihres Risiko- und Finanzmanagements einsetzen.

Derivate zur Absicherung

Eine wichtige wirtschaftliche Funktion von Derivaten ist das Hedging.

Beispiel:

Eine Fluggesellschaft benötigt große Mengen Treibstoff und möchte sich gegen stark steigende Preise absichern.

Mit geeigneten Finanzinstrumenten kann ein Teil des zukünftigen Preisrisikos begrenzt werden.

Derivate dienen in diesem Fall nicht primär der Spekulation, sondern dem Risikomanagement.

Derivate zur Spekulation

Derivate können auch genutzt werden, um gezielt auf steigende oder fallende Preise zu setzen.

Dadurch können hohe Gewinne möglich sein.

Gleichzeitig können jedoch erhebliche Verluste entstehen.

Bei bestimmten Konstruktionen kann das Verlustrisiko besonders hoch sein.

Hebelwirkung bei Derivaten

Viele derivative Produkte ermöglichen eine sogenannte Hebelwirkung.

Dabei kann bereits ein relativ geringer Kapitaleinsatz zu einer vergleichsweise großen Marktposition führen.

Ein Hebel verstärkt jedoch beide Richtungen:

Gewinne können stärker ausfallen – Verluste ebenfalls.

Deshalb können gehebelte Derivate besonders riskant sein.

Derivate und Basiswert

Ein Derivat kann sich auf sehr unterschiedliche Basiswerte beziehen.

Basiswert Beispiel
Aktie Derivat auf eine Unternehmensaktie
Index Derivat auf einen Aktienindex
Währung Derivat auf EUR/USD
Rohstoff Derivat auf Öl oder Gold
Zins Zinsderivat

Börsliche und außerbörsliche Derivate

Derivate können sowohl an Börsen als auch außerhalb von Börsen gehandelt werden.

Beim außerbörslichen Handel spricht man häufig von OTC-Handel.

OTC steht für „Over the Counter“.

Außerbörsliche Verträge können stärker auf individuelle Anforderungen zugeschnitten werden. Gleichzeitig können sich daraus andere Risiken ergeben, beispielsweise hinsichtlich der jeweiligen Vertragspartei.

Risiken von Derivaten

Zu den möglichen Risiken gehören:

  • Marktrisiko
  • Hebelrisiko
  • Liquiditätsrisiko
  • Kontrahentenrisiko
  • Bewertungsrisiko
  • gegebenenfalls Verluste über einen großen Teil des eingesetzten Kapitals hinaus

Das konkrete Risiko hängt stark von der jeweiligen Konstruktion ab.

Häufige Fragen zu Derivaten

Was sind Derivate einfach erklärt?

Derivate sind Finanzinstrumente, deren Wert von einem anderen Basiswert wie einer Aktie, Währung, einem Index oder Rohstoff abhängt.

Warum werden Derivate eingesetzt?

Sie werden insbesondere zur Absicherung von Risiken und zur Spekulation auf Preisentwicklungen verwendet.

Was ist ein Basiswert?

Der Basiswert ist die Größe, von deren Entwicklung der Wert eines Derivats abhängt.

Sind Derivate riskant?

Derivate können erhebliche Risiken besitzen. Besonders bei gehebelten oder komplexen Produkten können Verluste schnell groß werden.

Fazit

Derivate sind Finanzinstrumente, deren Wert von einem zugrunde liegenden Basiswert abgeleitet wird. Bekannte Formen sind Optionen, Futures, Forwards und Swaps.

Sie erfüllen eine wichtige Funktion beim Risikomanagement, können jedoch ebenfalls für spekulative Geschäfte eingesetzt werden. Insbesondere Hebelwirkungen können sowohl mögliche Gewinne als auch Verluste erheblich verstärken.

Diesen Artikel zitieren

„Derivate“. Wirtschaftslexikon.de, 30.09.2026. https://wirtschaftslexikon.de/derivate/

BibTeX für LaTeX, RIS für Literaturverwaltungsprogramme. Die Angaben verweisen auf die aktuelle Artikelseite, nicht auf eine archivierte Fassung.

0 Kommentare

Hast du eine Frage oder ein Praxisbeispiel? Teile es mit uns.

Antwort abbrechen

Dranbleiben

Weitere hilfreiche Einstiege

Nächster Beitrag Festgeld
Devisenhandel Unter Devisenhandel versteht man den Kauf und Verkauf von Währungen beziehungsweise auf fremde Währungen lautenden Forderungen.... Distribution einfach erklärt: Bedeutung, Aufgaben und Beispiele Distribution bezeichnet in der Betriebswirtschaft die Verteilung und Bereitstellung von Produkten auf ihrem Weg zu den... Duty-free einkaufen: Mehrwertsteuer-Erstattung, Freimengen und Zollregeln Duty-free einkaufen: Mehrwertsteuer-Erstattung, Freimengen und Zollregeln Duty-free-Shops am Flughafen oder auf einem Schiff versprechen steuerfreies Einkaufen....

Beitragsnavigation

← Vorheriger BeitragDevisenhandel
Nächster Beitrag →Festgeld

Neueste Beiträge

  • Händlerpromotion
  • Geldmarktgeschäfte
  • Festgeld
  • Derivate
  • Devisenhandel
  1. alexanders zu Semantik und Syntax28. September 2026

    hallo

  2. Bruder Johannes XY zu Lithium, Silber und Gold26. Januar 2026

    Preis-Vergleich Gold und Lithium - Jänner 2026 Der aktuelle Lithiumpreis pro kg liegt bei etwa 17.100 USD pro kg. (171.000…

  3. Rico zu Drei-Schichten-Modell9. Januar 2026

    Wo finde ich die wissenschaftliche Fachquelle zu dieser Aussage?

  4. Ralph zu Cap-Darlehen2. Mai 2024

    Grüße von boersenwissen.info

  5. Ralph zu Bilanz2. Mai 2024

    Viele Grüße, Schaut auch mal bei uns rein

Kategorien

  • A
  • Allgemein
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z

Seiten

  • Beitrag erstellen
  • Beitrag fehlt
  • Datenschutz
  • Impressum
  • Ohne Anmeldung einen Beitrag erstellen
  • Wirtschaftslexikon
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Datenschutz & Nutzungsbedingungen

Wirtschaftslexikon.de

Wirtschaftsbegriffe, Kennzahlen und Praxiswissen verständlich erklärt.

  • Impressum
  • Datenschutz
  • Datenschutz & Nutzungsbedingungen