Der Geschäftsgrundriss beschreibt die räumliche Aufteilung und Anordnung der verschiedenen Bereiche eines Geschäftes. Im Einzelhandel legt der Grundriss beispielsweise fest, wo sich Verkaufsflächen, Regale, Warenträger, Kassen, Eingänge, Laufwege, Lager- und Servicebereiche befinden.
Ein gut geplanter Geschäftsgrundriss soll die vorhandene Fläche effizient nutzen, Kunden eine einfache Orientierung ermöglichen und gleichzeitig die Warenpräsentation und den Verkauf unterstützen.
Der Geschäftsgrundriss ist damit ein wichtiger Bestandteil der Ladenplanung und Verkaufsraumgestaltung.
Definition: Was ist ein Geschäftsgrundriss?
Ein Geschäftsgrundriss stellt die räumliche Struktur eines Geschäftes dar.
Er zeigt beziehungsweise bestimmt unter anderem:
- Größe und Form der Verkaufsfläche
- Position von Eingang und Ausgang
- Anordnung der Warengruppen
- Standorte von Regalen und anderen Warenträgern
- Laufwege der Kunden
- Kassenbereich
- Beratungs- und Servicebereiche
- Lager- und Nebenräume
Einfach erklärt: Der Geschäftsgrundriss zeigt, wie ein Geschäft räumlich aufgebaut ist und wo sich die einzelnen Bereiche befinden.
Warum ist der Geschäftsgrundriss wichtig?
Die Gestaltung eines Verkaufsraumes kann beeinflussen, wie sich Kunden darin bewegen und welche Produkte sie wahrnehmen.
Ein geeigneter Geschäftsgrundriss soll deshalb verschiedene Anforderungen miteinander verbinden.
Dazu gehören:
- gute Orientierung
- ausreichend Bewegungsfläche
- effiziente Nutzung der Verkaufsfläche
- gute Sichtbarkeit der Produkte
- leichte Erreichbarkeit der Waren
- geeignete Warenpräsentation
- effiziente Arbeitsabläufe
- Sicherheit
Ein Grundriss sollte deshalb nicht ausschließlich danach geplant werden, möglichst viele Regale auf der verfügbaren Fläche unterzubringen.
Geschäftsgrundriss und Verkaufsfläche
Die Verkaufsfläche ist der Teil eines Geschäftes, der unmittelbar für den Verkauf beziehungsweise für Kunden vorgesehen ist.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Regalflächen
- Verkaufstische
- Bedienungstheken
- Aktionsflächen
- Umkleidebereiche
- Kassenbereiche
Daneben benötigt ein Geschäft häufig weitere Flächen, beispielsweise für Lager, Personal oder technische Einrichtungen.
Der Geschäftsgrundriss muss diese unterschiedlichen Nutzungsbereiche sinnvoll miteinander verbinden.
Typische Bereiche eines Geschäftsgrundrisses
Abhängig von Branche und Geschäftsmodell kann ein Laden in verschiedene Bereiche aufgeteilt werden.
Typische Bestandteile sind:
- Eingangsbereich
- Verkaufsraum
- Regal- und Präsentationsflächen
- Aktionsflächen
- Beratungsbereiche
- Kassenbereich
- Lager
- Personalräume
- Servicebereiche
Ein Bekleidungsgeschäft benötigt beispielsweise zusätzlich Umkleidekabinen, während ein Supermarkt größere Flächen für Regale, Kühlmöbel und Kassen benötigt.
Der Eingangsbereich
Der Eingang bildet den Übergang zwischen Außenbereich und Verkaufsraum.
Er sollte Kunden einen möglichst einfachen Zugang ermöglichen und gleichzeitig einen ersten Eindruck vom Geschäft vermitteln.
Direkt hinter dem Eingang nehmen Kunden zunächst ihre Umgebung wahr und orientieren sich.
Deshalb sollte dieser Bereich nicht unnötig überladen sein.
Gleichzeitig können dort beispielsweise:
- Neuheiten
- saisonale Produkte
- Aktionsangebote
sichtbar gemacht werden, sofern die Orientierung und Bewegungsfreiheit erhalten bleiben.
Laufwege im Geschäftsgrundriss
Ein wichtiger Bestandteil der Ladenplanung sind die Kundenlaufwege.
