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Nord-Stream-Pipeline

7. Oktober 202615 Minuten Lesezeit0 KommentareN

Die Nord-Stream-Pipelines sind Erdgasleitungen durch die Ostsee zwischen Russland und Deutschland. Sie wurden gebaut, um russisches Erdgas auf direktem Weg nach Deutschland und von dort in weitere europäische Staaten zu transportieren.

Zum Nord-Stream-System gehören insbesondere:

  • Nord Stream 1
  • Nord Stream 2

Beide Systeme bestehen jeweils aus zwei parallelen Leitungssträngen. Zusammen waren sie für eine sehr große Transportkapazität ausgelegt.

Seit den Explosionen im September 2022 sind große Teile der Leitungen beschädigt. Nord Stream 1 transportiert kein Gas mehr. Nord Stream 2 wurde trotz Fertigstellung nie regulär in Betrieb genommen.

Was ist die Nord-Stream-Pipeline?

Nord Stream ist ein Pipeline-System, das russisches Erdgas durch die Ostsee direkt nach Deutschland transportieren sollte.

Die Leitungen verlaufen weitgehend auf dem Meeresboden und umgehen klassische Transitländer in Osteuropa.

Der Ausgangspunkt liegt auf russischer Seite an der Ostseeküste. Auf deutscher Seite enden die Leitungen im Raum Lubmin bei Greifswald.

Von dort sollte beziehungsweise konnte das Gas über weitere Leitungsnetze innerhalb Deutschlands und Europas verteilt werden.

Nord Stream 1

Nord Stream 1 besteht aus zwei weitgehend parallel verlaufenden Gasleitungen durch die Ostsee.

Die Pipeline ist ungefähr:

1.224 Kilometer lang.

Beide Leitungen zusammen waren für eine jährliche Transportkapazität von ungefähr:

55 Milliarden Kubikmetern Erdgas

ausgelegt.

Der erste Strang ging 2011 in Betrieb, der zweite folgte 2012.

Nord Stream 1 entwickelte sich anschließend zu einer wichtigen Route für russische Gaslieferungen nach Deutschland und Europa.

Nord Stream 2

Nord Stream 2 wurde weitgehend parallel zu Nord Stream 1 gebaut.

Auch Nord Stream 2 besteht aus zwei Leitungssträngen und war für eine zusätzliche Kapazität von rund:

55 Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr

ausgelegt.

Damit hätten Nord Stream 1 und Nord Stream 2 zusammen theoretisch bis zu:

110 Milliarden Kubikmeter Erdgas jährlich

transportieren können.

Nord Stream 2 wurde technisch fertiggestellt, ging jedoch nie regulär in den kommerziellen Betrieb.

Nord Stream 1 und Nord Stream 2 im Vergleich

Merkmal Nord Stream 1 Nord Stream 2
Anzahl Leitungen 2 2
Verlauf Russland – Ostsee – Deutschland Russland – Ostsee – Deutschland
Kapazität ca. 55 Mrd. m³ pro Jahr ca. 55 Mrd. m³ pro Jahr
regulärer Betrieb ja, ab 2011/2012 nein
Status nach 2022 schwer beschädigt, kein regulärer Gastransport teilweise beschädigt, nie regulär in Betrieb genommen

Warum wurde Nord Stream gebaut?

Der Bau der Pipelines hatte mehrere wirtschaftliche und energiepolitische Ziele.

Dazu gehörten insbesondere:

  • direkter Gastransport von Russland nach Deutschland
  • zusätzliche Importkapazitäten
  • Umgehung von Transitstaaten
  • Versorgung großer europäischer Gasmärkte
  • langfristige Lieferbeziehungen

Durch die direkte Ostseeroute konnten Russland und die beteiligten europäischen Unternehmen Gas transportieren, ohne dabei auf bestimmte bestehende Landrouten angewiesen zu sein.

Warum war Nord Stream wirtschaftlich wichtig?

Erdgas spielte über viele Jahre eine bedeutende Rolle für:

  • Industrie
  • Stromerzeugung
  • Heizung
  • Chemieindustrie
  • Wärmeerzeugung

Deutschland importierte einen erheblichen Teil seines Erdgases aus Russland.

Nord Stream 1 war deshalb nicht lediglich ein Infrastrukturprojekt, sondern Bestandteil der europäischen Energieversorgung.

Für energieintensive Unternehmen waren dabei insbesondere:

  • Gaspreis
  • Versorgungssicherheit
  • Transportkapazität

von Bedeutung.

Wer betrieb Nord Stream 1?

Nord Stream 1 wurde durch die Nord Stream AG betrieben.

