Ergonomie beschäftigt sich mit der optimalen Anpassung von Arbeitsbedingungen, Arbeitsmitteln und Produkten an die körperlichen und geistigen Eigenschaften des Menschen. Ziel ist es, Tätigkeiten möglichst sicher, gesund, komfortabel und effizient ausführen zu können.
Besonders bekannt ist Ergonomie im Zusammenhang mit dem Arbeitsplatz. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch, ein richtig eingestellter Bürostuhl oder die geeignete Position eines Monitors sind typische Beispiele. Ergonomie geht jedoch weit darüber hinaus. Sie spielt unter anderem bei der Gestaltung von Maschinen, Fahrzeugen, Software, Werkzeugen und alltäglichen Gebrauchsgegenständen eine Rolle.
Für Unternehmen besitzt Ergonomie auch eine wirtschaftliche Bedeutung. Gut gestaltete Arbeitsplätze können Belastungen reduzieren, die Arbeitsbedingungen verbessern und dazu beitragen, Fehler, Beschwerden und krankheitsbedingte Ausfälle zu vermeiden.
Definition: Was bedeutet Ergonomie?
Der Begriff Ergonomie setzt sich aus den griechischen Wörtern ergon für „Arbeit“ und nomos für „Gesetz“ beziehungsweise „Regel“ zusammen.
Vereinfacht lässt sich Ergonomie folgendermaßen definieren:
Ergonomie bezeichnet die menschengerechte Gestaltung von Arbeit, Arbeitsmitteln, Arbeitsplätzen, Produkten und Systemen.
Dabei soll sich nicht ausschließlich der Mensch an seine Arbeitsumgebung anpassen. Vielmehr werden Arbeitsmittel und Bedingungen möglichst so gestaltet, dass sie den Fähigkeiten, Bedürfnissen und Grenzen des Menschen entsprechen.
Ein einfaches Beispiel ist ein höhenverstellbarer Bürostuhl. Menschen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Körpergröße und Proportionen. Ein verstellbarer Stuhl ermöglicht es, den Arbeitsplatz an unterschiedliche Personen anzupassen.
Was ist das Ziel der Ergonomie?
Ergonomische Gestaltung verfolgt mehrere Ziele gleichzeitig.
Dazu gehören insbesondere:
- Gesundheit und Wohlbefinden fördern,
- körperliche Fehlbelastungen reduzieren,
- Arbeitsunfälle vermeiden,
- Arbeitsplätze an unterschiedliche Menschen anpassen,
- Ermüdung reduzieren,
- Arbeitsabläufe erleichtern,
- Fehler vermeiden,
- Produktivität und Effizienz unterstützen und
- eine möglichst langfristige Arbeitsfähigkeit ermöglichen.
Ergonomie verbindet damit gesundheitliche, technische und wirtschaftliche Ziele.
Was ist ein ergonomischer Arbeitsplatz?
Ein ergonomischer Arbeitsplatz ist so gestaltet, dass Beschäftigte ihre Aufgaben möglichst ohne unnötige körperliche oder psychische Belastungen erledigen können.
Wie ein ergonomischer Arbeitsplatz aussieht, hängt stark von der jeweiligen Tätigkeit ab.
Bei einem Büroarbeitsplatz können beispielsweise folgende Punkte wichtig sein:
- passende Höhe von Schreibtisch und Bürostuhl,
- ausreichende Beinfreiheit,
- günstige Position des Monitors,
- geeignete Tastatur und Maus,
- ausreichende Beleuchtung,
- Vermeidung störender Blendungen und Reflexionen,
- regelmäßiger Wechsel der Körperhaltung und
- ausreichende Bewegungsmöglichkeiten.
In einer Produktionshalle stehen dagegen beispielsweise die Höhe einer Werkbank, das Gewicht von Werkzeugen, erforderliche Greifbewegungen oder das Heben und Tragen von Lasten im Mittelpunkt.
Ergonomie am Büroarbeitsplatz
Die Büroergonomie gehört zu den bekanntesten Anwendungsbereichen. Beschäftigte verbringen teilweise viele Stunden täglich sitzend vor einem Bildschirm.
Ein schlecht eingerichteter Arbeitsplatz kann dabei zu ungünstigen Körperhaltungen und einseitigen Belastungen beitragen.
