Die Unternehmensform beschreibt, wie ein Unternehmen rechtlich oder wirtschaftlich organisiert ist. Häufig ist damit die Rechtsform gemeint. Sie beeinflusst unter anderem Haftung, Leitung, Finanzierung und formale Pflichten.
Unternehmensform oder Rechtsform: Was ist gemeint?
Unternehmen lassen sich nach verschiedenen Merkmalen einteilen: nach Größe, Branche, Eigentum oder Rechtsform. „Familienunternehmen“ beschreibt beispielsweise die Eigentums- und Einflussverhältnisse, aber keine eigene Rechtsform. Ein Familienunternehmen kann unter anderem als GmbH oder Aktiengesellschaft organisiert sein.
Für eine Gründung ist insbesondere die Rechtsform wichtig. Sie legt den rechtlichen Rahmen der unternehmerischen Tätigkeit fest.
Welche grundlegenden Rechtsformen gibt es?
| Gruppe | Beispiele | Grundidee |
|---|---|---|
| Einzelunternehmen | Einzelunternehmen, eingetragener Kaufmann | Eine natürliche Person betreibt das Unternehmen |
| Personengesellschaften | GbR, OHG, KG | Zusammenschluss von Gesellschaftern |
| Kapitalgesellschaften | GmbH, UG (haftungsbeschränkt), AG | Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit |
Was kennzeichnet ein Einzelunternehmen?
Ein Einzelunternehmen wird von einer einzelnen Person getragen. Diese entscheidet grundsätzlich selbst über die unternehmerische Tätigkeit und haftet grundsätzlich auch persönlich. Die Bezeichnung bedeutet nicht, dass keine Beschäftigten eingestellt werden dürfen.
Was sind Personengesellschaften?
Bei Personengesellschaften stehen die beteiligten Gesellschafter im Mittelpunkt. Haftung und Geschäftsführung unterscheiden sich nach der konkreten Rechtsform. Bei einer KG haben beispielsweise Komplementäre und Kommanditisten unterschiedliche Rollen.
Eine Personengesellschaft ist daher nicht pauschal mit einer für alle Beteiligten gleichartigen Haftung gleichzusetzen.
Was sind Kapitalgesellschaften?
Kapitalgesellschaften sind rechtlich eigenständige Gesellschaften. Für ihre Verbindlichkeiten haftet grundsätzlich das Gesellschaftsvermögen. Persönliche Verpflichtungen, Bürgschaften und Pflichtverletzungen können dennoch eigene Haftungsrisiken begründen.
Was ist eine Aktiengesellschaft?
Eine Aktiengesellschaft, kurz AG, ist eine Kapitalgesellschaft, deren Grundkapital in Aktien zerlegt ist. Die Inhaber dieser Aktien werden Aktionäre genannt.
Die zentralen Organe sind Vorstand, Aufsichtsrat und Hauptversammlung. Der Vorstand leitet die Gesellschaft, der Aufsichtsrat überwacht die Leitung und die Hauptversammlung entscheidet über die ihr zugewiesenen Angelegenheiten.
Nicht jede AG ist börsennotiert. Aktiengesellschaft und Börsenunternehmen sind deshalb keine gleichbedeutenden Begriffe.
Welche Rechtsform passt zu einem Unternehmen?
Eine pauschal beste Rechtsform gibt es nicht. Hilfreich ist, zunächst die eigenen Anforderungen zu klären:
- Wie viele Personen sollen beteiligt sein?
- Wer soll Entscheidungen treffen?
- Welche Haftungsrisiken bestehen?
- Wie soll das Unternehmen finanziert werden?
- Sollen später weitere Beteiligte hinzukommen?
- Welcher Verwaltungsaufwand ist tragbar?
Die Entscheidung sollte nicht ausschließlich an den Gründungskosten hängen. Auch laufende Pflichten und geplante Veränderungen gehören in den Vergleich. Für die konkrete Gestaltung sind rechtliche und steuerliche Fragen individuell zu prüfen.
Ist eine Tochtergesellschaft eine eigene Rechtsform?
Nein. „Tochtergesellschaft“ beschreibt ein Beteiligungs- oder Beherrschungsverhältnis zu einem anderen Unternehmen. Eine Tochtergesellschaft kann beispielsweise eine GmbH oder AG sein. Rechtsform und Stellung innerhalb einer Unternehmensgruppe sind zwei verschiedene Merkmale.
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