Sie bestimmen, auf welchen Wegen sich Kunden durch das Geschäft bewegen können.
Bei der Planung sollte unter anderem darauf geachtet werden, dass:
- Gänge ausreichend breit sind,
- keine unnötigen Engstellen entstehen,
- wichtige Bereiche gut erreichbar sind,
- Kunden sich orientieren können und
- Einrichtungen keine Flucht- oder Rettungswege blockieren.
Die Wegeführung kann gleichzeitig dazu beitragen, Kunden mit verschiedenen Sortimentsteilen in Kontakt zu bringen.
Geschäftsgrundriss und Kundenführung
Unter Kundenführung versteht man die gezielte Gestaltung des Verkaufsraums, mit der Orientierung und Bewegungswege beeinflusst werden.
Dies kann beispielsweise durch:
- Regalanordnung
- Beschilderung
- Beleuchtung
- Bodengestaltung
- Warengruppen
- Displays
- Aktionsflächen
unterstützt werden.
Eine gute Kundenführung sollte den Kunden Orientierung geben, ohne den Einkauf unnötig kompliziert zu machen.
Arten von Geschäftsgrundrissen
Im Einzelhandel lassen sich verschiedene grundlegende Formen der Flächen- beziehungsweise Ladengestaltung unterscheiden. In der Praxis werden häufig Mischformen eingesetzt.
Rastergrundriss
Beim Rastergrundriss beziehungsweise Grid Layout werden Regale überwiegend in parallelen Reihen angeordnet.
Diese Gestaltung findet sich häufig in:
- Supermärkten
- Drogeriemärkten
- Baumärkten
- Discountern
Der Vorteil liegt in einer effizienten Flächennutzung und einer relativ klaren Struktur.
Freier Grundriss
Bei einem freien Layout werden Warenträger weniger streng nach einem Raster angeordnet.
Dadurch können unterschiedliche Bereiche und Präsentationswelten geschaffen werden.
Diese Gestaltung findet sich beispielsweise im:
- Modehandel
- Schuhhandel
- Einrichtungshandel
- hochwertigen Fachhandel
Der freie Grundriss bietet viele Möglichkeiten für Visual Merchandising, benötigt aber eine sorgfältige Planung, damit der Verkaufsraum übersichtlich bleibt.
Geführter Grundriss
Bei einem stärker geführten Layout wird eine bestimmte Hauptrichtung beziehungsweise Route durch den Verkaufsraum vorgegeben.
Kunden werden dadurch an einem großen Teil des Sortimentes vorbeigeführt.
Eine solche Gestaltung kann die Zahl der Produktkontakte erhöhen, kann bei zu starrer Wegeführung jedoch auch als umständlich wahrgenommen werden.
Shop-in-Shop-Prinzip
Bei einem Shop-in-Shop wird innerhalb einer größeren Verkaufsfläche ein abgegrenzter Bereich für eine bestimmte Marke, Produktgruppe oder einen Anbieter eingerichtet.
Dadurch entstehen innerhalb des Geschäfts unterschiedliche Verkaufswelten.
Rastergrundriss – Vorteile und Nachteile
Ein Rasterlayout bietet verschiedene Vorteile:
- effiziente Flächennutzung
- viele Regalflächen
- klare Warenanordnung
- leichte Standardisierung
- gut für große Sortimente geeignet
Mögliche Nachteile sind:
- weniger abwechslungsreiche Gestaltung
- teilweise monotone Wahrnehmung
- weniger Möglichkeiten für besondere Warenwelten
Freier Grundriss – Vorteile und Nachteile
Ein freier Grundriss ermöglicht eine individuellere Gestaltung.
Vorteile können sein:
- attraktive Warenpräsentation
- flexible Gestaltung
- unterschiedliche Themenbereiche
- gute Möglichkeiten für Eyecatcher
Mögliche Nachteile sind:
- geringere Flächeneffizienz
- höherer Planungsaufwand
- möglicherweise schwierigere Orientierung
Geschäftsgrundriss und Warenträger
Die Anordnung der Warenträger gehört zu den wichtigsten Entscheidungen bei der Gestaltung des Verkaufsraumes.