Besonders wichtig sind deshalb Bürostuhl, Schreibtisch, Bildschirm, Tastatur und Maus.
Ergonomischer Bürostuhl
Ein guter Bürostuhl sollte sich möglichst an die Körpermaße des Nutzers anpassen lassen.
Wichtige Eigenschaften können sein:
- höhenverstellbare Sitzfläche,
- geeignete Rückenlehne,
- Unterstützung des Rückens,
- ausreichende Bewegungsfreiheit,
- gegebenenfalls einstellbare Armlehnen und
- eine stabile Konstruktion.
Entscheidend ist allerdings nicht nur der Stuhl selbst. Auch ein hochwertiger ergonomischer Bürostuhl muss richtig eingestellt werden.
Schreibtisch richtig einstellen
Die Höhe des Schreibtisches sollte zur Sitzposition beziehungsweise Körpergröße passen.
Bei der Arbeit mit Tastatur und Maus sollten Arme und Schultern möglichst entspannt gehalten werden können.
Höhenverstellbare Schreibtische besitzen den Vorteil, dass sie sich an unterschiedliche Personen anpassen lassen. Elektrisch höhenverstellbare Modelle ermöglichen zusätzlich einen einfachen Wechsel zwischen Sitzen und Stehen.
Ein Stehschreibtisch bedeutet jedoch nicht, dass dauerhaftes Stehen automatisch optimal ist. Ergonomisch sinnvoll ist insbesondere der regelmäßige Wechsel der Körperposition.
Monitor ergonomisch positionieren
Auch die Position des Bildschirms beeinflusst die Körperhaltung.
Ist der Monitor beispielsweise dauerhaft deutlich zu hoch, zu niedrig oder seitlich aufgestellt, kann dies ungünstige Kopf- und Körperhaltungen fördern.
Der Bildschirm sollte grundsätzlich so angeordnet werden, dass Informationen bequem betrachtet werden können, ohne ständig Kopf oder Oberkörper verdrehen zu müssen.
Bei mehreren Monitoren hängt die optimale Position unter anderem davon ab, welcher Bildschirm hauptsächlich genutzt wird.
Tastatur und Maus
Tastatur und Maus sollten so positioniert werden, dass sie ohne unnötiges Strecken oder Verdrehen der Arme erreichbar sind.
Wer täglich viele Stunden am Computer arbeitet, kann außerdem von einer individuell geeigneten Maus oder Tastatur profitieren.
Entscheidend ist auch hier nicht allein die Bezeichnung „ergonomisch“. Ein Arbeitsmittel muss zur jeweiligen Person und Tätigkeit passen.
Ergonomie bedeutet Bewegung statt perfekter Sitzposition
Ein häufiger Irrtum besteht darin, Ergonomie ausschließlich mit einer bestimmten „richtigen“ Sitzhaltung gleichzusetzen.
Eine gute Grundeinstellung des Arbeitsplatzes ist wichtig. Ebenso wichtig ist jedoch Bewegung.
Stundenlang in derselben Position zu verharren ist selbst bei einem sehr guten Bürostuhl nicht ideal.
Sinnvoll können beispielsweise sein:
- regelmäßig die Sitzposition verändern,
- zwischendurch aufstehen,
- Telefonate im Stehen oder Gehen führen,
- kurze Wege bewusst zu Fuß zurücklegen und
- bei einem höhenverstellbaren Tisch zwischen Sitzen und Stehen wechseln.
Ein ergonomischer Arbeitsplatz sollte daher nicht dazu führen, eine vermeintlich perfekte Körperhaltung möglichst lange unverändert einzunehmen. Vielmehr sollte er unterschiedliche Haltungen und Bewegung ermöglichen.
Ergonomie in Produktion und Industrie
Ergonomie ist keineswegs auf Büros beschränkt.
In Produktion, Handwerk und Logistik können körperliche Belastungen sogar wesentlich größer sein.
Typische ergonomische Fragestellungen sind beispielsweise:
- Wie hoch sollte eine Arbeitsfläche sein?
- Wie häufig müssen Beschäftigte schwere Gegenstände heben?
- Sind Werkzeuge gut erreichbar?
- Müssen Tätigkeiten dauerhaft über Kopf ausgeführt werden?
- Entstehen einseitige oder sich ständig wiederholende Bewegungen?
- Können Hebe- oder Transporthilfen eingesetzt werden?