An der Gesellschaft waren verschiedene europäische Energieunternehmen und der russische Gazprom-Konzern beteiligt.

Gazprom hielt dabei die Mehrheit.

Die Beteiligungsstruktur verdeutlichte, dass Nord Stream ursprünglich als internationales Energieprojekt zwischen Russland und mehreren europäischen Unternehmen aufgebaut wurde.

Wer steht hinter Nord Stream 2?

Die Nord Stream 2 AG mit Sitz in der Schweiz wurde für Entwicklung und Betrieb von Nord Stream 2 gegründet.

Das Projekt stand unter Kontrolle des russischen Gazprom-Konzerns.

Mehrere europäische Energieunternehmen beteiligten sich an der Finanzierung des Projektes.

Warum ging Nord Stream 2 nicht in Betrieb?

Nord Stream 2 wurde technisch fertiggestellt, benötigte jedoch für den regulären Betrieb weitere regulatorische Voraussetzungen.

Die Bundesnetzagentur hatte das Zertifizierungsverfahren für die Betreibergesellschaft im November 2021 zunächst ausgesetzt.

Im Februar 2022 änderte sich die politische Situation nach dem russischen Angriff auf die Ukraine grundlegend.

Die deutsche Bundesregierung setzte den weiteren Zertifizierungsprozess nicht fort.

Damit wurde Nord Stream 2 trotz fertiggestellter Pipeline nicht regulär in Betrieb genommen.

Welche Rolle spielte der Ukraine-Krieg?

Der russische Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 veränderte die energiepolitischen Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union erheblich.

Die EU und andere westliche Staaten verhängten umfangreiche Sanktionen gegen Russland.

Gleichzeitig entwickelte sich Erdgas zu einem zentralen Bestandteil des politischen und wirtschaftlichen Konflikts.

Deutschland und andere europäische Staaten begannen, ihre Abhängigkeit von russischen Energielieferungen deutlich zu reduzieren.

Was geschah mit Nord Stream 1 im Jahr 2022?

Bereits vor den Explosionen im September 2022 war der Gasfluss über Nord Stream 1 erheblich reduziert worden.

Russland begründete Einschränkungen unter anderem mit technischen Problemen und Auswirkungen westlicher Sanktionen.

Deutschland und andere europäische Staaten warfen Russland dagegen vor, Energielieferungen als politisches Druckmittel einzusetzen.

Im September 2022 wurden Nord Stream 1 und Nord Stream 2 schließlich durch mehrere Explosionen schwer beschädigt.

Explosionen an Nord Stream im September 2022

Am 26. September 2022 wurden in der Ostsee ungewöhnlich starke Druckverluste bei den Nord-Stream-Leitungen festgestellt.

Kurz darauf wurden große Gaslecks entdeckt.

Untersuchungen ergaben, dass mehrere Leitungsstränge durch Explosionen beschädigt worden waren.

Der Vorfall wurde von Deutschland, Russland und anderen beteiligten Staaten als Sabotage eingestuft.

Drei der vier Stränge des Nord-Stream-Systems wurden schwer beschädigt.

Wo fanden die Explosionen statt?

Die Schäden entstanden in der Ostsee in der Nähe der dänischen Insel Bornholm.

Die Leitungen befinden sich dort in erheblicher Wassertiefe auf beziehungsweise im Bereich des Meeresbodens.

Die Explosionen führten zu massiven Lecks, aus denen große Mengen Erdgas austraten.

Wer hat Nord Stream gesprengt?

Die Frage nach der Verantwortung für die Anschläge ist politisch und strafrechtlich umstritten.

Deutsche Ermittler verfolgen seit Jahren Spuren zu einer Gruppe ukrainischer Verdächtiger. 2026 wurde in Deutschland erstmals Anklage gegen einen früheren ukrainischen Soldaten erhoben. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm Beteiligung an den Anschlägen vor und geht nach ihrer bisherigen Darstellung davon aus, dass die Gruppe im Zusammenhang mit ukrainischen staatlichen Stellen gehandelt habe.

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft bestreitet hingegen eine staatliche Beteiligung und erklärte 2026, dass ihre bisherigen Ermittlungen keine Hinweise auf eine Anordnung oder Beteiligung ukrainischer Behörden ergeben hätten.

Damit ist die juristische Aufarbeitung weiterhin nicht abgeschlossen.

Ermittlungen 2026

Im Jahr 2026 erreichten die deutschen Ermittlungen eine neue Phase.

Ein ukrainischer Staatsangehöriger wurde von der Bundesanwaltschaft angeklagt. Ihm werden unter anderem Beteiligung an der Sprengung der Nord-Stream-Leitungen und weitere schwere Straftaten vorgeworfen.

