Ein Eyecatcher ist ein besonders auffälliges Gestaltungselement, das die Aufmerksamkeit eines Betrachters gezielt auf sich ziehen soll. Der Begriff wird vor allem in Werbung, Marketing, Webdesign, Verpackungsdesign und Visual Merchandising verwendet.
Als Eyecatcher können beispielsweise ein auffälliges Bild, eine ungewöhnliche Farbe, eine große Überschrift, ein besonderes Produkt, eine Animation oder ein außergewöhnlich gestaltetes Display dienen.
Das Ziel besteht darin, innerhalb kurzer Zeit Aufmerksamkeit zu erzeugen und den Blick anschließend möglichst auf die eigentliche Werbebotschaft, ein Produkt oder eine gewünschte Handlung zu lenken.
Definition: Was ist ein Eyecatcher?
Der englische Begriff Eyecatcher lässt sich sinngemäß mit „Blickfang“ übersetzen.
Ein Eyecatcher ist ein Element, das sich deutlich von seiner Umgebung abhebt und dadurch besonders schnell wahrgenommen wird.
Einfach erklärt: Ein Eyecatcher ist etwas, das sofort ins Auge fällt.
Im Marketing wird ein solcher Blickfang gezielt eingesetzt, um die Aufmerksamkeit potenzieller Kunden zu gewinnen.
Beispiele für Eyecatcher
Typische Eyecatcher sind:
- auffällige Produktbilder
- große Überschriften
- ungewöhnliche Farben
- besondere Schriftgrößen
- Menschen oder Gesichter
- auffällige Symbole
- bewegte Elemente
- ungewöhnliche Formen
- Verkaufsdisplays
- Schaufensterdekorationen
- besondere Produktverpackungen
Welches Element sich als Eyecatcher eignet, hängt stark vom Umfeld und von der Zielgruppe ab.
Warum sind Eyecatcher im Marketing wichtig?
Unternehmen konkurrieren um die begrenzte Aufmerksamkeit potenzieller Kunden.
Ein Verbraucher sieht beispielsweise beim Einkaufen, im Internet oder in sozialen Medien innerhalb kurzer Zeit zahlreiche:
- Produkte
- Marken
- Bilder
- Werbeanzeigen
- Informationen
Ein Eyecatcher soll dafür sorgen, dass eine bestimmte Botschaft aus dieser Vielzahl von Reizen heraussticht.
Aufmerksamkeit allein reicht allerdings nicht aus. Der Blickfang sollte einen Bezug zum beworbenen Produkt oder zur eigentlichen Botschaft haben.
Wie funktioniert ein Eyecatcher?
Ein Eyecatcher funktioniert häufig durch einen visuellen Kontrast.
Ein Element fällt beispielsweise auf, weil es:
- größer als die Umgebung ist,
- eine andere Farbe besitzt,
- ungewöhnlich angeordnet ist,
- sich bewegt oder
- inhaltlich überrascht.
Befinden sich beispielsweise zwanzig ähnlich gestaltete Produkte in einem Regal und eines besitzt eine deutlich abweichende Verpackung, kann diese Gestaltung die Aufmerksamkeit stärker auf das betreffende Produkt lenken.
Eyecatcher in der Werbung
In der Werbung soll ein Eyecatcher zunächst die Aufmerksamkeit für eine Anzeige oder Werbebotschaft gewinnen.
Bei einem Werbeplakat könnte der Aufbau beispielsweise folgendermaßen aussehen:
Eyecatcher → Überschrift → Information → Handlungsaufforderung
Der Eyecatcher sorgt dafür, dass der Betrachter überhaupt aufmerksam wird.
Anschließend muss die restliche Gestaltung dafür sorgen, dass die Werbebotschaft verstanden wird.
Eyecatcher im Visual Merchandising
Im Visual Merchandising spielen Eyecatcher eine wichtige Rolle.
