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Ergebnisrechnung

14. August 202610 Minuten Lesezeit0 KommentareE

Die Ergebnisrechnung dient dazu, den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu ermitteln. Vereinfacht ausgedrückt werden dabei Erträge und Aufwendungen gegenübergestellt. Aus der Differenz ergibt sich, ob ein Unternehmen einen Gewinn oder einen Verlust erwirtschaftet hat.

Während eine Bilanz die Vermögens- und Finanzlage zu einem bestimmten Stichtag darstellt, betrachtet die Ergebnisrechnung die wirtschaftliche Entwicklung über einen Zeitraum – beispielsweise einen Monat, ein Quartal oder ein Geschäftsjahr.

Die grundlegende Berechnung lautet:

Ergebnis = Erträge – Aufwendungen

Sind die Erträge höher als die Aufwendungen, entsteht ein Gewinn. Übersteigen dagegen die Aufwendungen die Erträge, ergibt sich ein Verlust.

Was ist eine Ergebnisrechnung?

Der Begriff Ergebnisrechnung wird im Rechnungswesen für Verfahren verwendet, mit denen das Ergebnis einer Abrechnungsperiode bestimmt und analysiert wird.

Dabei muss allerdings unterschieden werden, in welchem Zusammenhang von einer Ergebnisrechnung gesprochen wird.

Im externen Rechnungswesen steht insbesondere die Gewinn-und-Verlust-Rechnung (GuV) im Mittelpunkt. Sie ist Bestandteil des Jahresabschlusses und stellt Aufwendungen und Erträge gegenüber.

Im internen Rechnungswesen können dagegen beispielsweise Betriebsergebnis, Kosten und Leistungen betrachtet werden.

Der Begriff „Ergebnisrechnung“ kann daher je nach Kontext unterschiedliche Auswertungen umfassen.

Wie funktioniert eine Ergebnisrechnung?

Das Grundprinzip ist einfach: Alle relevanten Erträge einer Periode werden den entsprechenden Aufwendungen gegenübergestellt.

Ein vereinfachtes Beispiel:

Position Betrag
Umsatzerlöse 250.000 €
Sonstige Erträge 10.000 €
Erträge insgesamt 260.000 €
Materialaufwand 90.000 €
Personalaufwand 80.000 €
Miete und sonstige Aufwendungen 45.000 €
Aufwendungen insgesamt 215.000 €
Ergebnis 45.000 € Gewinn

Das Unternehmen hat in diesem vereinfachten Beispiel einen Gewinn von 45.000 Euro erzielt.

Was ist der Unterschied zwischen Ertrag und Einnahme?

Für das Verständnis der Ergebnisrechnung ist die Unterscheidung verschiedener Begriffe wichtig.

Ertrag und Einnahme sind nicht dasselbe.

Ein Ertrag stellt einen Wertzuwachs innerhalb einer bestimmten Periode dar. Eine Einnahme verändert dagegen vereinfacht das Geldvermögen eines Unternehmens.

Auch ein Zahlungseingang ist nicht zwangsläufig im gleichen Moment ein Ertrag.

Ein einfaches Beispiel:

Ein Unternehmen verkauft im Dezember Waren auf Rechnung. Der Kunde bezahlt die Rechnung erst im Januar.

Der entsprechende Umsatz kann wirtschaftlich dem Dezember zuzurechnen sein, obwohl das Geld erst im Januar auf dem Bankkonto eingeht.

Gerade deshalb unterscheidet sich eine periodengerechte Ergebnisrechnung von einer einfachen Betrachtung der Kontobewegungen.

Was ist der Unterschied zwischen Aufwand und Ausgabe?

Ähnlich verhält es sich mit Aufwendungen und Ausgaben.

Ein Aufwand beschreibt einen Werteverzehr innerhalb einer Abrechnungsperiode. Eine Ausgabe betrifft dagegen das Geldvermögen.

Kauft ein Unternehmen beispielsweise eine Maschine für 100.000 Euro, werden bei einer bilanzierenden Betrachtung normalerweise nicht automatisch die gesamten 100.000 Euro im Jahr des Kaufs als Aufwand berücksichtigt.

Stattdessen wird die Maschine aktiviert und ihr Wert über die voraussichtliche Nutzungsdauer durch Abschreibungen als Aufwand verteilt.

Dadurch soll der wirtschaftliche Werteverzehr den jeweiligen Perioden zugeordnet werden.