- Sind Bedienelemente sinnvoll angeordnet?
Technische Hilfsmittel können dabei körperliche Belastungen reduzieren.
Ein schweres Bauteil könnte beispielsweise nicht manuell gehoben, sondern mit einer Hebevorrichtung bewegt werden.
Ergonomie und Arbeitsschutz
Ergonomie und Arbeitsschutz sind eng miteinander verbunden.
Während beim klassischen Arbeitsschutz häufig die Vermeidung unmittelbarer Gefahren wie Stürze, Maschinenunfälle oder Gefahrstoffbelastungen im Vordergrund steht, betrachtet Ergonomie auch längerfristige Belastungen.
Dazu gehören beispielsweise:
- ungünstige Körperhaltungen,
- häufiges schweres Heben,
- einseitige Bewegungen,
- unzureichende Beleuchtung,
- Lärm,
- schlecht erreichbare Bedienelemente oder
- ungünstig gestaltete Arbeitsabläufe.
Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung kann deshalb Bestandteil der betrieblichen Prävention sein.
Physische Ergonomie
Die physische Ergonomie beschäftigt sich insbesondere mit den körperlichen Eigenschaften und Belastungen des Menschen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Körperhaltung,
- Bewegungsabläufe,
- Sitzen und Stehen,
- Heben und Tragen,
- Gestaltung von Arbeitsplätzen,
- Bedienung von Werkzeugen und Maschinen sowie
- wiederkehrende Bewegungen.
Ein höhenverstellbarer Arbeitsplatz ist ein typisches Beispiel für physische Ergonomie.
Kognitive Ergonomie
Ergonomie betrifft nicht nur den Körper. Die kognitive Ergonomie beschäftigt sich mit geistigen Prozessen und der Interaktion zwischen Mensch und technischen Systemen.
Dabei spielen beispielsweise folgende Aspekte eine Rolle:
- Wahrnehmung,
- Aufmerksamkeit,
- Informationsverarbeitung,
- Entscheidungsfindung,
- mentale Belastung und
- Bedienbarkeit technischer Systeme.
Ein kompliziertes Bedienfeld mit vielen ähnlich aussehenden Schaltern kann beispielsweise Fehler begünstigen.
Eine ergonomisch gestaltete Benutzeroberfläche versucht dagegen, wichtige Informationen verständlich darzustellen und häufig benötigte Funktionen leicht erreichbar zu machen.
Organisationale Ergonomie
Die organisationale Ergonomie betrachtet nicht nur einzelne Arbeitsmittel, sondern ganze Arbeits- und Organisationssysteme.
Hier können unter anderem folgende Themen relevant sein:
- Arbeitsorganisation,
- Arbeitszeitgestaltung,
- Kommunikation,
- Teamarbeit,
- Aufgabenverteilung,
- Arbeitsabläufe und
- Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technik.
Damit wird deutlich, dass Ergonomie wesentlich mehr umfasst als die Auswahl eines Bürostuhls.
Ergonomie bei Produkten
Auch außerhalb des Arbeitsplatzes spielt Ergonomie eine wichtige Rolle.
Hersteller versuchen Produkte so zu gestalten, dass Menschen sie möglichst einfach, sicher und komfortabel verwenden können.
Beispiele sind:
- Werkzeuge mit gut greifbaren Griffen,
- übersichtlich angeordnete Bedienelemente im Auto,
- gut erreichbare Schalter an Haushaltsgeräten,
- komfortable Sitze,
- verständliche Softwareoberflächen und
- Smartphones, die sich intuitiv bedienen lassen.
Ergonomie ist damit auch ein wichtiger Bestandteil von Produktentwicklung und Produktdesign.
Ergonomie im Auto
Ein gutes Beispiel aus dem Alltag ist die Gestaltung eines Autos.
Fahrer unterscheiden sich erheblich hinsichtlich Körpergröße, Beinlänge und Sitzposition. Deshalb besitzen moderne Fahrzeuge zahlreiche Einstellmöglichkeiten.
Dazu können gehören:
- höhenverstellbarer Fahrersitz,
- verstellbare Rückenlehne,
- verstellbares Lenkrad,
- einstellbare Kopfstütze,
- gut erreichbare Pedale und
- übersichtlich angeordnete Bedienelemente.
