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Pareto-Prinzip

7. August 202616 Minuten Lesezeit0 KommentareP

Das Pareto-Prinzip besagt vereinfacht, dass häufig ein relativ kleiner Teil des Einsatzes für einen großen Teil des Ergebnisses verantwortlich ist. Bekannt ist das Prinzip vor allem als 80-20-Regel: Demnach können beispielsweise 80 Prozent der Ergebnisse durch 20 Prozent der eingesetzten Mittel oder Aktivitäten entstehen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass sich diese Verteilung immer exakt mit 80 zu 20 beziffern lässt. Vielmehr beschreibt das Pareto-Prinzip eine häufig beobachtete ungleiche Verteilung von Aufwand und Ergebnis.

Im Arbeitsalltag kann die 80-20-Regel beispielsweise bedeuten, dass einige wenige Aufgaben einen besonders großen Beitrag zum Erfolg eines Projekts leisten. Im Vertrieb können wenige Kunden einen erheblichen Anteil des Umsatzes erwirtschaften. Auch bei der persönlichen Zeitplanung lässt sich das Pareto-Prinzip einsetzen, um wichtige von weniger wichtigen Aufgaben zu unterscheiden.

Wer das Pareto-Prinzip richtig anwendet, versucht daher nicht einfach, weniger zu arbeiten. Entscheidend ist vielmehr die Frage: Welche Tätigkeiten haben den größten Einfluss auf das gewünschte Ergebnis?

Was ist das Pareto-Prinzip?

Das Pareto-Prinzip beschreibt die Beobachtung, dass Ursachen und Wirkungen beziehungsweise Aufwand und Ergebnis häufig nicht gleichmäßig verteilt sind.

Die bekannte Grundidee lautet:

Ein kleiner Teil des Aufwands kann für einen großen Teil des Ergebnisses verantwortlich sein.

Häufig wird dafür eine Verteilung von 20 zu 80 verwendet. Daher wird das Pareto-Prinzip auch als 80-20-Regel, 80/20-Regel oder Pareto-Regel bezeichnet.

Typische Beispiele sind:

  • 20 Prozent der Produkte sorgen für 80 Prozent des Umsatzes.
  • 20 Prozent der Kunden verursachen 80 Prozent der Supportanfragen.
  • 20 Prozent der Aufgaben erzeugen 80 Prozent des Nutzens eines Arbeitstages.
  • 20 Prozent der Fehler verursachen 80 Prozent der Probleme.
  • 20 Prozent der Kunden erwirtschaften einen großen Teil des Gewinns.

Diese Zahlen sind Beispiele und keine mathematische Vorgabe. In der Realität kann die Verteilung beispielsweise auch 70 zu 30, 90 zu 10 oder 65 zu 35 betragen.

Entscheidend ist die dahinterstehende Erkenntnis: Nicht jede Tätigkeit, jeder Kunde oder jede Ursache hat den gleichen Einfluss auf das Ergebnis.

Woher kommt das Pareto-Prinzip?

Benannt wurde das Pareto-Prinzip nach dem italienischen Ökonomen und Soziologen Vilfredo Pareto.

Pareto beschäftigte sich Ende des 19. Jahrhunderts unter anderem mit der Verteilung von Einkommen und Vermögen. Bekannt wurde insbesondere seine Beobachtung einer ungleichen Vermögensverteilung.

Die heute bekannte 80-20-Regel wurde später mit seinem Namen verbunden und auf zahlreiche wirtschaftliche und organisatorische Fragestellungen übertragen.

Heute findet das Pareto-Prinzip unter anderem Anwendung in:

  • Zeitmanagement
  • Projektmanagement
  • Unternehmensführung
  • Vertrieb
  • Marketing
  • Qualitätsmanagement
  • Logistik
  • Softwareentwicklung
  • Kundenservice
  • persönlicher Produktivität

Das Prinzip ist vor allem deshalb beliebt, weil es eine einfache Frage in den Mittelpunkt stellt: Wo entsteht tatsächlich der größte Nutzen?

Warum heißt es 80-20-Regel?

Die Bezeichnung 80-20-Regel kann leicht missverstanden werden.

Sie bedeutet nicht, dass bei jeder Tätigkeit exakt 20 Prozent des Aufwands genau 80 Prozent des Ergebnisses erzeugen.