Ergebnisrechnung und Gewinn-und-Verlust-Rechnung

Die Gewinn-und-Verlust-Rechnung, kurz GuV, ist eine zentrale Form der handelsrechtlichen Erfolgsrechnung.

Sie zeigt, welche Erträge und Aufwendungen während eines Geschäftsjahres entstanden sind und welches Ergebnis daraus resultiert.

Vereinfacht:

Erträge > Aufwendungen = Gewinn

Erträge < Aufwendungen = Verlust

Die GuV steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Bilanz. Das ermittelte Jahresergebnis wirkt sich auf das Eigenkapital aus.

Ergebnisrechnung und Bilanz: Was ist der Unterschied?

Bilanz und Ergebnisrechnung beantworten unterschiedliche Fragen.

Bilanz Ergebnisrechnung
Betrachtet einen Stichtag Betrachtet einen Zeitraum
Zeigt Vermögen und Kapital Zeigt wirtschaftlichen Erfolg
Aktiva und Passiva Erträge und Aufwendungen
Zeigt beispielsweise Bankguthaben und Schulden Zeigt beispielsweise Umsätze und Personalaufwand

Man kann es sich vereinfacht so merken:

Die Bilanz ist ein Foto, die Ergebnisrechnung eher ein Film.

Die Bilanz zeigt die Situation an einem bestimmten Tag. Die Ergebnisrechnung zeigt dagegen, was innerhalb eines Zeitraums wirtschaftlich passiert ist.

Welche Erträge gibt es in einer Ergebnisrechnung?

Erträge können aus unterschiedlichen Quellen stammen.

Für viele Unternehmen sind die Umsatzerlöse der wichtigste Bestandteil. Sie entstehen durch den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen.

Daneben können beispielsweise weitere Erträge entstehen aus:

  • anderen betrieblichen Vorgängen,
  • Zinsen und anderen Finanzerträgen,
  • Beteiligungen oder
  • bestimmten Wertveränderungen.

Welche Positionen tatsächlich auftreten, hängt stark vom Unternehmen und dessen Geschäftsmodell ab.

Welche Aufwendungen werden berücksichtigt?

Auch bei den Aufwendungen gibt es zahlreiche mögliche Positionen.

Typische Beispiele sind:

  • Material- und Wareneinsatz,
  • Personalkosten,
  • Mieten,
  • Energiekosten,
  • Versicherungen,
  • Werbekosten,
  • Fahrzeugkosten,
  • Abschreibungen,
  • Zinsen sowie
  • sonstige betriebliche Aufwendungen.

Ein Unternehmen kann daher trotz hoher Umsätze einen vergleichsweise kleinen Gewinn oder sogar einen Verlust erzielen, wenn gleichzeitig hohe Aufwendungen entstehen.

Umsatz ist nicht gleich Gewinn

Dieser Unterschied ist für die Beurteilung eines Unternehmens besonders wichtig.

Angenommen, ein Unternehmen erzielt einen Jahresumsatz von 1 Million Euro.

Das bedeutet keineswegs, dass der Unternehmer eine Million Euro verdient hat.

Entstehen gleichzeitig beispielsweise 920.000 Euro an Aufwendungen, verbleibt zunächst lediglich eine Differenz von 80.000 Euro.

1.000.000 € Erträge – 920.000 € Aufwendungen = 80.000 € Ergebnis

Deshalb sollte bei Unternehmenszahlen immer darauf geachtet werden, ob von Umsatz, Ergebnis oder Gewinn gesprochen wird.

Gesamtkostenverfahren und Umsatzkostenverfahren

Für die handelsrechtliche Gewinn-und-Verlust-Rechnung sieht das HGB für Kapitalgesellschaften grundsätzlich zwei Darstellungsformen vor: das Gesamtkostenverfahren (GKV) und das Umsatzkostenverfahren (UKV).

Beim Gesamtkostenverfahren werden die Aufwendungen unter anderem nach ihrer Art gegliedert. Dazu gehören beispielsweise:

  • Materialaufwand,
  • Personalaufwand und
  • Abschreibungen.

Beim Umsatzkostenverfahren werden die Aufwendungen dagegen stärker danach gegliedert, für welche betrieblichen Funktionen sie angefallen sind.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • Herstellungskosten,
  • Vertriebskosten und
  • allgemeine Verwaltungskosten.

Beide Verfahren sollen letztlich zum entsprechenden Jahresergebnis führen, präsentieren den Weg dorthin jedoch unterschiedlich.

