Verbrauchermarkt – Definition und Bedeutung
Ein Verbrauchermarkt ist eine Betriebsform des stationären Einzelhandels, die ein umfangreiches Sortiment überwiegend in Selbstbedienung anbietet. Im Mittelpunkt stehen Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs, ergänzt durch sogenannte Non-Food-Produkte.
Typisch sind eine relativ große Verkaufsfläche, ein breites Warenangebot, eine starke Preisorientierung und häufig ein verkehrsgünstiger Standort mit zahlreichen Parkmöglichkeiten.
Der Verbrauchermarkt lässt sich damit zwischen einem klassischen Supermarkt und einem besonders großen SB-Warenhaus einordnen. Die genaue Abgrenzung anhand der Verkaufsfläche ist allerdings nicht überall einheitlich. citeturn0search0turn0search1
Was ist ein Verbrauchermarkt?
Der Verbrauchermarkt ist ein großflächiger Einzelhandelsbetrieb, in dem Kunden ihre Waren größtenteils selbst aus den Regalen nehmen und anschließend an einer zentralen Kasse bezahlen.
Kennzeichnend ist die Kombination aus einem umfangreichen Lebensmittelangebot und zusätzlichen Produkten anderer Warengruppen.
Das Sortiment kann beispielsweise umfassen:
- Lebensmittel
- Getränke
- Drogerieartikel
- Wasch- und Reinigungsmittel
- Haushaltswaren
- Tiernahrung
- Textilien
- Schreibwaren
- Spielwaren
- Elektroartikel
- Garten- und Freizeitartikel
- saisonale Aktionswaren
Der Schwerpunkt liegt normalerweise auf Nahrungs- und Genussmitteln sowie Waren des täglichen Bedarfs. citeturn0search0
Merkmale eines Verbrauchermarktes
Typische Merkmale sind:
- große Verkaufsfläche
- breites und teilweise tiefes Sortiment
- hoher Anteil an Lebensmitteln
- zusätzliches Non-Food-Sortiment
- überwiegende Selbstbedienung
- vergleichsweise geringe Beratungsintensität
- preisorientierte Verkaufsstrategie
- regelmäßige Sonderangebote
- gute Erreichbarkeit mit dem Auto
- großes Parkplatzangebot
Insbesondere die Kombination aus großer Verkaufsfläche, umfangreichem Sortiment und Selbstbedienung unterscheidet den Verbrauchermarkt von vielen kleineren Einzelhandelsbetrieben.
Wie groß ist ein Verbrauchermarkt?
Bei der Verkaufsfläche gibt es unterschiedliche Definitionen.
Eine verbreitete wirtschaftswissenschaftliche Definition ordnet Verbrauchermärkten eine Verkaufsfläche von etwa 1.000 bis 5.000 Quadratmetern zu. Andere Typologien unterscheiden beispielsweise kleine Verbrauchermärkte zwischen etwa 800 und 1.500 Quadratmetern und große Verbrauchermärkte zwischen 1.500 und unter 5.000 Quadratmetern. citeturn0search0turn0search16
Die Quadratmeterzahl sollte deshalb nicht als einziges Abgrenzungskriterium betrachtet werden. Auch Sortiment, Standort, Preisstrategie und Betriebsorganisation spielen eine Rolle.
Verbrauchermarkt und Supermarkt – wo liegt der Unterschied?
Supermarkt und Verbrauchermarkt sind nicht dasselbe, obwohl beide Betriebsformen zahlreiche Gemeinsamkeiten besitzen.
Ein Supermarkt konzentriert sich stärker auf Lebensmittel und andere Produkte des täglichen Bedarfs.
Ein Verbrauchermarkt verfügt normalerweise über eine größere Verkaufsfläche und bietet häufig ein umfangreicheres Non-Food-Sortiment.