Die Zahlen 80 und 20 stehen vielmehr beispielhaft für eine starke Ungleichverteilung.

Ein Unternehmen könnte beispielsweise feststellen, dass 15 Prozent seiner Kunden 72 Prozent des Umsatzes erwirtschaften. Auch das entspricht der grundsätzlichen Idee des Pareto-Prinzips, obwohl die Werte nicht genau bei 80 und 20 liegen.

Ebenso müssen sich die beiden Werte nicht zwingend zu 100 Prozent addieren. Ursache und Wirkung sind zwei unterschiedliche Größen.

Die 80-20-Regel sollte deshalb als Denkmodell und Analysewerkzeug verstanden werden und nicht als unveränderliches mathematisches Gesetz.

Ein einfaches Beispiel für das Pareto-Prinzip

Ein Onlineshop verkauft 100 unterschiedliche Produkte.

Nach einer Auswertung stellt der Betreiber fest, dass 20 dieser Produkte den größten Teil seines Umsatzes erwirtschaften. Die übrigen 80 Produkte verkaufen sich dagegen deutlich seltener.

Nach dem Pareto-Prinzip wäre es sinnvoll, die besonders erfolgreichen Produkte genauer zu analysieren.

Der Händler könnte sich beispielsweise folgende Fragen stellen:

  • Welche Produkte erzielen den höchsten Umsatz?
  • Welche Produkte haben die höchste Gewinnspanne?
  • Welche Produkte werden besonders häufig nachbestellt?
  • Welche Produkte führen zu weiteren Käufen?
  • Welche Marketingmaßnahmen funktionieren bei diesen Produkten besonders gut?

Die Erkenntnis bedeutet allerdings nicht, dass die übrigen 80 Produkte automatisch aus dem Sortiment entfernt werden sollten.

Einige davon könnten beispielsweise eine hohe Marge besitzen, wichtige Ergänzungsprodukte sein oder dafür sorgen, dass Kunden überhaupt erst auf den Onlineshop aufmerksam werden.

Das Pareto-Prinzip hilft also bei der Analyse und Priorisierung. Es ersetzt keine detaillierte wirtschaftliche Bewertung.

Pareto-Prinzip im Zeitmanagement

Besonders bekannt ist die Anwendung der 80-20-Regel im Zeitmanagement.

Viele Menschen verbringen einen erheblichen Teil ihres Arbeitstages mit Aufgaben, die zwar erledigt werden müssen, aber nur einen begrenzten Einfluss auf die wichtigsten Ziele haben.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • wenig wichtige E-Mails beantworten
  • Dokumente unnötig perfektionieren
  • Meetings ohne klares Ziel besuchen
  • ständig zwischen verschiedenen Aufgaben wechseln
  • kleine organisatorische Tätigkeiten erledigen

Gleichzeitig gibt es häufig wenige Aufgaben, die einen besonders großen Einfluss auf das Ergebnis haben.

Das können beispielsweise ein wichtiges Kundengespräch, die Fertigstellung eines Angebots, die Lösung eines zentralen Problems oder die Entwicklung eines neuen Produkts sein.

Wer nach dem Pareto-Prinzip arbeitet, versucht diese Aufgaben frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu priorisieren.

Wie wendet man das Pareto-Prinzip im Alltag an?

Die Anwendung beginnt nicht mit dem Streichen von 80 Prozent aller Aufgaben. Zunächst muss geklärt werden, welches Ergebnis überhaupt erreicht werden soll.

Ein mögliches Vorgehen besteht aus mehreren Schritten.

1. Ziel festlegen

Zunächst sollte ein möglichst konkretes Ziel definiert werden.

Beispiele:

  • Umsatz steigern
  • mehr Neukunden gewinnen
  • Arbeitszeit reduzieren
  • ein Projekt schneller abschließen
  • Kundenbeschwerden reduzieren

2. Aktivitäten erfassen

Anschließend wird betrachtet, welche Tätigkeiten das gewünschte Ergebnis beeinflussen.

3. Ergebnisse messen

Nun sollte möglichst anhand von Daten geprüft werden, welche Aktivitäten tatsächlich einen großen Beitrag leisten.

4. Prioritäten setzen

Die Aktivitäten mit besonders hohem Einfluss erhalten eine höhere Priorität.

5. Unwichtige Aufgaben reduzieren

Aufgaben mit geringem Nutzen können möglicherweise vereinfacht, automatisiert, delegiert oder ganz gestrichen werden.