Ein Händler kann beispielsweise:
- ein besonders dekoriertes Schaufenster,
- ein großes Verkaufsdisplay,
- eine auffällige Aktionsfläche,
- ein ungewöhnlich präsentiertes Produkt oder
- eine besondere Beleuchtung
als Blickfang einsetzen.
Der Eyecatcher soll Kunden beispielsweise auf eine neue Kollektion, ein neues Produkt oder eine Verkaufsaktion aufmerksam machen.
Eyecatcher im Schaufenster
Das Schaufenster eines Geschäfts muss häufig innerhalb weniger Sekunden Aufmerksamkeit erzeugen.
Ein Eyecatcher kann deshalb gezielt eingesetzt werden, um den Blick vorbeigehender Personen auf das Schaufenster zu lenken.
Beispiele sind:
- eine auffällige Schaufensterfigur
- ungewöhnliche Dekoration
- ein besonders großes Produkt
- starke Farbkontraste
- saisonale Gestaltung
Der Blickfang sollte jedoch zum Geschäft und zu den angebotenen Produkten passen.
Eyecatcher am Point of Sale
Auch am Point of Sale (POS) können Eyecatcher eingesetzt werden.
Ein Hersteller kann beispielsweise ein auffälliges Display bereitstellen, das sich deutlich von einem normalen Verkaufsregal unterscheidet.
Der Kunde nimmt dadurch möglicherweise zunächst das Display und anschließend die darin angebotenen Produkte wahr.
Eyecatcher können daher Bestandteil einer Zweitplatzierung oder Verkaufsförderungsaktion sein.
Eyecatcher auf Verpackungen
Auch eine Produktverpackung kann als Eyecatcher gestaltet werden.
Dazu können beispielsweise beitragen:
- auffällige Farben
- ungewöhnliche Formen
- große Produktabbildungen
- besondere Materialien
- prägnante Schriftzüge
Das ist besonders relevant, wenn zahlreiche ähnliche Produkte unmittelbar nebeneinander im Regal stehen.
Die Verpackung muss dabei nicht zwangsläufig besonders bunt sein. In einem Umfeld mit vielen farbenfrohen Verpackungen kann beispielsweise eine sehr reduzierte Gestaltung auffallen.
Eyecatcher im Webdesign
Auch Websites und Online-Shops verwenden Eyecatcher.
Mögliche Beispiele sind:
- große Bilder
- Hero-Bereiche
- auffällige Überschriften
- Produktbilder
- Buttons
- Banner
- Grafiken
Dabei sollte der Blick des Nutzers möglichst zu relevanten Inhalten geführt werden.
Ein auffälliger Button kann beispielsweise auf eine wichtige Handlung wie:
- „Jetzt kaufen“
- „Mehr erfahren“
- „Anmelden“
- „Angebot ansehen“
hinweisen.
Eyecatcher und Call-to-Action
Ein Call-to-Action (CTA) fordert einen Nutzer zu einer bestimmten Handlung auf.
Eyecatcher und Call-to-Action können zusammenfallen, müssen es aber nicht.
Beispiel:
Ein großes Produktfoto zieht zunächst die Aufmerksamkeit auf sich und ist damit der Eyecatcher.
Daneben befindet sich ein deutlich sichtbarer Button mit der Aufschrift „Jetzt kaufen“. Dieser ist der Call-to-Action.
Der Eyecatcher gewinnt die Aufmerksamkeit, während der CTA die gewünschte nächste Handlung verdeutlicht.
Eyecatcher in sozialen Medien
In sozialen Netzwerken konkurrieren zahlreiche Beiträge um Aufmerksamkeit.
Ein Eyecatcher kann beispielsweise das erste Element eines Beitrags sein, das Nutzer beim Scrollen wahrnehmen.
Mögliche Blickfänger sind:
- auffällige Bilder
- ungewöhnliche Motive
- große Textelemente
- kurze Videos
- Animationen
Allerdings sollte der Blickfang zum eigentlichen Inhalt passen. Eine Gestaltung, die lediglich Aufmerksamkeit erzeugt, aber falsche Erwartungen weckt, kann Nutzer enttäuschen.
