Das Volkseinkommen ist eine wichtige volkswirtschaftliche Kennzahl. Es gibt vereinfacht an, wie hoch die Einkommen sind, die den Einwohnern einer Volkswirtschaft aus ihrer Beteiligung am Produktionsprozess zufließen.
Zum Volkseinkommen gehören insbesondere Arbeitnehmerentgelte sowie Unternehmens- und Vermögenseinkommen.
Das Volkseinkommen darf nicht mit dem Bruttoinlandsprodukt (BIP) verwechselt werden. Während das BIP den Wert der innerhalb eines Landes produzierten Waren und Dienstleistungen betrachtet, steht beim Volkseinkommen die Einkommensseite im Mittelpunkt.
Was gehört zum Volkseinkommen?
Das Volkseinkommen setzt sich im Wesentlichen aus zwei großen Einkommensgruppen zusammen:
- Arbeitnehmerentgelt
- Unternehmens- und Vermögenseinkommen
Zum Arbeitnehmerentgelt gehören nicht nur die ausgezahlten Löhne und Gehälter, sondern im Rahmen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen auch die Sozialbeiträge der Arbeitgeber.
Unternehmens- und Vermögenseinkommen umfassen dagegen unterschiedliche Einkommen, die beispielsweise aus unternehmerischer Tätigkeit oder Vermögen entstehen.
Volkseinkommen einfach erklärt
Vereinfacht kann man sich eine Volkswirtschaft als einen großen Produktionsprozess vorstellen.
Unternehmen produzieren Waren und Dienstleistungen. An dieser Produktion sind Arbeitnehmer, Unternehmer und Kapitalgeber beteiligt. Im Gegenzug entstehen Einkommen.
Die Summe der entsprechenden Erwerbs- und Vermögenseinkommen bildet das Volkseinkommen.
Wie wird das Volkseinkommen berechnet?
Ausgangspunkt kann das Nettonationaleinkommen sein.
Vereinfacht gilt:
Volkseinkommen = Nettonationaleinkommen zu Marktpreisen – Produktions- und Importabgaben + Subventionen
Das Ergebnis entspricht dem Nettonationaleinkommen zu Faktorkosten.
Für das grundsätzliche Verständnis ist vor allem wichtig: Steuern auf Produktion und Importe werden herausgerechnet, während entsprechende Subventionen berücksichtigt werden.
Unterschied zwischen Volkseinkommen und Bruttoinlandsprodukt
Volkseinkommen und Bruttoinlandsprodukt sind nicht identisch.
Das Bruttoinlandsprodukt misst die wirtschaftliche Leistung innerhalb eines bestimmten Wirtschaftsgebietes.
Das Volkseinkommen betrachtet dagegen die Einkommen, die den Inländern aus Arbeit, Unternehmertätigkeit und Vermögen zufließen.
Damit unterscheiden sich beide Kennzahlen sowohl in ihrer Berechnung als auch in ihrer wirtschaftlichen Aussage.
Volkseinkommen pro Kopf
Um Volkswirtschaften unterschiedlicher Größe besser vergleichen zu können, kann das Volkseinkommen auf die Einwohnerzahl bezogen werden.
Vereinfacht:
Volkseinkommen pro Kopf = Volkseinkommen / Einwohnerzahl
Eine solche Pro-Kopf-Größe ermöglicht bessere Vergleiche, sagt allerdings noch nichts darüber aus, wie gleichmäßig die Einkommen innerhalb einer Bevölkerung verteilt sind.
Warum ist das Volkseinkommen wichtig?
Das Volkseinkommen liefert Informationen über die Einkommensentstehung einer Volkswirtschaft.
Es kann unter anderem verwendet werden, um:
- die Einkommensentwicklung über mehrere Jahre zu untersuchen,
- Volkswirtschaften miteinander zu vergleichen,
- die Verteilung zwischen Arbeitnehmerentgelt und Unternehmens- und Vermögenseinkommen zu analysieren und
- gesamtwirtschaftliche Entwicklungen zu beurteilen.
Steigendes Volkseinkommen bedeutet nicht automatisch mehr Wohlstand
Ein steigendes Volkseinkommen ist grundsätzlich ein positives wirtschaftliches Signal. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch schließen, dass es jedem Einwohner besser geht.
Zu berücksichtigen sind beispielsweise:
- Bevölkerungsentwicklung
- Inflation
- Einkommensverteilung
- Arbeitsbedingungen
- Umweltbelastungen
- nicht erfasste wirtschaftliche Tätigkeiten
Das Volkseinkommen ist daher eine wichtige wirtschaftliche Kennzahl, aber kein vollständiger Maßstab für den Wohlstand oder die Lebensqualität eines Landes.
Fazit
Das Volkseinkommen bezeichnet die Summe der Erwerbs- und Vermögenseinkommen einer Volkswirtschaft. Es setzt sich insbesondere aus Arbeitnehmerentgelten sowie Unternehmens- und Vermögenseinkommen zusammen.
Während das Bruttoinlandsprodukt vor allem die wirtschaftliche Leistung innerhalb eines Landes misst, richtet das Volkseinkommen den Blick stärker auf die im Produktionsprozess entstandenen Einkommen.
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