Was ist das Betriebsergebnis?

Das Betriebsergebnis soll zeigen, welches Ergebnis durch die eigentliche betriebliche Tätigkeit erwirtschaftet wurde.

Ein Unternehmen kann beispielsweise mit seinem Kerngeschäft profitabel sein, gleichzeitig aber hohe Finanzierungskosten tragen.

Für die Unternehmensanalyse ist es deshalb hilfreich, nicht nur das endgültige Jahresergebnis zu betrachten, sondern verschiedene Ergebnisebenen zu untersuchen.

Was bedeutet EBIT?

Eine häufig verwendete betriebswirtschaftliche Kennzahl ist das EBIT. Die Abkürzung steht für:

Earnings Before Interest and Taxes

also vereinfacht das Ergebnis vor Zinsen und Steuern.

Das EBIT soll die operative Ertragskraft eines Unternehmens vergleichbarer machen, indem bestimmte Finanzierungseffekte und Steuern zunächst ausgeblendet werden.

Je nach Rechnungslegung und verwendeter Definition muss jedoch genau geprüft werden, wie eine veröffentlichte Kennzahl berechnet wurde.

Was bedeutet EBITDA?

Noch einen Schritt weiter geht das EBITDA:

Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization

Dabei werden neben Zinsen und Steuern auch bestimmte Abschreibungen aus der Betrachtung herausgenommen.

EBITDA kann insbesondere beim Vergleich kapitalintensiver Unternehmen interessant sein.

Es ist jedoch nicht mit dem tatsächlich verfügbaren Geld oder Cashflow gleichzusetzen. Ein Unternehmen muss beispielsweise weiterhin Investitionen finanzieren und Verbindlichkeiten bezahlen.

Was ist das Jahresergebnis?

Am Ende der Ergebnisermittlung steht bei Unternehmen das Ergebnis der betrachteten Periode.

Ist dieses positiv, spricht man je nach Zusammenhang beispielsweise von einem Jahresüberschuss.

Ist es negativ, liegt entsprechend ein Jahresfehlbetrag vor.

Das Jahresergebnis kann anschließend – abhängig von Rechtsform und weiteren Voraussetzungen – beispielsweise im Unternehmen verbleiben oder Grundlage für Ausschüttungsentscheidungen sein.

Warum ist die Ergebnisrechnung für Unternehmen wichtig?

Eine Ergebnisrechnung dient nicht nur dazu, gesetzliche Rechnungslegungspflichten zu erfüllen. Sie ist auch ein wichtiges Instrument der Unternehmenssteuerung.

Unternehmer können damit beispielsweise erkennen:

  • ob das Unternehmen profitabel arbeitet,
  • wie sich Umsätze entwickeln,
  • welche Kosten besonders stark steigen,
  • ob sich die Gewinnmarge verändert,
  • welche Unternehmensbereiche profitabel sind und
  • wie sich das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr entwickelt.

Besonders aussagekräftig wird eine Ergebnisrechnung deshalb im Zeitvergleich.

Ergebnisrechnung im Monatsvergleich

Statt ausschließlich das gesamte Geschäftsjahr zu betrachten, können Unternehmen ihre Ergebnisse monatlich analysieren.

Ein Beispiel:

Monat Erträge Aufwendungen Ergebnis
Januar 80.000 € 72.000 € +8.000 €
Februar 85.000 € 74.000 € +11.000 €
März 78.000 € 82.000 € -4.000 €

Dadurch wird unmittelbar sichtbar, dass im März trotz relativ hoher Erträge ein Verlust entstanden ist.

Anschließend kann untersucht werden, weshalb die Aufwendungen gestiegen sind.

Ergebnisrechnung im Soll-Ist-Vergleich

Besonders hilfreich für die Unternehmensplanung ist ein Soll-Ist-Vergleich.

Dabei wird das tatsächlich erreichte Ergebnis mit dem zuvor geplanten Ergebnis verglichen.

Beispielsweise:

Kennzahl Plan Ist Abweichung
Umsatz 500.000 € 470.000 € -30.000 €
Aufwendungen 420.000 € 430.000 € +10.000 €
Ergebnis 80.000 € 40.000 € -40.000 €

Das Unternehmen hat in diesem Beispiel nicht nur weniger Umsatz als geplant erzielt, sondern gleichzeitig höhere Aufwendungen gehabt. Dadurch liegt das Ergebnis deutlich unter der Planung.

Was kann man aus einer Ergebnisrechnung ablesen?