6. Ergebnisse überprüfen

Die Prioritäten sollten regelmäßig überprüft werden. Was heute besonders wichtig ist, muss es in einigen Monaten nicht mehr sein.

Pareto-Prinzip im Unternehmen

Unternehmen können die 80-20-Regel in zahlreichen Bereichen einsetzen.

Besonders interessant ist die Frage, welche Kunden, Produkte, Dienstleistungen oder Prozesse einen überdurchschnittlich großen Beitrag zum Unternehmenserfolg leisten.

Eine Pareto-Analyse kann beispielsweise zeigen:

  • welche Produkte besonders profitabel sind
  • welche Kunden den größten Umsatz erwirtschaften
  • welche Marketingkanäle die meisten Neukunden bringen
  • welche Fehler die meisten Reklamationen verursachen
  • welche Prozesse besonders hohe Kosten verursachen

Solche Erkenntnisse können dabei helfen, Ressourcen gezielter einzusetzen.

Pareto-Prinzip im Vertrieb

Im Vertrieb wird häufig die Aussage verwendet, dass 20 Prozent der Kunden für 80 Prozent des Umsatzes verantwortlich seien.

Ob diese Verteilung tatsächlich zutrifft, sollte jedes Unternehmen anhand seiner eigenen Zahlen überprüfen.

Die grundsätzliche Idee ist dennoch wichtig: Nicht alle Kunden besitzen den gleichen wirtschaftlichen Wert.

Eine Analyse kann beispielsweise zeigen, welche Kunden:

  • besonders hohe Umsätze erzielen
  • überdurchschnittlich profitabel sind
  • regelmäßig bestellen
  • großes Wachstumspotenzial besitzen
  • strategisch besonders wichtig sind

Solche Kunden können gegebenenfalls intensiver betreut werden, beispielsweise im Rahmen eines Key Account Managements.

Dabei darf der aktuelle Umsatz allerdings nicht das einzige Kriterium sein. Ein kleinerer Kunde kann langfristig ein wesentlich größeres Potenzial besitzen als ein derzeitiger Großkunde.

Pareto-Prinzip im Marketing

Auch im Marketing können Ergebnisse sehr ungleich verteilt sein.

Ein Unternehmen könnte beispielsweise feststellen, dass ein kleiner Teil seiner Werbekampagnen für einen großen Anteil der Verkäufe verantwortlich ist.

Ähnliche Analysen sind möglich für:

  • Suchbegriffe
  • Landingpages
  • Social-Media-Beiträge
  • Newsletter
  • Werbeanzeigen
  • Vertriebskanäle
  • Webseiteninhalte

Anstatt alle Maßnahmen gleich zu behandeln, kann ein Unternehmen die besonders erfolgreichen Bereiche identifizieren und weiter optimieren.

Dabei sollte jedoch vermieden werden, ausschließlich auf bestehende Gewinner zu setzen. Neue Marketingkanäle benötigen möglicherweise Zeit, bevor sie ihr Potenzial zeigen.

Pareto-Prinzip im Projektmanagement

Bei Projekten stehen häufig zahlreiche Aufgaben auf der To-do-Liste. Trotzdem haben nicht alle Aufgaben die gleiche Bedeutung für den Projekterfolg.

Das Pareto-Prinzip kann Projektmanagern helfen, kritische Aufgaben zu erkennen.

Eine sinnvolle Frage lautet:

Welche wenigen Aufgaben müssen unbedingt erfolgreich abgeschlossen werden, damit das Projekt sein eigentliches Ziel erreicht?

Diese Aufgaben sollten besondere Aufmerksamkeit erhalten.

Das bedeutet jedoch nicht, dass die übrigen Aufgaben ignoriert werden dürfen. Sicherheitsanforderungen, gesetzliche Vorgaben oder technische Abhängigkeiten können beispielsweise zwingend erforderlich sein, obwohl ihr unmittelbarer Beitrag zum sichtbaren Ergebnis gering erscheint.

Pareto-Prinzip im Qualitätsmanagement

Eine besonders praktische Anwendung findet das Pareto-Prinzip bei der Analyse von Fehlern und Problemen.

Angenommen, ein Unternehmen erhält innerhalb eines Monats 1.000 Kundenbeschwerden.