Ergonomie beeinflusst dabei nicht nur den Komfort. Ein Fahrer sollte wichtige Bedienelemente erreichen und Informationen ablesen können, ohne unnötig vom Verkehrsgeschehen abgelenkt zu werden.
Ergonomie und Benutzerfreundlichkeit
Besonders bei technischen Produkten überschneiden sich Ergonomie und Benutzerfreundlichkeit beziehungsweise Usability.
Eine Anwendung kann beispielsweise technisch alle notwendigen Funktionen besitzen und trotzdem schwierig zu bedienen sein.
Eine gute Gestaltung berücksichtigt unter anderem:
- verständliche Bezeichnungen,
- logische Menüstrukturen,
- gut erkennbare Bedienelemente,
- konsistente Abläufe,
- verständliche Rückmeldungen des Systems und
- Vermeidung unnötiger Arbeitsschritte.
Eine benutzerfreundliche Gestaltung kann Fehler reduzieren und gleichzeitig die Arbeitsgeschwindigkeit erhöhen.
Ergonomie im Homeoffice
Durch die zunehmende Arbeit im Homeoffice hat die Arbeitsplatzergonomie auch außerhalb klassischer Büros an Bedeutung gewonnen.
Problematisch können improvisierte Arbeitsplätze sein, beispielsweise dauerhaftes Arbeiten:
- am Küchentisch,
- auf dem Sofa,
- mit einem zu niedrigen Tisch oder
- ausschließlich an einem kleinen Notebookdisplay.
Wer regelmäßig zu Hause arbeitet, sollte deshalb auch dort auf eine geeignete Arbeitsplatzgestaltung achten.
Bei längerer Notebook-Nutzung können beispielsweise ein externer Bildschirm beziehungsweise eine erhöhte Position des Gerätes in Kombination mit separater Tastatur und Maus sinnvoll sein.
Ergonomie und Prävention
Ergonomische Maßnahmen gehören zur Prävention am Arbeitsplatz.
Während andere Präventionsmaßnahmen beispielsweise Unfälle verhindern sollen, kann Ergonomie dazu beitragen, längerfristige Fehl- und Überbelastungen zu reduzieren.
Beispiele sind:
- höhenverstellbare Arbeitsflächen,
- Hebehilfen,
- ergonomische Werkzeuge,
- wechselnde Tätigkeiten,
- geeignete Sitzmöglichkeiten und
- eine bessere Organisation von Arbeitsabläufen.
Dabei können Verhaltens- und Verhältnisprävention kombiniert werden.
Ein Beschäftigter kann beispielsweise lernen, Lasten günstiger zu bewegen. Gleichzeitig kann das Unternehmen technische Hilfsmittel bereitstellen, sodass schwere Lasten möglichst gar nicht manuell gehoben werden müssen.
Welche Vorteile hat Ergonomie für Unternehmen?
Ergonomie verursacht zunächst Kosten. Höhenverstellbare Schreibtische, bessere Arbeitsmittel oder technische Hebehilfen können beispielsweise teurer sein als einfachere Lösungen.
Den Investitionen können jedoch wirtschaftliche Vorteile gegenüberstehen.
Mögliche Vorteile sind:
- geringere körperliche Belastung der Beschäftigten,
- bessere Arbeitsbedingungen,
- weniger Fehler,
- effizientere Arbeitsabläufe,
- weniger unnötige Bewegungen und Wege,
- höhere Zufriedenheit der Beschäftigten und
- möglicherweise geringere krankheitsbedingte Ausfallzeiten.
Damit kann Ergonomie sowohl aus gesundheitlicher als auch aus betriebswirtschaftlicher Perspektive interessant sein.
Ergonomie und Produktivität
Ein ergonomischer Arbeitsplatz kann die Produktivität unterstützen, wenn Beschäftigte ihre Aufgaben einfacher und mit weniger unnötiger Belastung ausführen können.
Ein einfaches Beispiel liefert eine Produktionslinie.
Muss ein Beschäftigter für jedes Werkstück mehrere Schritte gehen und sich anschließend tief bücken, entstehen bei jedem Arbeitsvorgang zusätzliche Bewegungen.
Werden Material und Arbeitsfläche so angeordnet, dass das Werkstück in einer günstigen Position erreichbar ist, kann dies gleichzeitig:
- körperliche Belastungen reduzieren,
- Arbeitswege verkürzen und
- den Arbeitsablauf beschleunigen.
