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Sortiment: Definition, Arten und Bedeutung im Handel

7. September 202610 Minuten Lesezeit0 KommentareAllgemein

Das Sortiment bezeichnet die Gesamtheit aller Waren beziehungsweise Produkte und Dienstleistungen, die ein Unternehmen seinen Kunden anbietet. Vor allem im Handel ist die Sortimentsgestaltung von großer Bedeutung, da sie bestimmt, welche Produkte Kunden in einem Geschäft oder Onlineshop kaufen können.

Unternehmen müssen dabei entscheiden, wie breit und wie tief ihr Sortiment sein soll. Ein Supermarkt verfolgt beispielsweise eine andere Sortimentsstrategie als ein Fachgeschäft, ein Discounter oder ein spezialisierter Onlineshop.

Was ist ein Sortiment?

Unter einem Sortiment versteht man das gesamte Angebot eines Handelsunternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt. Das Sortiment kann aus wenigen spezialisierten Produkten oder aus Tausenden unterschiedlichen Artikeln bestehen.

Ein Supermarkt bietet beispielsweise Lebensmittel, Getränke, Haushaltswaren und teilweise weitere Produktgruppen an. Ein Schuhfachgeschäft konzentriert sein Sortiment dagegen weitgehend auf Schuhe und dazugehörige Produkte.

Die Zusammenstellung des Sortiments wird als Sortimentspolitik beziehungsweise Sortimentsgestaltung bezeichnet und gehört zu den wichtigen Entscheidungen eines Handelsunternehmens.

Was gehört zu einem Sortiment?

Ein Sortiment lässt sich hierarchisch strukturieren. Die genaue Bezeichnung der einzelnen Ebenen kann je nach Unternehmen und Warenwirtschaftssystem unterschiedlich sein.

Typische Ebenen sind beispielsweise:

  • Warenbereich: übergeordnete Zusammenfassung verschiedener Warengruppen
  • Warengruppe: Zusammenfassung ähnlicher beziehungsweise zusammengehöriger Waren
  • Artikelgruppe: weitere Unterteilung einer Warengruppe
  • Artikel: konkretes Produkt innerhalb des Sortiments
  • Sorte oder Variante: unterschiedliche Ausführung eines Artikels, beispielsweise hinsichtlich Größe, Farbe oder Geschmack

Ein Lebensmittelhändler könnte beispielsweise den Warenbereich Getränke führen. Dieser lässt sich unter anderem in Wasser, Säfte und Erfrischungsgetränke unterteilen. Innerhalb dieser Gruppen gibt es wiederum unterschiedliche Marken, Größen und Geschmacksrichtungen.

Sortimentsbreite und Sortimentstiefe

Zwei wichtige Begriffe der Sortimentsgestaltung sind Sortimentsbreite und Sortimentstiefe.

Was bedeutet Sortimentsbreite?

Die Sortimentsbreite beschreibt vereinfacht, wie viele unterschiedliche Waren- beziehungsweise Produktgruppen ein Unternehmen anbietet.

Ein Warenhaus mit Kleidung, Haushaltswaren, Spielzeug, Elektronik und Lebensmitteln besitzt beispielsweise ein breiteres Sortiment als ein reines Schuhgeschäft.

Je mehr unterschiedliche Produktbereiche angeboten werden, desto breiter ist grundsätzlich das Sortiment.

Was bedeutet Sortimentstiefe?

Die Sortimentstiefe beschreibt dagegen die Auswahl innerhalb einer bestimmten Produktgruppe.

Ein Schuhgeschäft kann beispielsweise ausschließlich Schuhe verkaufen und damit ein relativ schmales Sortiment besitzen. Bietet es innerhalb dieses Bereichs jedoch sehr viele Modelle, Marken, Größen, Farben und Ausführungen an, ist das Sortiment tief.

Breites und schmales Sortiment

Bei der Sortimentsbreite wird zwischen einem breiten und einem schmalen Sortiment unterschieden.