Die Beschwerden haben unterschiedliche Ursachen:

  • verspätete Lieferung
  • beschädigte Ware
  • falsches Produkt
  • Probleme bei der Bezahlung
  • schlechte Verpackung
  • fehlende Informationen
  • technische Probleme

Eine Analyse könnte zeigen, dass zwei Ursachen für den überwiegenden Teil aller Beschwerden verantwortlich sind.

Statt gleichzeitig an allen möglichen Fehlerquellen zu arbeiten, könnte das Unternehmen zunächst diese beiden Hauptursachen untersuchen und verbessern.

Auf diesem Gedanken basiert auch die sogenannte Pareto-Analyse.

Was ist eine Pareto-Analyse?

Eine Pareto-Analyse ist eine Methode, mit der Probleme, Ursachen oder andere Faktoren nach ihrer Bedeutung geordnet werden.

Dafür werden zunächst Daten gesammelt und anschließend nach ihrer Häufigkeit oder ihrem Einfluss sortiert.

Ein einfaches Vorgehen sieht beispielsweise so aus:

  1. Problem oder Ziel definieren.
  2. Mögliche Ursachen erfassen.
  3. Häufigkeit oder Auswirkungen jeder Ursache messen.
  4. Ursachen nach ihrer Bedeutung sortieren.
  5. Die wichtigsten Ursachen priorisieren.
  6. Maßnahmen entwickeln und deren Wirkung kontrollieren.

Zur Darstellung wird häufig ein Pareto-Diagramm verwendet.

Was ist ein Pareto-Diagramm?

Ein Pareto-Diagramm stellt verschiedene Ursachen oder Kategorien nach ihrer Bedeutung sortiert dar.

Typischerweise werden Balken verwendet, die beispielsweise die Anzahl bestimmter Fehler zeigen. Die häufigste oder wichtigste Ursache steht an erster Stelle, danach folgen die weiteren Ursachen in absteigender Reihenfolge.

Zusätzlich kann eine kumulierte Kurve dargestellt werden. Dadurch lässt sich erkennen, welcher Anteil aller Probleme durch die wichtigsten Ursachen entsteht.

Ein Pareto-Diagramm macht eine ungleiche Verteilung häufig auf einen Blick sichtbar.

Beispiel für eine Pareto-Analyse

Ein Unternehmen untersucht 100 Reklamationen.

Dabei ergibt sich beispielsweise folgende Verteilung:

  • 45 Reklamationen wegen Lieferverzögerungen
  • 25 Reklamationen wegen beschädigter Ware
  • 12 Reklamationen wegen falscher Artikel
  • 8 Reklamationen wegen Rechnungsproblemen
  • 6 Reklamationen wegen fehlender Informationen
  • 4 Reklamationen aus anderen Gründen

Allein die ersten beiden Ursachen sind damit für 70 von 100 Reklamationen verantwortlich.

Das Unternehmen könnte deshalb zunächst untersuchen, warum Lieferungen verspätet eintreffen und Waren beschädigt werden.

Werden diese beiden Probleme erfolgreich reduziert, könnte dies einen wesentlich größeren Effekt haben als zahlreiche kleinere Optimierungen an selten auftretenden Problemen.

Vorteile des Pareto-Prinzips

Die 80-20-Regel ist vor allem wegen ihrer einfachen Grundidee beliebt.

Zu den möglichen Vorteilen gehören:

  • wichtige Aufgaben werden leichter erkennbar
  • Ressourcen können gezielter eingesetzt werden
  • Zeit kann effizienter genutzt werden
  • Probleme lassen sich nach ihrer Bedeutung priorisieren
  • Entscheidungen können stärker anhand von Daten getroffen werden
  • Perfektionismus bei unwichtigen Details kann reduziert werden

Besonders hilfreich ist das Prinzip, wenn viele unterschiedliche Aufgaben oder Probleme gleichzeitig auftreten und entschieden werden muss, womit begonnen werden soll.

Nachteile und Grenzen des Pareto-Prinzips

So nützlich die 80-20-Regel sein kann, sie hat auch Grenzen.

Ein häufiger Fehler besteht darin, die Zahlen 80 und 20 als festes Naturgesetz zu betrachten.

Das Pareto-Prinzip sagt außerdem nicht automatisch, welche 20 Prozent tatsächlich wichtig sind. Diese müssen zunächst identifiziert werden.

