Festgeld ist eine Form der Geldanlage, bei der ein bestimmter Geldbetrag für eine vereinbarte Laufzeit zu festgelegten Konditionen bei einer Bank angelegt wird.
Im Gegenzug erhält der Anleger die vereinbarten Festgeldzinsen. Während der vereinbarten Laufzeit kann über das Geld normalerweise nicht oder nur unter besonderen Voraussetzungen verfügt werden.
Festgeld wird deshalb vor allem von Anlegern genutzt, die einen bestimmten Geldbetrag für einen festgelegten Zeitraum nicht benötigen und Wert auf planbare Zinsen legen.
Wie funktioniert Festgeld?
Der Anleger vereinbart mit einer Bank insbesondere:
- Anlagebetrag
- Laufzeit
- Zinssatz
- Auszahlungsbedingungen
Während der Laufzeit bleibt das Kapital grundsätzlich angelegt.
Am Ende erhält der Anleger sein Kapital sowie die vereinbarten Zinsen entsprechend den Vertragsbedingungen.
Beispiel für Festgeld
Ein Anleger legt:
10.000 Euro
für ein Jahr zu:
3 Prozent Zinsen pro Jahr
an.
Vereinfacht ergibt sich vor Steuern:
10.000 Euro × 3 % = 300 Euro Zinsen
Nach einem Jahr stehen damit vor Steuern insgesamt 10.300 Euro zur Verfügung, sofern die Konditionen eine entsprechende jährliche Zinsgutschrift vorsehen.
Festgeld und Tagesgeld – Unterschied
| Festgeld | Tagesgeld |
|---|---|
| feste Laufzeit | grundsätzlich flexibel verfügbar |
| Zins typischerweise für vereinbarten Zeitraum festgelegt | Zins kann von der Bank geändert werden |
| geringe Flexibilität während der Laufzeit | hohe Flexibilität |
| gut planbar | flexibler, aber Zins weniger langfristig planbar |
Welche Laufzeiten gibt es?
Festgeld kann je nach Anbieter beispielsweise für:
- einige Monate
- 1 Jahr
- 2 Jahre
- 3 Jahre
- 5 Jahre
oder andere Zeiträume angeboten werden.
Welche Laufzeit sinnvoll ist, hängt insbesondere davon ab, wann das Geld wieder benötigt wird.
Vorteile von Festgeld
Mögliche Vorteile sind:
- planbare Verzinsung
- einfache Funktionsweise
- keine täglichen Kursschwankungen wie bei Aktien
- unterschiedliche Laufzeiten verfügbar
- gesetzliche Einlagensicherung innerhalb der geltenden Voraussetzungen und Grenzen
Nachteile von Festgeld
Mögliche Nachteile sind:
- Geld während der Laufzeit normalerweise nicht frei verfügbar
- keine Teilnahme an steigenden Marktzinsen bei fest vereinbartem Zins
- Inflationsrisiko
- Zinsen können unter den Renditen risikoreicherer Anlageformen liegen
Festgeld und Inflation
Für Anleger ist nicht nur der nominale Zinssatz wichtig.
Entscheidend ist auch die Inflation.
Beträgt der Festgeldzins beispielsweise 2 Prozent und die Inflationsrate 3 Prozent, steigt der Kontostand nominal, die reale Kaufkraft kann jedoch trotzdem sinken.
Einlagensicherung
Bankeinlagen können innerhalb der Europäischen Union unter den gesetzlichen Voraussetzungen bis zu bestimmten Höchstgrenzen durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt sein.
Anleger sollten insbesondere bei Angeboten aus dem Ausland prüfen:
- welche Bank Vertragspartner ist,
- welches Einlagensicherungssystem zuständig ist und
- welche Sicherungsgrenzen gelten.
Festgeld vorzeitig kündigen
Eine vorzeitige Verfügung ist bei klassischem Festgeld normalerweise nicht vorgesehen.
Ob eine vorzeitige Auflösung in besonderen Situationen möglich ist, richtet sich nach Vertrag und rechtlichen Voraussetzungen.
Deshalb sollte grundsätzlich nur Geld als Festgeld angelegt werden, das während der vereinbarten Laufzeit voraussichtlich nicht benötigt wird.
Festgeld und Zinsänderungsrisiko
Ein fest vereinbarter Zinssatz bietet Planungssicherheit.
Dies kann jedoch auch ein Nachteil sein.
Steigen die allgemeinen Marktzinsen während einer längeren Festgeldanlage deutlich, bleibt der Anleger grundsätzlich an den vereinbarten niedrigeren Zinssatz gebunden.
Sinken die Marktzinsen dagegen, kann der bereits vereinbarte höhere Festgeldzins vorteilhaft sein.
Häufige Fragen zu Festgeld
Was ist Festgeld einfach erklärt?
Festgeld ist Geld, das für eine vereinbarte Zeit zu einem festgelegten Zinssatz bei einer Bank angelegt wird.
Kann man jederzeit auf Festgeld zugreifen?
Normalerweise nicht. Das Geld ist grundsätzlich für die vereinbarte Laufzeit gebunden.
Was ist besser: Tagesgeld oder Festgeld?
Beide Anlageformen erfüllen unterschiedliche Zwecke. Tagesgeld bietet mehr Flexibilität, während Festgeld eine für die vereinbarte Laufzeit planbare Verzinsung bieten kann.
Kann man mit Festgeld Geld verlieren?
Festgeld besitzt kein gewöhnliches Kursrisiko wie eine Aktie. Dennoch bestehen beispielsweise Inflationsrisiken und im Fall einer Bankinsolvenz können Beträge außerhalb der anwendbaren Sicherungssysteme gefährdet sein.
Fazit
Festgeld ist eine vergleichsweise einfach verständliche Geldanlage mit vereinbarter Laufzeit und planbarer Verzinsung.
Der wichtigste Vorteil ist die Planungssicherheit. Der wesentliche Nachteil besteht in der eingeschränkten Verfügbarkeit des Kapitals während der Laufzeit.
Anleger sollten deshalb insbesondere Zinssatz, Laufzeit, Einlagensicherung und Inflation berücksichtigen.
0 Kommentare
Hast du eine Frage oder ein Praxisbeispiel? Teile es mit uns.