Ein weiterer ukrainischer Verdächtiger wurde im August 2026 in Kroatien festgenommen.

Der erste Strafprozess soll im Oktober 2026 beginnen.

Bis zu einer rechtskräftigen gerichtlichen Entscheidung gilt für die Beschuldigten die Unschuldsvermutung.

Ist Nord Stream heute noch in Betrieb?

Nein. Über Nord Stream findet derzeit kein regulärer Erdgastransport nach Deutschland statt.

Nord Stream 1 wurde durch die Explosionen schwer beschädigt.

Nord Stream 2 nahm nie den regulären kommerziellen Betrieb auf.

Einer der beiden Nord-Stream-2-Stränge gilt als nicht durch die Explosionen zerstört. Daraus folgt jedoch nicht, dass er aktuell genutzt wird oder kurzfristig genutzt werden könnte.

Für einen Betrieb wären neben technischen Fragen umfangreiche politische, rechtliche und regulatorische Voraussetzungen entscheidend.

Könnte Nord Stream repariert werden?

Eine Reparatur beschädigter Offshore-Pipelines ist technisch grundsätzlich denkbar, wäre aber aufwendig und teuer.

Eine Wiederinbetriebnahme hängt nicht nur von technischen Fragen ab.

Zu berücksichtigen wären insbesondere:

  • Reparaturkosten
  • Zustand der Leitungen
  • Zulassungen
  • EU-Recht
  • Sanktionen
  • Gaslieferverträge
  • politische Entscheidungen

Damit ist eine mögliche Reparatur keine rein technische Frage.

Wie teuer wäre eine Reparatur?

Für Reparaturen werden hohe Kosten erwartet.

Im Zusammenhang mit den gerichtlichen Verfahren wurden mögliche Reparaturkosten in einer Größenordnung von jeweils mehreren hundert Millionen Euro genannt.

Ob tatsächlich repariert wird, hängt jedoch auch davon ab, ob für die Leitungen zukünftig überhaupt eine wirtschaftliche und rechtliche Nutzungsmöglichkeit besteht.

EU und russisches Erdgas

Die Europäische Union hat ihre Energiepolitik seit 2022 deutlich verändert.

Ziel ist es, die Abhängigkeit von russischen fossilen Energieträgern zu verringern beziehungsweise zu beenden.

2026 wurde auf EU-Ebene ein verbindlicher Ausstieg aus russischen Gasimporten bis spätestens Ende 2027 beschlossen.

Dadurch wären die wirtschaftlichen Perspektiven einer Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen über Nord Stream zusätzlich stark eingeschränkt.

Nord Stream und die Energieversorgung Deutschlands

Der Ausfall von Nord Stream zwang Deutschland gemeinsam mit anderen Veränderungen am Energiemarkt dazu, alternative Bezugsquellen stärker auszubauen.

Dazu gehören insbesondere:

  • Pipelinegas aus Norwegen
  • Flüssigerdgas (LNG)
  • Gasimporte über Nachbarstaaten
  • Ausbau erneuerbarer Energien
  • Energieeinsparungen

Deutschland errichtete beziehungsweise erschloss seit 2022 außerdem zusätzliche LNG-Importmöglichkeiten.

Was ist LNG?

LNG steht für „Liquefied Natural Gas“, also verflüssigtes Erdgas.

Erdgas wird stark heruntergekühlt und dadurch verflüssigt.

Dies reduziert das Volumen erheblich und ermöglicht den Transport per Schiff.

Am Zielort wird das LNG wieder in gasförmigen Zustand versetzt und in das Gasnetz eingespeist.

LNG ermöglicht Gasimporte aus Ländern, die nicht über eine direkte Pipeline mit Deutschland verbunden sind.

Nord Stream und Gaspreise

Die Nord-Stream-Pipelines waren Teil eines größeren europäischen Gasmarktes.

Gaspreise hängen jedoch nicht allein davon ab, ob eine einzelne Pipeline verfügbar ist.

Zu den Einflussfaktoren gehören:

  • Angebot und Nachfrage
  • Speicherfüllstände
  • Wetter
  • LNG-Preise
  • internationale Konkurrenz um Gas
  • Pipelinekapazitäten
  • politische Krisen
  • Konjunktur

Der Wegfall russischer Pipelineimporte trug 2022 gemeinsam mit weiteren Faktoren zu erheblichen Verwerfungen auf den europäischen Energiemärkten bei.

Nord Stream und Abhängigkeit von Russland

Ein zentraler Kritikpunkt an Nord Stream war die zunehmende Abhängigkeit Europas und insbesondere Deutschlands von russischem Erdgas.