Weitere mögliche Probleme sind:

  • schlecht messbare Faktoren werden möglicherweise unterschätzt
  • langfristige Aufgaben können kurzfristig wenig Nutzen zeigen
  • kleine Probleme können später große Auswirkungen entwickeln
  • notwendige Routineaufgaben dürfen nicht einfach ignoriert werden
  • eine starke Konzentration auf bestehende Erfolge kann Innovation verhindern

Das Prinzip sollte deshalb als Werkzeug zur Priorisierung und nicht als starre Handlungsanweisung verwendet werden.

Das Pareto-Prinzip bedeutet nicht, nur noch 20 Prozent zu erledigen

Ein verbreitetes Missverständnis lautet: Wenn 20 Prozent der Arbeit 80 Prozent des Ergebnisses erzeugen, könne man die restlichen 80 Prozent einfach weglassen.

So funktioniert das Pareto-Prinzip nicht.

Viele Tätigkeiten sind notwendig, obwohl sie keinen unmittelbar sichtbaren Nutzen erzeugen.

Ein Unternehmen muss beispielsweise Buchhaltung durchführen, Datenschutzvorgaben beachten, IT-Systeme warten und gesetzliche Pflichten erfüllen. Diese Aufgaben können möglicherweise nicht zu den umsatzstärksten Tätigkeiten gehören, sind aber trotzdem unverzichtbar.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht:

„Welche 80 Prozent kann ich streichen?“

Sondern:

„Welche Tätigkeiten haben den größten Einfluss und erhalten deshalb meine höchste Aufmerksamkeit?“

Pareto-Prinzip und Perfektionismus

Die 80-20-Regel wird häufig genutzt, um unnötigen Perfektionismus zu vermeiden.

Bei manchen Aufgaben lässt sich relativ schnell ein gutes Ergebnis erzielen. Die letzten Verbesserungen benötigen anschließend unverhältnismäßig viel Zeit.

Ein Bericht könnte beispielsweise nach zwei Stunden bereits alle wichtigen Informationen enthalten. Weitere drei Stunden werden anschließend nur noch für kleine Formulierungen und optische Details verwendet.

In einem solchen Fall sollte geprüft werden, ob diese zusätzliche Arbeit tatsächlich einen entsprechenden Nutzen erzeugt.

Das bedeutet nicht, dass Qualität unwichtig ist.

Bei sicherheitskritischen, medizinischen, rechtlichen oder finanziellen Aufgaben können Details entscheidend sein. Dort wäre es gefährlich, die 80-20-Regel als Rechtfertigung für oberflächliches Arbeiten zu verwenden.

Pareto-Prinzip und Eisenhower-Prinzip: Was ist der Unterschied?

Das Pareto-Prinzip wird häufig mit anderen Methoden des Zeitmanagements kombiniert.

Beim Pareto-Prinzip steht die Frage im Mittelpunkt, welche Aktivitäten den größten Einfluss auf das Ergebnis haben.

Das Eisenhower-Prinzip unterscheidet Aufgaben dagegen nach ihrer Wichtigkeit und Dringlichkeit.

Beide Methoden können sich ergänzen.

Mit dem Pareto-Prinzip können besonders wirkungsvolle Aufgaben identifiziert werden. Anschließend kann beispielsweise mit einer Priorisierungsmethode entschieden werden, wann und wie diese Aufgaben erledigt werden.

Ist das Pareto-Prinzip wissenschaftlich bewiesen?

Die 80-20-Verteilung sollte nicht als universelles wissenschaftliches Gesetz verstanden werden.

Ungleichverteilungen treten in Wirtschaft, Gesellschaft, Technik und anderen Bereichen tatsächlich häufig auf. Daraus folgt jedoch nicht, dass grundsätzlich genau 20 Prozent der Ursachen für genau 80 Prozent der Wirkungen verantwortlich sind.

Wer das Pareto-Prinzip professionell einsetzen möchte, sollte daher nicht nach einer vorgegebenen 80-20-Verteilung suchen.

Besser ist es, reale Daten auszuwerten und zu prüfen, wie stark die Verteilung im konkreten Fall tatsächlich ist.

Wann ist das Pareto-Prinzip sinnvoll?