In diesem Fall profitieren Gesundheit und Wirtschaftlichkeit von derselben Veränderung.
Was kostet mangelnde Ergonomie?
Schlecht gestaltete Arbeitsplätze können indirekte Kosten verursachen.
Dazu können beispielsweise gehören:
- krankheitsbedingte Fehlzeiten,
- Produktivitätsverluste,
- mehr Fehler,
- Arbeitsunterbrechungen,
- höhere körperliche Belastungen und
- gegebenenfalls eine geringere Zufriedenheit der Beschäftigten.
Die konkreten Auswirkungen lassen sich allerdings nicht pauschal beziffern. Sie hängen stark von Tätigkeit, Arbeitsplatz und Beschäftigten ab.
Ergonomie als wirtschaftliche Investition
Unternehmen sollten ergonomische Maßnahmen deshalb nicht ausschließlich als Kostenfaktor betrachten.
Eine Investition von beispielsweise 500 Euro in einen besseren Arbeitsplatz kann wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn dadurch langfristig Belastungen reduziert und Arbeitsabläufe verbessert werden.
Ob sich eine bestimmte Maßnahme tatsächlich rechnet, muss jedoch individuell betrachtet werden.
Relevant sind beispielsweise:
Anschaffungskosten, Nutzungsdauer, Anzahl der Beschäftigten, mögliche Produktivitätsverbesserungen und vermiedene Ausfallkosten.
Damit lässt sich Ergonomie auch als Bestandteil einer langfristigen Personal- und Investitionsstrategie betrachten.
Ergonomie und demografischer Wandel
Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung gewinnt außerdem vor dem Hintergrund einer alternden Erwerbsbevölkerung an Bedeutung.
Arbeitsplätze, die sich an unterschiedliche körperliche Voraussetzungen anpassen lassen, können von jüngeren und älteren Beschäftigten gleichermaßen genutzt werden.
Höhenverstellbare Arbeitsplätze, technische Hebehilfen oder gut lesbare Anzeigen sind beispielsweise nicht ausschließlich für eine bestimmte Altersgruppe sinnvoll.
Eine flexible Arbeitsplatzgestaltung kann dazu beitragen, dass Beschäftigte Tätigkeiten langfristig ausüben können.
Beispiele für Ergonomie im Alltag
Ergonomie begegnet Menschen in vielen Situationen, ohne dass sie bewusst wahrgenommen wird.
| Bereich | Ergonomisches Beispiel | Ziel |
|---|---|---|
| Büro | Höhenverstellbarer Schreibtisch | Wechsel zwischen Sitzen und Stehen ermöglichen |
| Büro | Einstellbarer Bürostuhl | Anpassung an unterschiedliche Körpermaße |
| Produktion | Höhenverstellbare Werkbank | Ungünstige Arbeitshaltungen reduzieren |
| Logistik | Hebehilfe | Körperliche Belastung reduzieren |
| Auto | Verstellbarer Sitz und Lenkrad | Anpassung an den Fahrer |
| Software | Übersichtliche Benutzeroberfläche | Bedienung erleichtern und Fehler vermeiden |
| Werkzeug | Gut geformter Griff | Sichere und komfortable Handhabung |
Häufige Fehler bei der Arbeitsplatzergonomie
Nicht jeder vermeintlich ergonomische Arbeitsplatz ist tatsächlich optimal eingerichtet.
Häufige Probleme sind beispielsweise:
- falsch eingestellte Sitzhöhe,
- zu hoher oder zu niedriger Monitor,
- zu großer Abstand zu Tastatur und Maus,
- dauerhaft unveränderte Sitzposition,
- fehlende Bewegungsmöglichkeiten,
- Blendungen auf dem Bildschirm,
- schlecht erreichbare Arbeitsmittel und
- ein Arbeitsplatz, der nicht an den jeweiligen Nutzer angepasst wurde.
Auch der Kauf eines als „ergonomisch“ beworbenen Produktes garantiert daher noch keinen optimalen Arbeitsplatz.
Häufige Fragen zur Ergonomie
Was bedeutet Ergonomie einfach erklärt?
Ergonomie bedeutet, Arbeitsplätze, Produkte und Arbeitsabläufe an den Menschen anzupassen. Dadurch sollen Tätigkeiten möglichst sicher, gesund, komfortabel und effizient ausgeführt werden können.