Eyecatcher und Banner
Ein Banner kann einen Eyecatcher enthalten oder selbst als Blickfang gestaltet sein.
Dabei werden beispielsweise:
- Kontrastfarben
- große Überschriften
- Produktabbildungen
- Rabattangaben
- Buttons
verwendet.
Ein zu auffälliges Banner kann jedoch auch als störend empfunden oder von Nutzern bewusst ignoriert werden.
Eyecatcher und Aufmerksamkeit
Der wichtigste Zweck eines Eyecatchers besteht darin, Aufmerksamkeit zu gewinnen.
Das ist jedoch nur der erste Schritt.
Ein erfolgreicher Aufbau kann beispielsweise so aussehen:
Aufmerksamkeit → Interesse → Information → Handlung
Der Eyecatcher übernimmt dabei hauptsächlich die erste Aufgabe.
Anschließend müssen Produkt, Angebot und Kommunikation überzeugen.
Was macht einen guten Eyecatcher aus?
Ein guter Eyecatcher sollte:
- schnell wahrgenommen werden,
- sich von seiner Umgebung abheben,
- zur Zielgruppe passen,
- einen Bezug zum Produkt haben,
- die eigentliche Botschaft unterstützen und
- nicht unnötig vom Inhalt ablenken.
Der auffälligste Eyecatcher ist deshalb nicht automatisch der beste.
Kontrast als Eyecatcher
Kontraste gehören zu den einfachsten Möglichkeiten, Aufmerksamkeit zu erzeugen.
Denkbar sind beispielsweise:
- hell und dunkel
- groß und klein
- farbig und einfarbig
- bewegt und unbewegt
- rund und eckig
Entscheidend ist immer die Umgebung.
Ein rotes Element fällt beispielsweise nicht besonders auf, wenn fast alle anderen Elemente ebenfalls rot sind.
Größe als Blickfang
Größere Elemente erhalten häufig mehr Aufmerksamkeit als kleinere.
Deshalb werden wichtige:
- Überschriften
- Bilder
- Preise
- Rabatte
- Handlungsaufforderungen
häufig größer dargestellt als weniger wichtige Informationen.
Eine klare visuelle Hierarchie hilft dem Betrachter dabei, wichtige Inhalte schneller zu erfassen.
Bewegung als Eyecatcher
Bewegte Elemente können besonders schnell Aufmerksamkeit erzeugen.
Im digitalen Bereich kommen beispielsweise:
- Videos
- Animationen
- bewegte Banner
infrage.
Zu viel Bewegung kann allerdings ablenken und die Nutzung einer Website erschweren. Bewegung sollte deshalb gezielt und sparsam eingesetzt werden.
Gesichter als Eyecatcher
Menschen und insbesondere Gesichter werden häufig in Werbung und Marketing eingesetzt.
Sie können Aufmerksamkeit erzeugen und Produkte emotionaler präsentieren.
Beispiele finden sich unter anderem in:
- Modewerbung
- Kosmetikwerbung
- Lebensmittelwerbung
- Online-Werbung
Das Motiv sollte jedoch zur Marke, Zielgruppe und Werbebotschaft passen.
Kann ein Eyecatcher zu auffällig sein?
Ja.
Werden zu viele auffällige Elemente gleichzeitig eingesetzt, konkurrieren sie miteinander.
Wenn beispielsweise:
- mehrere Farben,
- blinkende Elemente,
- große Überschriften,
- Animationen und
- zahlreiche Buttons
gleichzeitig Aufmerksamkeit verlangen, kann die Gestaltung unübersichtlich werden.
Wenn alles auffällt, fällt letztlich nichts mehr gezielt auf.
Deshalb sollte ein Eyecatcher bewusst eingesetzt werden.
Eyecatcher und Corporate Design
Ein Eyecatcher sollte möglichst zum Corporate Design des Unternehmens passen.
Ein Unternehmen kann beispielsweise seine typische Markenfarbe gezielt einsetzen.