Besonders hilfreich kann die Methode sein, wenn:

  • sehr viele Aufgaben gleichzeitig anstehen
  • Ressourcen begrenzt sind
  • Probleme priorisiert werden müssen
  • Umsätze oder Kosten analysiert werden
  • Prozesse verbessert werden sollen
  • eine große Datenmenge auf besonders wichtige Faktoren untersucht wird

Weniger geeignet ist eine vereinfachte Anwendung, wenn alle Aufgaben zwingend erfüllt werden müssen oder kleine Fehler schwerwiegende Konsequenzen haben können.

5 Fragen für die praktische Anwendung der 80-20-Regel

Wer das Pareto-Prinzip im Alltag nutzen möchte, kann sich regelmäßig folgende Fragen stellen:

  1. Welches Ergebnis möchte ich tatsächlich erreichen?
  2. Welche Aufgaben haben darauf den größten Einfluss?
  3. Womit verbringe ich viel Zeit, obwohl der Nutzen gering ist?
  4. Welche Tätigkeiten kann ich vereinfachen, automatisieren oder delegieren?
  5. Stimmen meine Annahmen mit den tatsächlichen Ergebnissen überein?

Allein diese Fragen können dabei helfen, Prioritäten bewusster zu setzen.

Häufige Fragen zum Pareto-Prinzip

Was besagt das Pareto-Prinzip einfach erklärt?

Das Pareto-Prinzip besagt vereinfacht, dass ein relativ kleiner Anteil der Ursachen oder des Aufwands häufig für einen großen Anteil der Ergebnisse verantwortlich ist. Bekannt ist das Prinzip als 80-20-Regel.

Was bedeutet die 80-20-Regel?

Die 80-20-Regel beschreibt beispielhaft eine ungleiche Verteilung. So könnten etwa 20 Prozent der Kunden für 80 Prozent des Umsatzes verantwortlich sein. Die Werte müssen in der Realität nicht exakt 80 und 20 betragen.

Wer hat das Pareto-Prinzip erfunden?

Das Prinzip ist nach dem italienischen Ökonomen und Soziologen Vilfredo Pareto benannt. Seine Untersuchungen zur ungleichen Verteilung von Vermögen bildeten einen historischen Ausgangspunkt für die später als Pareto-Prinzip bekannte Idee.

Wie kann man das Pareto-Prinzip im Zeitmanagement nutzen?

Zunächst werden die Aufgaben identifiziert, die den größten Beitrag zu einem wichtigen Ziel leisten. Diese erhalten eine höhere Priorität. Tätigkeiten mit geringem Nutzen können anschließend gegebenenfalls reduziert, vereinfacht, delegiert oder automatisiert werden.

Müssen es immer genau 80 und 20 Prozent sein?

Nein. Die Zahlen sind keine feste Vorgabe. In der Praxis können ganz andere Verteilungen auftreten. Entscheidend ist die Erkenntnis, dass Ursachen und Ergebnisse häufig ungleich verteilt sind.

Was ist eine Pareto-Analyse?

Bei einer Pareto-Analyse werden Probleme oder Ursachen nach ihrer Bedeutung beziehungsweise Häufigkeit sortiert. Dadurch können besonders wichtige Faktoren identifiziert und priorisiert werden.

Fazit zum Pareto-Prinzip

Das Pareto-Prinzip ist eine einfache Methode, um den Blick auf besonders wirkungsvolle Aufgaben, Kunden, Produkte oder Ursachen zu richten. Bekannt ist es vor allem als 80-20-Regel: Ein vergleichsweise kleiner Anteil des Einsatzes kann einen großen Anteil des Ergebnisses erzeugen.

Die Zahlen 80 und 20 sollten dabei nicht wörtlich genommen werden. Entscheidend ist vielmehr die ungleiche Verteilung von Aufwand und Wirkung.

Richtig angewendet kann das Pareto-Prinzip dabei helfen, Prioritäten zu setzen, Arbeitszeit sinnvoller einzusetzen, wichtige Kunden und Produkte zu erkennen oder die häufigsten Ursachen von Problemen zu identifizieren.

Die Methode sollte jedoch nicht dazu führen, scheinbar unwichtige Aufgaben grundsätzlich zu ignorieren. Am wirkungsvollsten ist das Pareto-Prinzip, wenn Entscheidungen auf tatsächlichen Daten beruhen und regelmäßig überprüft wird, welche Aktivitäten wirklich den größten Beitrag zum gewünschten Ergebnis leisten.

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