Ein breites Sortiment umfasst viele unterschiedliche Warengruppen. Ein großer Supermarkt ist dafür ein typisches Beispiel.

Ein schmales Sortiment konzentriert sich dagegen auf wenige Warengruppen. Dies ist häufig bei spezialisierten Fachgeschäften der Fall.

Ein schmales Sortiment muss deshalb keineswegs eine geringe Produktauswahl bedeuten. Ein spezialisierter Händler kann innerhalb seines Fachgebiets eine sehr große Auswahl besitzen und damit ein schmales, aber tiefes Sortiment anbieten.

Tiefes und flaches Sortiment

Ein tiefes Sortiment bietet innerhalb einer Produktgruppe zahlreiche Varianten und Alternativen.

Beispielsweise könnte ein Fachhändler für Laufschuhe zahlreiche Modelle verschiedener Hersteller in unterschiedlichen Größen, Farben und Preisklassen anbieten.

Bei einem flachen Sortiment stehen innerhalb einer Produktgruppe dagegen vergleichsweise wenige Varianten zur Auswahl.

Discounter arbeiten beispielsweise häufig mit einer begrenzteren Auswahl je Produktgruppe. Dadurch können Beschaffung, Lagerhaltung und Warenpräsentation vereinfacht werden.

Sortimentsbreite und Sortimentstiefe – Beispiele

Sortimentsart Merkmal Beispiel
Breites Sortiment Viele unterschiedliche Warengruppen Warenhaus
Schmales Sortiment Wenige Warengruppen Schuhfachgeschäft
Tiefes Sortiment Viele Varianten innerhalb einer Warengruppe Spezialisierter Fachhändler
Flaches Sortiment Wenige Varianten innerhalb einer Warengruppe Discounter mit begrenzter Auswahl

Kernsortiment und Randsortiment

Das Angebot eines Unternehmens lässt sich außerdem in Kernsortiment und Randsortiment unterteilen.

Kernsortiment

Das Kernsortiment besteht aus den Waren, die für das Unternehmen beziehungsweise dessen Geschäftskonzept von zentraler Bedeutung sind.

Bei einem Buchhändler gehören beispielsweise Bücher zum Kernsortiment. In einem Möbelhaus bilden Möbel einen wesentlichen Bestandteil des Kernsortiments.

Randsortiment

Das Randsortiment ergänzt das eigentliche Kernangebot. Ein Buchgeschäft könnte beispielsweise zusätzlich Lesezeichen, Grußkarten oder Geschenkartikel anbieten.

Solche Produkte können zusätzliche Kundenbedürfnisse erfüllen und zusätzliche Umsätze ermöglichen.

Die Grenze zwischen Kern- und Randsortiment ist nicht immer eindeutig und hängt vom jeweiligen Geschäftskonzept ab.

Was ist ein Zusatzsortiment?

Ein Zusatzsortiment ergänzt das bestehende Angebot um Waren, die häufig einen Bezug zum Kernsortiment besitzen oder einen zusätzlichen Bedarf der Kunden abdecken.

Ein Elektronikhändler kann beispielsweise neben Smartphones auch Schutzhüllen, Ladegeräte und Kabel anbieten.

Zusatz- und Randsortiment werden im allgemeinen Sprachgebrauch teilweise ähnlich verwendet. Je nach betriebswirtschaftlicher Definition können sie jedoch unterschiedlich abgegrenzt werden.

Was ist ein Standardsortiment?

Das Standardsortiment beziehungsweise Stammsortiment umfasst Waren, die ein Händler grundsätzlich dauerhaft oder regelmäßig anbietet.

Davon lassen sich beispielsweise Saison- und Aktionsartikel unterscheiden.

Ein Supermarkt führt Grundnahrungsmittel typischerweise dauerhaft. Weihnachtsdekoration wird dagegen überwiegend während einer bestimmten Jahreszeit angeboten.