Vereinfacht kann man sagen:
Supermarkt = Lebensmittel und täglicher Bedarf
Verbrauchermarkt = Lebensmittel und täglicher Bedarf + umfangreicheres Zusatzsortiment
Die Übergänge können in der Praxis allerdings fließend sein.
Verbrauchermarkt und Discounter
Auch zwischen Verbrauchermarkt und Discounter bestehen wichtige Unterschiede.
Discounter konzentrieren sich typischerweise auf ein vergleichsweise begrenztes Sortiment mit hoher Umschlagshäufigkeit. Durch standardisierte Prozesse, einfache Warenpräsentation und große Einkaufsmengen sollen die Betriebskosten niedrig gehalten werden.
Verbrauchermärkte verfügen dagegen normalerweise über ein wesentlich breiteres Sortiment.
Beide Betriebsformen konkurrieren jedoch stark über den Preis. Verbrauchermärkte versuchen deshalb häufig, Kunden mit Sonderangeboten und Aktionswaren anzulocken.
Verbrauchermarkt und SB-Warenhaus
Noch größer als ein Verbrauchermarkt ist typischerweise das SB-Warenhaus.
Eine gebräuchliche Einteilung sieht SB-Warenhäuser ab ungefähr 5.000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Dort nimmt das Non-Food-Angebot häufig einen besonders großen Umfang ein. citeturn0search1turn0search16
Neben Lebensmitteln können beispielsweise Bekleidung, Unterhaltungselektronik, Haushaltswaren, Spielwaren, Gartenartikel und zahlreiche weitere Produktgruppen angeboten werden.
Auch hier sind die Grenzen zwischen den Betriebsformen nicht in jeder Definition identisch.
Warum liegen Verbrauchermärkte häufig am Stadtrand?
Für einen Verbrauchermarkt werden große Flächen benötigt. Nicht nur das Verkaufsgebäude benötigt Platz, sondern häufig auch Lagerbereiche, Zufahrten und umfangreiche Kundenparkplätze.
Grundstücke in Innenstädten sind dafür oftmals zu klein oder zu teuer.
Deshalb entstanden viele Verbrauchermärkte in Stadtrandlagen oder Gewerbegebieten.
Diese Standorte bieten mehrere Vorteile:
- niedrigere Grundstücks- beziehungsweise Mietkosten
- große Verkaufsflächen
- gute Anlieferungsmöglichkeiten
- zahlreiche Parkplätze
- gute Erreichbarkeit mit dem Auto
Die Orientierung auf verkehrsgünstige, häufig am Stadtrand gelegene Standorte gehört zu den traditionellen Merkmalen des Verbrauchermarktes.
Welche Bedeutung hat die Selbstbedienung?
Die Selbstbedienung ist ein wesentliches Merkmal des Verbrauchermarktes.
Kunden suchen die gewünschten Produkte selbst aus den Regalen und transportieren sie zur Kasse. Dadurch benötigt das Unternehmen im Verhältnis zum Warenangebot weniger Verkaufspersonal als bei einem beratungsintensiven Fachgeschäft.
Für den Händler können dadurch die Personalkosten pro verkauftem Artikel sinken.
Gleichzeitig können auf einer großen Fläche sehr viele Produkte angeboten werden.
Sortiment eines Verbrauchermarktes
Das Sortiment lässt sich grundsätzlich in Food und Non-Food unterteilen.
Food
Zum Food-Bereich gehören beispielsweise:
- Obst und Gemüse
- Fleisch und Wurst
- Milchprodukte
- Backwaren
- Tiefkühlprodukte
- Konserven
- Getränke
- Süßwaren
- weitere Lebensmittel
Non-Food
Zum Non-Food-Bereich können beispielsweise gehören:
- Drogerieartikel
- Haushaltswaren
- Textilien
- Schreibwaren
- Spielzeug
- Autozubehör
- Gartenprodukte
- Elektroartikel
- Freizeitprodukte
Welche Produktgruppen angeboten werden, hängt vom jeweiligen Betreiber und der Größe des Marktes ab.