Eine einzelne Gewinnzahl sagt häufig noch relativ wenig aus.

Interessanter ist die Entwicklung der einzelnen Positionen.

Steigt beispielsweise der Umsatz um 10 Prozent, während der Gewinn um 20 Prozent sinkt, sollte untersucht werden, welche Kosten stärker gestiegen sind.

Umgekehrt kann ein Unternehmen trotz stagnierendem Umsatz profitabler werden, wenn Prozesse effizienter gestaltet und Aufwendungen reduziert wurden.

Für eine fundierte Analyse können unter anderem folgende Werte interessant sein:

  • Umsatzentwicklung,
  • Materialquote,
  • Personalquote,
  • operative Marge,
  • EBIT,
  • EBITDA,
  • Jahresüberschuss sowie
  • Vergleich mit Vorjahr und Unternehmensplanung.

Was ist die Umsatzrendite?

Eine wichtige Kennzahl zur Beurteilung des Ergebnisses ist die Umsatzrendite.

Vereinfacht kann sie folgendermaßen berechnet werden:

Umsatzrendite = Gewinn / Umsatz × 100

Beispiel:

Ein Unternehmen erzielt 500.000 Euro Umsatz und 40.000 Euro Gewinn.

40.000 / 500.000 × 100 = 8 %

Die Umsatzrendite beträgt in diesem vereinfachten Beispiel 8 Prozent.

Das bedeutet, dass von 100 Euro Umsatz rechnerisch 8 Euro Gewinn verbleiben.

Welche Umsatzrendite als gut angesehen werden kann, hängt allerdings stark von Branche, Geschäftsmodell und verwendeter Ergebnisgröße ab.

Ergebnisrechnung und Liquidität sind nicht dasselbe

Ein besonders wichtiger Punkt ist die Unterscheidung zwischen Gewinn und Liquidität.

Ein Unternehmen kann einen Gewinn ausweisen und trotzdem kurzfristig zu wenig Geld auf dem Bankkonto besitzen.

Ein Beispiel:

Ein Unternehmen verkauft Waren für 100.000 Euro auf Rechnung. Die entsprechenden Umsatzerlöse können bereits zum Ergebnis beitragen, obwohl die Kunden ihre Rechnungen noch nicht bezahlt haben.

Gleichzeitig müssen möglicherweise Löhne, Mieten und Lieferanten bezahlt werden.

Ein profitables Unternehmen kann deshalb trotzdem Liquiditätsprobleme bekommen.

Umgekehrt bedeutet ein hohes Bankguthaben nicht automatisch, dass das Unternehmen profitabel arbeitet. Das Geld könnte beispielsweise aus einem aufgenommenen Kredit stammen.

Ergebnisrechnung einfach erklärt

Das Grundprinzip lässt sich auf drei Fragen reduzieren:

1. Welche Erträge hat das Unternehmen erzielt?

2. Welche Aufwendungen sind dafür entstanden?

3. Was bleibt als Ergebnis übrig?

Die grundlegende Formel lautet:

Erträge – Aufwendungen = Ergebnis

Beispielsweise:

300.000 € Erträge – 260.000 € Aufwendungen = 40.000 € Gewinn

oder:

300.000 € Erträge – 330.000 € Aufwendungen = 30.000 € Verlust

Fazit: Die Ergebnisrechnung zeigt den wirtschaftlichen Erfolg

Die Ergebnisrechnung gehört zu den wichtigsten Instrumenten des Rechnungswesens. Sie zeigt, ob ein Unternehmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums wirtschaftlich erfolgreich gearbeitet hat.

Während die Bilanz Vermögen und Finanzierung zu einem Stichtag darstellt, betrachtet die Ergebnisrechnung Erträge und Aufwendungen innerhalb einer Periode.

Besonders wertvoll wird die Ergebnisrechnung, wenn nicht nur das Endergebnis betrachtet wird. Der Vergleich einzelner Kosten- und Ertragspositionen mit Vorjahr, Vormonat und Planung kann frühzeitig zeigen, wo sich die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens verbessert oder verschlechtert.

Dabei sollte das Ergebnis niemals mit dem Kontostand verwechselt werden: Gewinn, Umsatz und Liquidität sind unterschiedliche Größen. Erst die gemeinsame Betrachtung von Ergebnisrechnung, Bilanz und Liquiditätsentwicklung vermittelt ein umfassenderes Bild der wirtschaftlichen Lage eines Unternehmens.

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