Saisonsortiment

Ein Saisonsortiment besteht aus Produkten, deren Nachfrage stark von einer bestimmten Jahreszeit oder einem bestimmten Anlass abhängt.

Beispiele sind:

  • Weihnachtsartikel,
  • Osterdekoration,
  • Gartenmöbel,
  • Grillzubehör,
  • Schulbedarf zum Schulanfang oder
  • saisonale Kleidung.

Nach dem Ende der jeweiligen Saison werden diese Waren häufig reduziert oder aus dem Sortiment genommen.

Was sind Aktionsartikel?

Aktionsartikel werden nur für einen begrenzten Zeitraum angeboten. Besonders häufig findet man dieses Konzept bei Discountern.

Dabei kann es sich beispielsweise um Haushaltsgeräte, Werkzeuge, Kleidung oder Gartenprodukte handeln, die für einige Tage oder Wochen verkauft werden.

Aktionssortimente können dazu dienen, zusätzliche Kunden in ein Geschäft oder einen Onlineshop zu bringen und zusätzliche Umsätze zu erzielen.

Sortimentspolitik

Die Sortimentspolitik umfasst die Entscheidungen eines Unternehmens über die Zusammensetzung und Veränderung seines Warenangebots.

Dabei geht es unter anderem um folgende Fragen:

  • Welche Produkte sollen angeboten werden?
  • Welche Warengruppen sollen erweitert werden?
  • Welche Produkte werden aus dem Sortiment genommen?
  • Wie viele Varianten eines Artikels sollen angeboten werden?
  • Welche Marken und Preisklassen sollen vertreten sein?
  • Welche saisonalen Produkte sind sinnvoll?

Die Sortimentspolitik muss sich unter anderem an der Zielgruppe, Nachfrage, Konkurrenz, Verkaufsfläche beziehungsweise Lagerkapazität und der wirtschaftlichen Rentabilität orientieren.

Sortimentserweiterung

Bei einer Sortimentserweiterung nimmt ein Unternehmen zusätzliche Produkte in sein Angebot auf.

Dabei kann sowohl die Breite als auch die Tiefe des Sortiments vergrößert werden.

Nimmt ein Händler eine völlig neue Warengruppe auf, wird sein Sortiment breiter. Werden dagegen zusätzliche Varianten innerhalb einer bereits vorhandenen Produktgruppe aufgenommen, erhöht sich die Sortimentstiefe.

Sortimentsbereinigung

Bei einer Sortimentsbereinigung werden Produkte oder Produktgruppen aus dem Sortiment entfernt.

Gründe können beispielsweise sein:

  • zu geringe Nachfrage,
  • unzureichende Gewinnspanne,
  • hohe Lagerkosten,
  • veraltete Produkte,
  • Änderungen der Unternehmensstrategie oder
  • Ersatz durch neue Produkte.

Ein möglichst großes Sortiment ist daher nicht automatisch wirtschaftlich sinnvoll. Jeder zusätzliche Artikel kann beispielsweise Lager-, Beschaffungs- und Verwaltungskosten verursachen.

Sortimentsvariation

Bei einer Sortimentsvariation wird das Sortiment verändert, ohne dass sich dessen grundsätzlicher Umfang wesentlich ändern muss.

Ein Händler kann beispielsweise ein wenig nachgefragtes Produkt entfernen und dafür ein neues Produkt derselben Warengruppe aufnehmen.

Das Sortiment wird dadurch an Veränderungen der Nachfrage und des Marktes angepasst.

Warum ist die Sortimentsgestaltung wichtig?

Die Gestaltung des Sortiments hat unmittelbaren Einfluss darauf, welche Zielgruppen ein Unternehmen anspricht und wie es sich gegenüber Wettbewerbern positioniert.

Ein sehr breites und tiefes Sortiment bietet Kunden eine große Auswahl, verursacht aber gleichzeitig höhere Anforderungen an Einkauf, Lagerhaltung und Warenwirtschaft.