Preisstrategie eines Verbrauchermarktes
Der Preis spielt bei dieser Betriebsform traditionell eine wichtige Rolle.
Große Einkaufsmengen, Selbstbedienung, standardisierte Prozesse und eine vergleichsweise geringe Beratungsintensität können dazu beitragen, die Betriebskosten niedrig zu halten.
Zusätzlich werden häufig Sonderangebote und Aktionspreise eingesetzt, um Kunden in den Markt zu bringen. Die Preis- und Sonderangebotspolitik gehört zu den charakteristischen Wettbewerbsinstrumenten des Verbrauchermarktes.
Wie verdient ein Verbrauchermarkt Geld?
Das grundlegende Geschäftsmodell des Einzelhandels besteht darin, Waren einzukaufen und mit einer Handelsspanne an Endverbraucher weiterzuverkaufen.
Vereinfacht:
Verkaufspreis – Einstandskosten = Handelsspanne
Aus dieser Spanne müssen jedoch zahlreiche Kosten finanziert werden, beispielsweise:
- Personal
- Miete oder Immobilienkosten
- Energie
- Lagerhaltung
- Logistik
- Werbung
- Verwaltung
- Abschreibungen
- Verluste durch Verderb, Beschädigung oder Diebstahl
Entscheidend ist deshalb nicht allein eine hohe Handelsspanne. Auch ein großer Warenumschlag kann für die Wirtschaftlichkeit entscheidend sein.
Vorteile eines Verbrauchermarktes für Kunden
Verbrauchermärkte bieten Verbrauchern verschiedene Vorteile.
Ein wichtiger Punkt ist das One-Stop-Shopping: Kunden können viele unterschiedliche Produkte während eines einzigen Einkaufs erwerben.
Weitere Vorteile können sein:
- große Produktauswahl
- zahlreiche Marken und Packungsgrößen
- günstige Aktionsangebote
- Lebensmittel und Non-Food unter einem Dach
- große Parkplätze
- gute Erreichbarkeit mit dem Auto
- lange Öffnungszeiten
Gerade größere Haushaltseinkäufe können dadurch bequem erledigt werden.
Nachteile eines Verbrauchermarktes
Die Betriebsform hat jedoch auch Nachteile.
Aus Kundensicht können die großen Verkaufsflächen längere Wege innerhalb des Geschäfts bedeuten. Sonderangebote und aufwendige Produktplatzierungen können zudem Spontankäufe fördern.
Weitere mögliche Nachteile sind:
- teilweise schlechte Erreichbarkeit ohne Auto
- lange Wege durch den Markt
- geringere persönliche Beratung
- hohe Kundenfrequenz zu Stoßzeiten
- Verdrängungswettbewerb gegenüber kleineren Geschäften
Insbesondere Standorte außerhalb der Innenstädte werden deshalb auch unter städtebaulichen Gesichtspunkten diskutiert.
Bedeutung des Standortes
Die Wahl des richtigen Standortes ist für einen Verbrauchermarkt besonders wichtig.
Unternehmen untersuchen beispielsweise:
- Einwohnerzahl im Einzugsgebiet
- Kaufkraft
- Verkehrsanbindung
- Zahl möglicher Kunden
- Konkurrenzsituation
- Grundstücks- und Mietkosten
- verfügbare Verkaufsfläche
- Parkplatzangebot
Da Verbraucher für größere Einkäufe durchaus weitere Wege zurücklegen, kann das Einzugsgebiet eines Verbrauchermarktes größer sein als das eines kleinen Lebensmittelgeschäfts.
Konkurrenz für Verbrauchermärkte
Verbrauchermärkte konkurrieren mit unterschiedlichen Betriebsformen.
