Die Betriebswirtschaftslehre untersucht wirtschaftliche Entscheidungen einzelner Unternehmen. Die Volkswirtschaftslehre betrachtet wirtschaftliche Zusammenhänge zwischen Haushalten, Unternehmen, Staat und Ausland. BWL und VWL gehören zu den Wirtschaftswissenschaften, unterscheiden sich aber vor allem in ihrer Perspektive.
Was ist BWL?
BWL bedeutet Betriebswirtschaftslehre. Sie beschäftigt sich damit, wie Unternehmen gegründet, organisiert, finanziert und geführt werden. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ein Betrieb seine Ziele unter begrenzten Ressourcen erreichen kann.
Typische Fragen der BWL sind: Welcher Verkaufspreis deckt die Kosten? Soll eine Maschine gekauft oder geleast werden? Wie viele Beschäftigte werden benötigt? Welche Produkte sind wirtschaftlich erfolgreich?
Wichtige Bereiche der BWL
- Rechnungswesen und Controlling
- Finanzierung und Investition
- Marketing und Vertrieb
- Personalmanagement
- Produktion und Logistik
- Organisation und Unternehmensstrategie
Was ist VWL?
VWL bedeutet Volkswirtschaftslehre. Sie untersucht beispielsweise, wie Preise entstehen, warum Arbeitslosigkeit auftritt, wie Inflation zustande kommt und welche Auswirkungen staatliche Maßnahmen haben.
Die VWL umfasst zwei große Betrachtungsebenen: Mikroökonomie und Makroökonomie.
- Mikroökonomie: Entscheidungen einzelner Haushalte und Unternehmen sowie ihr Zusammenwirken auf Märkten.
- Makroökonomie: Gesamtwirtschaftliche Größen wie Wirtschaftsleistung, Beschäftigung, Inflation und Wachstum.
Deshalb ist die Aussage „BWL betrachtet einzelne Unternehmen, VWL ausschließlich die gesamte Wirtschaft“ zu vereinfacht. Auch die VWL untersucht einzelne Unternehmen, allerdings mit anderen Fragestellungen.
BWL und VWL im Vergleich
| Merkmal | BWL | VWL |
|---|---|---|
| Schwerpunkt | Entscheidungen und Abläufe im Unternehmen | Wirtschaftliche Zusammenhänge und Märkte |
| Beispielfrage | Wie senkt ein Betrieb seine Produktionskosten? | Wie beeinflussen Energiepreise die Wirtschaft? |
| Typische Größen | Kosten, Erlöse, Gewinn, Liquidität | Preisniveau, Beschäftigung, Wachstum, Einkommen |
| Anwendung | Unternehmensführung und betriebliche Planung | Marktanalyse und Wirtschaftspolitik |
Ein Beispiel: Eine Bäckerei erhöht ihre Preise
Aus Sicht der BWL prüft die Bäckerei, wie stark Mehl, Strom und Löhne ihre Kosten erhöhen. Sie berechnet, welcher Brotpreis erforderlich ist, um wirtschaftlich arbeiten zu können.
Aus Sicht der VWL stellt sich beispielsweise die Frage, warum Energie und Lebensmittel in vielen Unternehmen teurer werden, wie Verbraucher darauf reagieren und welche Folgen dies für das allgemeine Preisniveau hat.
Wie hängen BWL und VWL zusammen?
Unternehmen handeln nicht unabhängig von ihrem Umfeld. Zinsen, Konjunktur, Wettbewerb und staatliche Regeln beeinflussen betriebliche Entscheidungen. Umgekehrt wirken sich Investitionen, Einstellungen und Preisentscheidungen vieler Unternehmen auf die Gesamtwirtschaft aus.
Merksatz: Die BWL fragt häufig, wie ein Unternehmen wirtschaftlich handelt. Die VWL fragt, wie wirtschaftliche Entscheidungen zusammenwirken.
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