Zu den Warenträgern zählen beispielsweise:
- Regale
- Verkaufstische
- Kleiderständer
- Vitrinen
- Displays
- Verkaufskörbe
Sie beeinflussen sowohl die verfügbare Präsentationsfläche als auch die Bewegungsmöglichkeiten der Kunden.
Geschäftsgrundriss und Visual Merchandising
Der Geschäftsgrundriss bildet die räumliche Grundlage für das Visual Merchandising.
Während der Grundriss festlegt, wie die Verkaufsfläche grundsätzlich aufgebaut ist, beschäftigt sich Visual Merchandising stärker damit, wie Waren und Verkaufsbereiche visuell gestaltet werden.
Beide Bereiche hängen eng zusammen.
Eine aufwendig gestaltete Produktpräsentation kann beispielsweise nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn sie an einer geeigneten Stelle im Geschäftsgrundriss positioniert ist.
Eyecatcher im Geschäftsgrundriss
Bestimmte Bereiche können gezielt als Blickfang gestaltet werden.
Solche Eyecatcher können beispielsweise sein:
- große Displays
- besondere Dekorationen
- auffällige Produktpräsentationen
- Aktionsflächen
- beleuchtete Warenbereiche
Entscheidend ist dabei auch ihre Position.
Ein aufwendig gestalteter Blickfang hat nur einen begrenzten Nutzen, wenn er von den meisten Kunden kaum gesehen wird.
Aktionsflächen
Viele Geschäfte planen Flächen ein, die flexibel für wechselnde Aktionen genutzt werden können.
Dort können beispielsweise präsentiert werden:
- Saisonartikel
- Neuheiten
- Sonderangebote
- Aktionsware
- Themenwelten
Flexible Aktionsflächen erleichtern es, den Verkaufsraum regelmäßig zu verändern, ohne den gesamten Geschäftsgrundriss neu planen zu müssen.
Kassenbereich im Geschäftsgrundriss
Auch die Position des Kassenbereiches ist wichtig.
Dabei müssen unter anderem berücksichtigt werden:
- Warteschlangen
- Bewegungsfreiheit
- Zugang zum Ausgang
- Arbeitsplatz der Mitarbeiter
- Platz für Kassensysteme
Im Kassenbereich werden außerdem häufig Produkte angeboten, die sich für spontane Zusatzkäufe eignen.
Lager und Warenfluss
Ein Geschäftsgrundriss sollte nicht ausschließlich aus Sicht der Kunden geplant werden.
Auch der Warenfluss ist wichtig.
Waren müssen beispielsweise:
- angeliefert,
- eingelagert,
- ausgepackt,
- in den Verkaufsraum gebracht und
- in Regale beziehungsweise Warenträger eingeräumt
werden.
Kurze und praktikable Wege können den Arbeitsaufwand reduzieren.
Geschäftsgrundriss und Sicherheit
Bei der Planung eines Geschäftes müssen gesetzliche und bauliche Anforderungen berücksichtigt werden.
Dazu können je nach Gebäude und Nutzung beispielsweise gehören:
- Flucht- und Rettungswege
- Brandschutz
- Barrierefreiheit
- ausreichende Durchgangsbreiten
- Arbeitsschutz
Verkaufsdisplays oder zusätzliche Warenträger dürfen deshalb nicht beliebig auf freien Flächen aufgestellt werden.
Barrierefreiheit
Ein gut geplanter Geschäftsgrundriss sollte möglichst auch die Bedürfnisse von Menschen mit eingeschränkter Mobilität berücksichtigen.
Relevant können beispielsweise sein:
- ausreichend breite Wege
- stufenlose Zugänge
- gut erreichbare Waren
- ausreichende Bewegungsflächen
- zugängliche Kassenbereiche
Welche Anforderungen verbindlich einzuhalten sind, hängt von den jeweiligen rechtlichen und baulichen Rahmenbedingungen ab.
Geschäftsgrundriss im Supermarkt
Ein Supermarkt muss eine große Zahl unterschiedlicher Produkte auf begrenzter Fläche präsentieren.
Typisch sind:
- lange Regalreihen
- Frischebereiche
- Kühl- und Tiefkühlbereiche
- Aktionsflächen
- Kassenbereich
Die Wegeführung soll einerseits eine gute Orientierung ermöglichen und andererseits eine effiziente Nutzung der Verkaufsfläche sicherstellen.