Befürworter des Projektes argumentierten dagegen lange Zeit mit:

  • günstigen Gaslieferungen
  • direkter Lieferroute
  • hoher Transportkapazität
  • langfristigen Energiepartnerschaften

Kritiker warnten unter anderem vor:

  • politischer Abhängigkeit
  • zu hoher Konzentration auf einen Lieferanten
  • Schwächung traditioneller Transitländer
  • geopolitischen Risiken

Nach dem Jahr 2022 erhielt die Frage der Versorgungssicherheit deutlich größere Bedeutung.

Warum war die Ukraine gegen Nord Stream?

Vor dem Bau der Ostseepipelines wurde ein großer Teil des russischen Gases über Leitungen durch die Ukraine nach Europa transportiert.

Nord Stream ermöglichte Russland dagegen, Gas nach Deutschland zu liefern, ohne ukrainische Transitpipelines zu verwenden.

Für die Ukraine hatte dies unter anderem wirtschaftliche und strategische Auswirkungen.

Weniger Transit konnte bedeuten:

  • geringere Transitgebühren
  • weniger Bedeutung des ukrainischen Leitungsnetzes
  • geringeren strategischen Einfluss als Transitland

Die ukrainische Regierung gehörte deshalb zu den Kritikern der Nord-Stream-Projekte.

Warum war Polen gegen Nord Stream?

Auch Polen kritisierte Nord Stream über viele Jahre.

Dabei spielten insbesondere sicherheits- und energiepolitische Fragen eine Rolle.

Kritiker argumentierten unter anderem, dass direkte Leitungen zwischen Russland und Deutschland osteuropäische Transitländer umgehen und Europas Abhängigkeit von russischem Gas erhöhen könnten.

Vorteile einer direkten Pipeline

Aus rein technischer und wirtschaftlicher Sicht kann eine direkte Pipeline verschiedene Vorteile bieten.

Dazu gehören:

  • hohe Transportkapazität
  • kontinuierlicher Gastransport
  • geringere Zahl beteiligter Transitstaaten
  • langfristig planbare Transportwege

Diesen Vorteilen stehen jedoch politische und wirtschaftliche Risiken gegenüber.

Nachteile und Risiken

Große internationale Energiepipelines können verschiedene Risiken mit sich bringen.

Dazu gehören:

  • Abhängigkeit von einzelnen Lieferstaaten
  • politische Konflikte
  • Sabotage
  • technische Schäden
  • hohe Reparaturkosten
  • Umweltrisiken
  • langfristige Bindung an fossile Energieträger

Die Nord-Stream-Anschläge zeigten außerdem, dass Unterwasserleitungen Teil der kritischen Infrastruktur sind und vor gezielten Angriffen geschützt werden müssen.

Nord Stream als kritische Infrastruktur

Energiepipelines gehören zur sogenannten kritischen Infrastruktur.

Damit sind Einrichtungen gemeint, deren Ausfall erhebliche Folgen für Staat, Wirtschaft oder Gesellschaft haben kann.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Stromnetze
  • Gasleitungen
  • Telekommunikationsnetze
  • Wasserinfrastruktur
  • Verkehrssysteme

Nach den Anschlägen auf Nord Stream rückte der Schutz von Unterwasserinfrastruktur in Europa stärker in den Mittelpunkt.

Umweltfolgen der Explosionen

Bei den Schäden an den Pipelines trat eine große Menge Erdgas aus.

Erdgas besteht überwiegend aus Methan.

Methan ist ein stark wirksames Treibhausgas.

Die Lecks verursachten deshalb neben wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen auch erhebliche Umwelt- und Klimafragen.

Ist Nord Stream 2 komplett zerstört?

Nein.

Von den zwei Strängen von Nord Stream 2 wurde einer bei den Explosionen beschädigt.

Der andere Strang blieb nach den bekannten Angaben weitgehend intakt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass dieser Strang derzeit für Gaslieferungen genutzt werden könnte.

Eine kommerzielle Nutzung würde umfangreiche politische, regulatorische und technische Voraussetzungen erfordern.

Wie viele Nord-Stream-Leitungen gibt es?

Insgesamt bestehen Nord Stream 1 und Nord Stream 2 aus:

vier Leitungssträngen.

  • Nord Stream 1: zwei Stränge
  • Nord Stream 2: zwei Stränge

Bei den Explosionen von 2022 wurden drei dieser vier Stränge beschädigt.

Wie viel Gas konnte Nord Stream transportieren?

Nord Stream 1 hatte eine geplante beziehungsweise technische Kapazität von etwa:

55 Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr.