Dadurch kann der Blickfang nicht nur Aufmerksamkeit erzeugen, sondern gleichzeitig die Wiedererkennbarkeit der Marke unterstützen.
Eyecatcher und Verkaufsförderung
Bei Verkaufsförderungsmaßnahmen können Eyecatcher eingesetzt werden, um Sonderangebote besonders sichtbar zu machen.
Beispiele sind:
- Aktionsaufsteller
- auffällige Preisschilder
- Displays
- besondere Regalmarkierungen
- Aktionsflächen
Der Blickfang unterstützt damit die eigentliche Verkaufsförderungsmaßnahme.
Vorteile eines Eyecatchers
Ein gut eingesetzter Eyecatcher kann:
- Aufmerksamkeit erhöhen,
- wichtige Inhalte hervorheben,
- Produkte sichtbarer machen,
- die Orientierung unterstützen,
- Werbebotschaften verstärken und
- Verkaufsaktionen hervorheben.
Nachteile eines Eyecatchers
Ein ungeeigneter Einsatz kann dagegen Nachteile haben.
Dazu gehören:
- Ablenkung von wichtigen Informationen
- überladene Gestaltung
- negative Wahrnehmung durch den Kunden
- schlechtere Orientierung
- fehlender Zusammenhang zwischen Blickfang und Angebot
Besonders problematisch ist ein Eyecatcher, wenn er zwar Aufmerksamkeit erzeugt, aber anschließend nicht deutlich wird, worum es eigentlich geht.
Eyecatcher und Blickführung
Ein Eyecatcher sollte nicht isoliert betrachtet werden.
Im Idealfall ist er Teil einer geplanten Blickführung.
Beispielsweise:
auffälliges Bild → Überschrift → Produktvorteil → Preis → Kaufbutton
Der Blickfang bildet den Einstieg. Die weitere Gestaltung führt den Betrachter anschließend zu den Informationen und schließlich zur gewünschten Handlung.
Häufige Fragen zum Eyecatcher
Was bedeutet Eyecatcher auf Deutsch?
Eyecatcher bedeutet sinngemäß Blickfang. Gemeint ist ein Element, das besonders schnell Aufmerksamkeit erzeugt.
Was ist ein Beispiel für einen Eyecatcher?
Ein großes, auffälliges Produktbild auf einem ansonsten schlicht gestalteten Werbeplakat kann als Eyecatcher dienen.
Wozu dient ein Eyecatcher?
Er soll Aufmerksamkeit erzeugen und den Blick auf ein Produkt, eine Botschaft oder ein bestimmtes Element lenken.
Ist ein Logo ein Eyecatcher?
Ein Logo kann als Eyecatcher dienen, wenn es entsprechend auffällig gestaltet und platziert wird. Ein Logo ist jedoch nicht automatisch ein Blickfang.
Ist ein Call-to-Action ein Eyecatcher?
Ein Call-to-Action kann gleichzeitig ein Eyecatcher sein, wenn er optisch besonders hervorgehoben wird. Die Begriffe beschreiben jedoch unterschiedliche Funktionen.
Wo werden Eyecatcher eingesetzt?
Eyecatcher werden unter anderem in Werbung, Einzelhandel, Schaufenstern, Visual Merchandising, Verpackungsdesign, Online-Shops, Websites und sozialen Medien eingesetzt.
Fazit
Ein Eyecatcher ist ein gezielt eingesetzter Blickfang, der die Aufmerksamkeit des Betrachters auf sich ziehen soll. Er kann beispielsweise aus einem Bild, einer Farbe, einer Überschrift, einem Display, einer besonderen Produktplatzierung oder einem anderen auffälligen Gestaltungselement bestehen.
Eyecatcher spielen vor allem in Marketing, Werbung, Visual Merchandising, Webdesign und Verkaufsförderung eine wichtige Rolle.
Entscheidend ist jedoch nicht maximale Auffälligkeit. Ein guter Eyecatcher zieht zunächst den Blick auf sich und führt die Aufmerksamkeit anschließend gezielt zur eigentlichen Botschaft oder zum angebotenen Produkt.
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