Geschäftsgrundriss im Modegeschäft
Modegeschäfte verwenden häufig offenere und flexiblere Grundrisse.
Kleidungsstücke können auf:
- Kleiderständern
- Wandflächen
- Verkaufstischen
- Regalen
präsentiert werden.
Zusätzlich müssen Umkleidekabinen und häufig Beratungsbereiche berücksichtigt werden.
Geschäftsgrundriss und Verkaufspsychologie
Bei der Gestaltung eines Verkaufsraumes können auch Erkenntnisse über das Verhalten von Kunden berücksichtigt werden.
Händler beobachten beispielsweise:
- welche Wege häufig genutzt werden,
- wo Kunden stehen bleiben,
- welche Bereiche wenig besucht werden und
- welche Produktplatzierungen gut funktionieren.
Solche Erkenntnisse können genutzt werden, um den Geschäftsgrundriss und die Warenplatzierung weiterzuentwickeln.
Dabei sollte nicht von starren Regeln ausgegangen werden. Kundenverhalten hängt unter anderem von Branche, Zielgruppe, Geschäft und konkreter Einkaufssituation ab.
Vor- und Nachteile eines gut strukturierten Geschäftsgrundrisses
Ein durchdachter Geschäftsgrundriss kann folgende Vorteile bieten:
- leichtere Kundenorientierung
- effizientere Nutzung der Verkaufsfläche
- bessere Warenpräsentation
- effizientere Arbeitsabläufe
- geeignete Kundenführung
- flexible Aktionsmöglichkeiten
Eine sehr starke Optimierung auf maximale Warenmenge oder bestimmte Laufwege kann dagegen Nachteile verursachen.
Mögliche Probleme sind:
- enge Gänge
- unübersichtliche Verkaufsräume
- schlecht erreichbare Produkte
- lange Wege
- Engstellen
Häufige Fragen zum Geschäftsgrundriss
Was ist ein Geschäftsgrundriss einfach erklärt?
Der Geschäftsgrundriss beschreibt die räumliche Aufteilung eines Geschäftes. Er legt beispielsweise fest, wo sich Verkaufsflächen, Regale, Laufwege, Kassen und Nebenräume befinden.
Warum ist der Geschäftsgrundriss wichtig?
Er beeinflusst die Nutzung der Verkaufsfläche, die Warenpräsentation, die Orientierung der Kunden und die betrieblichen Arbeitsabläufe.
Welche Arten von Geschäftsgrundrissen gibt es?
Im Einzelhandel werden unter anderem Rasterlayouts, freie Layouts und stärker geführte Grundrisse verwendet. Häufig kommen Mischformen zum Einsatz.
Was ist ein Rastergrundriss?
Bei einem Rastergrundriss werden Regale überwiegend in parallelen Reihen angeordnet. Diese Gestaltung ist beispielsweise in vielen Supermärkten verbreitet.
Was hat der Geschäftsgrundriss mit Visual Merchandising zu tun?
Der Geschäftsgrundriss bestimmt die räumliche Struktur des Verkaufsraumes. Visual Merchandising nutzt diese Struktur, um Waren, Displays und andere Elemente möglichst wirkungsvoll zu präsentieren.
Welche Rolle spielen Kundenlaufwege?
Laufwege beeinflussen, welche Bereiche und Produkte Kunden erreichen und wahrnehmen. Gleichzeitig müssen sie eine komfortable und sichere Bewegung durch das Geschäft ermöglichen.
Fazit
Der Geschäftsgrundriss beschreibt die räumliche Struktur eines Geschäftes und ist ein wichtiger Bestandteil der Ladenplanung und Verkaufsraumgestaltung.
Er bestimmt unter anderem die Anordnung von Verkaufsflächen, Warenträgern, Laufwegen, Kassen, Aktionsflächen, Lager- und Servicebereichen.
Ein guter Geschäftsgrundriss sollte die vorhandene Fläche effizient nutzen und gleichzeitig Kundenorientierung, Warenpräsentation, betriebliche Abläufe und Sicherheit berücksichtigen.
Damit bildet der Geschäftsgrundriss die räumliche Grundlage für weitere Maßnahmen wie Visual Merchandising, Warenplatzierung, Kundenführung und Verkaufsförderung.
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