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Unwörter

6. Januar 20263 Minuten Lesezeit0 KommentareU

Unwörter des Jahres sind Begriffe, die für den jeweiligen Zeitraum besonders negativ wahrgenommen werden, meist aufgrund von Missbrauch, Missverständnissen oder manipulativer Verwendung. Sie sind häufig ein Spiegelbild der gesellschaftlichen und politischen Diskussionen zu jener Zeit. Im Folgenden sind einige Unwörter aus verschiedenen Jahren zusammengefasst:

Unwörter des Jahres in Deutschland (seit 1991)

  1. 1991: „Ausländermaut“

    • Dieser Begriff wurde von der damaligen Regierung geprägt und galt als diskriminierend gegenüber ausländischen Fahrzeugführern. Er wurde 1991 als Unwort des Jahres gewählt, weil er pauschal alle ausländischen Autofahrer diskriminierte.

  2. 1992: „Kollateralschaden“

    • Dieser Ausdruck wird oft im militärischen Kontext verwendet und beschreibt die unbeabsichtigten Schäden an Zivilisten und Infrastruktur. Im Jahr 1992 wurde er kritisiert, weil er die menschlichen Tragödien der Kriege verharmloste.

  3. 2005: „Humankapital“

    • Der Begriff, der Arbeitnehmer als „Kapital“ bezeichnet, wurde 2005 zum Unwort des Jahres gewählt. Er wurde als entmenschlichend wahrgenommen und kritisiert, weil er den Wert von Menschen auf ihren ökonomischen Nutzen reduziere.

  4. 2010: „Alternativlos“

    • Das Wort „alternativlos“ wurde aufgrund der politischen Rhetorik von Politiker*innen, insbesondere in Bezug auf die Euro-Rettungspolitik, zum Unwort des Jahres. Es suggerierte, dass es keine andere Option gebe, was als autoritär empfunden wurde.

  5. 2015: „Gutmensch“

    • Der Begriff wurde als Unwort gewählt, weil er oft in einem abwertenden Kontext verwendet wurde, um Menschen zu diskreditieren, die sich für Flüchtlinge und Migranten einsetzen.

  6. 2020: „Corona-Diktatur“

    • Während der COVID-19-Pandemie wurde dieser Begriff populär, um die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus als autoritär darzustellen. Die Verwendung des Begriffs wurde als problematisch angesehen, da er die Diktatur mit demokratisch legitimierten Maßnahmen gleichsetzte.

  7. 2022: „Klimahysterie“

    • Dieser Begriff wurde verwendet, um Menschen, die sich für eine intensivere Klimapolitik einsetzen, als übertrieben oder irrational darzustellen. Er wurde als Unwort gewählt, da er oft dazu diente, Klimaschutzbewegungen zu diskreditieren.

Weitere Beispiele aus der internationalen Diskussion:

  • „Fake News“ (USA, 2017)

    • Dieser Begriff wurde vor allem während der Präsidentschaft von Donald Trump populär und wurde als Unwort bezeichnet, weil er oft genutzt wurde, um legitime Berichterstattung als „falsch“ oder „manipuliert“ darzustellen.

  • „Brexit“ (Großbritannien, 2016)

    • Der Begriff „Brexit“ wurde in der politischen Diskussion über den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union zu einem zentralen Begriff. Er wurde in einigen Kontexten als Unwort verwendet, da er zunehmend mit Unklarheiten und negativen wirtschaftlichen Auswirkungen verbunden war.

  • „Alternative Fakten“ (USA, 2017)

    • Inmitten der politischen Turbulenzen der Trump-Administration wurde der Begriff „alternative Fakten“ geprägt, um offensichtliche Unwahrheiten als „andere Wahrheiten“ darzustellen. Der Begriff wurde weltweit als negativ und manipulativ wahrgenommen.

Fazit

Unwörter des Jahres dienen als gesellschaftlicher Spiegel und zeigen, wie Sprache dazu verwendet werden kann, Diskussionen zu lenken oder zu manipulieren. Oftmals rufen diese Begriffe starke Reaktionen hervor, weil sie ein sensibles Thema in eine bestimmte Richtung rücken.

Diesen Artikel zitieren

„Unwörter“. Wirtschaftslexikon.de, 06.01.2026. https://wirtschaftslexikon.de/unwoerter/

BibTeX für LaTeX, RIS für Literaturverwaltungsprogramme. Die Angaben verweisen auf die aktuelle Artikelseite, nicht auf eine archivierte Fassung.

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