Nord Stream 2 war ebenfalls für rund:

55 Milliarden Kubikmeter pro Jahr

ausgelegt.

Zusammen hätten beide Systeme damit theoretisch ungefähr:

110 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr

transportieren können.

Häufige Fragen zur Nord-Stream-Pipeline

Was ist Nord Stream einfach erklärt?

Nord Stream bezeichnet mehrere Erdgasleitungen durch die Ostsee zwischen Russland und Deutschland. Sie wurden gebaut, um russisches Erdgas direkt nach Deutschland und weiter nach Europa zu transportieren.

Was ist der Unterschied zwischen Nord Stream 1 und Nord Stream 2?

Nord Stream 1 ging ab 2011 in Betrieb und transportierte tatsächlich Erdgas. Nord Stream 2 wurde später gebaut, aber trotz technischer Fertigstellung nie regulär in Betrieb genommen.

Ist Nord Stream noch in Betrieb?

Nein. Über das Nord-Stream-System findet derzeit kein regulärer Gastransport nach Deutschland statt.

Wann wurde Nord Stream gesprengt?

Die Explosionen ereigneten sich am 26. September 2022 beziehungsweise wurden an diesem Tag entdeckt.

Wer hat Nord Stream gesprengt?

Die strafrechtliche Aufarbeitung ist noch nicht abgeschlossen. Deutsche Ermittler verfolgen eine Spur zu einer Gruppe ukrainischer Verdächtiger und haben 2026 erstmals Anklage erhoben. Die Ukraine bestreitet eine staatliche Beteiligung. Eine rechtskräftige gerichtliche Klärung steht noch aus.

Wie viele Nord-Stream-Leitungen wurden zerstört?

Drei der insgesamt vier Leitungsstränge wurden bei den Explosionen schwer beschädigt.

Ist eine Nord-Stream-Leitung noch intakt?

Ein Strang von Nord Stream 2 gilt als nicht durch die Explosionen zerstört. Er wird jedoch nicht für reguläre Gaslieferungen genutzt.

Kann Nord Stream wieder repariert werden?

Technisch sind Reparaturen grundsätzlich denkbar. Eine tatsächliche Wiederinbetriebnahme hängt jedoch zusätzlich von politischen, rechtlichen, wirtschaftlichen und regulatorischen Entscheidungen ab.

Warum wurde Nord Stream 2 nie eröffnet?

Das Zertifizierungsverfahren war bereits 2021 aus regulatorischen Gründen ausgesetzt worden. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 wurde der weitere Prozess politisch gestoppt.

Wo endet Nord Stream in Deutschland?

Die Pipelines erreichen Deutschland im Raum Lubmin bei Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern.

Wie lang ist Nord Stream?

Nord Stream 1 ist rund 1.224 Kilometer lang. Nord Stream 2 verläuft über eine ähnlich lange Strecke durch die Ostsee.

Fazit

Die Nord-Stream-Pipelines gehörten zu den bedeutendsten Energieinfrastrukturprojekten zwischen Russland und Europa.

Nord Stream 1 transportierte über Jahre große Mengen russischen Erdgases direkt durch die Ostsee nach Deutschland. Nord Stream 2 wurde ebenfalls vollständig gebaut, ging jedoch nie regulär in Betrieb.

Der russische Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 veränderte die europäische Energiepolitik grundlegend. Im September desselben Jahres wurden drei der vier Leitungsstränge durch Explosionen schwer beschädigt.

Seitdem findet über Nord Stream kein regulärer Gastransport mehr statt.

Die strafrechtliche Aufarbeitung der Anschläge ist auch 2026 noch nicht endgültig abgeschlossen. Deutsche Ermittler haben inzwischen ukrainische Verdächtige identifiziert und erstmals Anklage erhoben, während ukrainische Behörden eine staatliche Beteiligung zurückweisen.

Wirtschaftlich steht Nord Stream heute exemplarisch für die Risiken großer internationaler Energieabhängigkeiten. Das Projekt zeigt, dass bei Energieinfrastruktur nicht nur Preis und Transportkapazität berücksichtigt werden müssen, sondern auch Versorgungssicherheit, politische Risiken, Diversifizierung und der Schutz kritischer Infrastruktur.

Diesen Artikel zitieren

„Nord-Stream-Pipeline“. Wirtschaftslexikon.de, 07.10.2026. https://wirtschaftslexikon.de/nord-stream-pipeline/

BibTeX für LaTeX, RIS für Literaturverwaltungsprogramme. Die Angaben verweisen auf die aktuelle Artikelseite, nicht auf eine archivierte Fassung.

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