Was ist ein Beispiel für Ergonomie?
Ein höhenverstellbarer Bürostuhl ist ein einfaches Beispiel. Seine Sitzhöhe kann an die Körpergröße des Nutzers und die Höhe des Schreibtisches angepasst werden.
Was gehört alles zur Ergonomie?
Zur Ergonomie gehören unter anderem die Gestaltung von Arbeitsplätzen, Arbeitsmitteln, Maschinen, Werkzeugen, Software und Arbeitsabläufen. Neben körperlichen Belastungen werden auch geistige Anforderungen und organisatorische Bedingungen betrachtet.
Was ist Arbeitsplatzergonomie?
Arbeitsplatzergonomie bezeichnet die menschengerechte Gestaltung eines Arbeitsplatzes. Dazu können beispielsweise ein geeigneter Bürostuhl, ein passend eingestellter Schreibtisch, eine sinnvolle Bildschirmposition oder technische Hilfsmittel in der Produktion gehören.
Was sind die drei Bereiche der Ergonomie?
Häufig wird zwischen physischer, kognitiver und organisationaler Ergonomie unterschieden. Die physische Ergonomie betrachtet vor allem körperliche Belastungen, die kognitive Ergonomie geistige Prozesse und die organisationale Ergonomie Arbeits- und Organisationssysteme.
Warum ist Ergonomie wichtig?
Ergonomie soll unnötige Belastungen reduzieren und die sichere sowie effiziente Ausführung einer Tätigkeit unterstützen. Für Unternehmen kann dies gleichzeitig Vorteile hinsichtlich Arbeitsbedingungen, Produktivität und Fehlzeiten bieten.
Ist ein höhenverstellbarer Schreibtisch automatisch ergonomisch?
Nicht automatisch. Entscheidend ist, dass der Arbeitsplatz passend eingestellt und genutzt wird. Ein höhenverstellbarer Tisch bietet jedoch den Vorteil, unterschiedliche Arbeitshöhen und einen Wechsel zwischen Sitzen und Stehen zu ermöglichen.
Wie sitzt man ergonomisch?
Der Arbeitsplatz sollte an die jeweilige Person angepasst sein und eine entspannte Arbeitshaltung ermöglichen. Ebenso wichtig ist es, die Körperposition regelmäßig zu verändern und längeres unbewegtes Sitzen zu vermeiden.
Was ist ergonomisches Arbeiten?
Ergonomisches Arbeiten bedeutet, Arbeitsmittel, Arbeitsplatz und Arbeitsweise so aufeinander abzustimmen, dass unnötige Belastungen vermieden werden. Dazu gehören neben der richtigen Ausstattung auch Bewegung und abwechslungsreiche Arbeitsabläufe.
Ist Ergonomie nur im Büro wichtig?
Nein. Ergonomie spielt unter anderem in Produktion, Logistik, Handwerk, Fahrzeugbau, Softwareentwicklung und Produktdesign eine wichtige Rolle. Gerade bei körperlich belastenden Tätigkeiten können ergonomische Maßnahmen besonders relevant sein.
Fazit: Ergonomie verbindet Gesundheit und Wirtschaftlichkeit
Ergonomie beschäftigt sich mit der Anpassung von Arbeit, Arbeitsmitteln und Produkten an den Menschen. Dabei geht es nicht ausschließlich um bequemes Sitzen. Körperliche Belastungen, Bedienbarkeit, Arbeitsorganisation und geistige Anforderungen können gleichermaßen berücksichtigt werden.
Ein ergonomischer Arbeitsplatz kann beispielsweise durch einen einstellbaren Bürostuhl, einen höhenverstellbaren Schreibtisch, eine geeignete Bildschirmposition oder technische Hilfsmittel entstehen. In Produktion und Logistik können Hebehilfen und optimal angeordnete Arbeitsmittel eine wichtige Rolle spielen.
Für Unternehmen ist Ergonomie deshalb nicht ausschließlich eine Frage des Komforts. Eine sinnvolle Arbeitsplatzgestaltung kann Gesundheitsschutz, Prävention, effiziente Arbeitsabläufe und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden.
Besonders wichtig ist dabei ein Grundgedanke: Nicht der Mensch sollte sich dauerhaft einem ungünstigen Arbeitsplatz anpassen müssen – der Arbeitsplatz sollte möglichst an den Menschen angepasst werden.
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