Ein kleineres Sortiment kann dagegen Kosten und Komplexität reduzieren. Gleichzeitig besteht die Gefahr, dass Kunden gewünschte Produkte nicht finden und zu einem Wettbewerber wechseln.

Die optimale Sortimentsgestaltung besteht deshalb nicht darin, möglichst viele Artikel anzubieten. Entscheidend ist vielmehr, ein zur Zielgruppe und zum Geschäftsmodell passendes Angebot zusammenzustellen.

Sortimentsgestaltung im Onlinehandel

Auch für Onlineshops spielt die Sortimentspolitik eine wichtige Rolle. Zwar besteht dort nicht dieselbe Begrenzung durch Verkaufsflächen wie im stationären Handel, dennoch verursacht ein großes Sortiment Aufwand.

Produktdaten müssen gepflegt, Waren beschafft beziehungsweise gelagert und Lieferfähigkeit sichergestellt werden. Außerdem muss ein umfangreiches Angebot so strukturiert werden, dass Kunden die gewünschten Produkte schnell finden können.

Kategorien, Suchfunktionen und Filter übernehmen deshalb im Onlinehandel einen wichtigen Teil der Warenorientierung.

FAQ zum Sortiment

Was bedeutet Sortiment einfach erklärt?

Das Sortiment ist die Gesamtheit der Waren beziehungsweise Leistungen, die ein Unternehmen seinen Kunden anbietet. Im Handel bezeichnet es insbesondere das gesamte Warenangebot eines Händlers.

Was ist der Unterschied zwischen Sortiment und Produkt?

Ein Produkt ist ein einzelnes Angebot. Das Sortiment umfasst dagegen die Gesamtheit der angebotenen Produkte beziehungsweise Waren eines Unternehmens.

Was ist ein breites Sortiment?

Ein breites Sortiment umfasst viele unterschiedliche Warengruppen. Typische Beispiele sind große Warenhäuser oder Verbrauchermärkte.

Was ist ein tiefes Sortiment?

Ein tiefes Sortiment bietet innerhalb einer Warengruppe zahlreiche Alternativen und Varianten, beispielsweise unterschiedliche Marken, Modelle, Größen oder Ausführungen.

Kann ein Sortiment gleichzeitig schmal und tief sein?

Ja. Ein Fachgeschäft kann sich auf wenige Warengruppen konzentrieren und innerhalb dieser Gruppen sehr viele unterschiedliche Produkte anbieten. Das Sortiment ist dann schmal und gleichzeitig tief.

Was ist der Unterschied zwischen Kern- und Randsortiment?

Das Kernsortiment umfasst die für das Geschäftskonzept zentralen Waren. Das Randsortiment besteht aus ergänzenden Produkten, die nicht zum eigentlichen Schwerpunkt des Angebots gehören.

Was versteht man unter Sortimentspolitik?

Sortimentspolitik bezeichnet die Planung und Steuerung des Warenangebots. Dazu gehören beispielsweise die Aufnahme neuer Produkte, die Entfernung unrentabler Artikel sowie Entscheidungen über Sortimentsbreite und Sortimentstiefe.

Fazit

Das Sortiment ist das gesamte Waren- beziehungsweise Leistungsangebot eines Unternehmens. Besonders im Handel ist seine Zusammensetzung ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie.

Dabei wird insbesondere zwischen einem breiten oder schmalen sowie einem tiefen oder flachen Sortiment unterschieden. Durch Sortimentserweiterung, Sortimentsbereinigung und Sortimentsvariation können Unternehmen ihr Angebot laufend an Kundenbedürfnisse und Marktveränderungen anpassen. Ein erfolgreiches Sortiment bietet dabei nicht zwangsläufig möglichst viele Produkte, sondern die für Zielgruppe und Geschäftsmodell passende Auswahl.

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