Dazu gehören insbesondere:
- Supermärkte
- Lebensmitteldiscounter
- SB-Warenhäuser
- Fachmärkte
- andere großflächige Einzelhandelsbetriebe
- teilweise der Onlinehandel
Gabler nennt insbesondere SB-Warenhäuser, Discounter und Supermärkte als wesentliche Konkurrenten. citeturn0search0
Verbrauchermarkt als Betriebsform des Einzelhandels
Der Verbrauchermarkt gehört zum stationären Einzelhandel.
Einzelhandelsunternehmen verkaufen Waren überwiegend an private Endverbraucher. Zu den unterschiedlichen Betriebsformen gehören unter anderem Supermärkte, Discounter, Fachgeschäfte, Warenhäuser, Verbrauchermärkte und SB-Warenhäuser.
Die verschiedenen Betriebsformen unterscheiden sich beispielsweise hinsichtlich:
- Verkaufsfläche
- Sortiment
- Preisniveau
- Service
- Standort
- Zielgruppe
- Art der Warenpräsentation
Beispiel für einen Verbrauchermarkt
Ein vereinfachtes Beispiel:
Ein Einzelhandelsunternehmen betreibt auf 3.000 Quadratmetern Verkaufsfläche einen Markt am Stadtrand. Der größte Teil des Sortiments besteht aus Lebensmitteln und Getränken.
Zusätzlich werden Haushaltswaren, Drogerieartikel, Tierbedarf, Textilien und wechselnde Aktionsprodukte angeboten.
Die Kunden bedienen sich überwiegend selbst. Vor dem Gebäude befinden sich mehrere hundert Parkplätze.
Ein solcher Betrieb weist typische Merkmale eines Verbrauchermarktes auf.
Häufige Fragen zum Verbrauchermarkt
Ist ein Verbrauchermarkt ein Supermarkt?
Nein. Die Begriffe beschreiben unterschiedliche Betriebsformen, wobei die Grenzen in der Praxis nicht immer eindeutig sind. Ein Verbrauchermarkt ist typischerweise größer und verfügt über ein umfangreicheres Sortiment.
Was verkauft ein Verbrauchermarkt?
Der Schwerpunkt liegt auf Lebensmitteln und anderen Waren des täglichen Bedarfs. Hinzu kommen normalerweise verschiedene Non-Food-Produkte.
Warum sind Verbrauchermärkte so groß?
Die große Verkaufsfläche ermöglicht ein breites Sortiment und die Präsentation großer Warenmengen. Gleichzeitig benötigen solche Märkte Platz für Lager, Logistik und häufig umfangreiche Parkmöglichkeiten.
Wo befinden sich Verbrauchermärkte?
Traditionell befinden sie sich häufig in gut mit dem Auto erreichbaren Stadtrandlagen oder Gewerbegebieten. citeturn0search0
Was unterscheidet einen Verbrauchermarkt vom SB-Warenhaus?
Das SB-Warenhaus ist üblicherweise größer und besitzt ein noch umfangreicheres Non-Food-Angebot. Als Größenordnung werden für SB-Warenhäuser häufig mindestens 5.000 Quadratmeter Verkaufsfläche genannt.
Fazit
Der Verbrauchermarkt ist eine großflächige Betriebsform des Einzelhandels, die Lebensmittel und zahlreiche weitere Waren überwiegend in Selbstbedienung anbietet. Charakteristisch sind ein breites Sortiment, eine ausgeprägte Preisorientierung sowie häufig große, mit dem Auto gut erreichbare Standorte.
Gegenüber einem klassischen Supermarkt zeichnet sich der Verbrauchermarkt vor allem durch seine größere Verkaufsfläche und das umfangreichere Warenangebot aus. Vom SB-Warenhaus unterscheidet er sich wiederum hauptsächlich durch seine geringere Größe und den stärkeren Schwerpunkt auf Waren des täglichen Bedarfs.
Damit nimmt der Verbrauchermarkt eine wichtige Position zwischen Supermarkt, Discounter und SB-Warenhaus ein.
Soll ich als Nächstes Supermarkt, SB-Warenhaus oder Discounter fürs Wirtschaftslexikon erstellen?
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