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Zuflussprinzip

Das Zuflussprinzip ist ein Grundsatz in der steuerlichen Gewinnermittlung, der besagt, dass Einnahmen in dem Jahr erfasst werden, in dem sie dem Steuerpflichtigen tatsächlich zugeflossen sind. Es handelt sich um eine wichtige Regel, die in vielen Steuersystemen auf der ganzen Welt angewendet wird.

Nach dem Zuflussprinzip werden Einnahmen steuerlich berücksichtigt, wenn sie dem Steuerpflichtigen wirtschaftlich zufließen, also in seine Verfügungsmacht gelangen. Dabei ist es unerheblich, ob die Einnahmen in bar, in Form von Sachleistungen, als Gutschrift auf einem Konto oder in anderer Weise erhalten werden.

Das Zuflussprinzip hat Auswirkungen auf die zeitliche Zuordnung von Einnahmen und Ausgaben für steuerliche Zwecke. Einnahmen, die in einem bestimmten Steuerjahr zugeflossen sind, werden in diesem Jahr erfasst und besteuert, während Ausgaben, die in diesem Jahr angefallen sind, steuermindernd geltend gemacht werden können.

Es gibt jedoch Ausnahmen und Spezialregelungen, die das Zuflussprinzip modifizieren oder ergänzen können. Zum Beispiel können im Falle von Vorauszahlungen oder Anzahlungen bestimmte Vorschriften gelten, die eine abweichende Zuordnung von Einnahmen erlauben.

Es ist wichtig anzumerken, dass das Zuflussprinzip von Land zu Land unterschiedlich angewendet werden kann. Es ist daher ratsam, die spezifischen steuerlichen Vorschriften und Regelungen des jeweiligen Landes zu berücksichtigen, um das Zuflussprinzip korrekt anzuwenden. Bei steuerlichen Fragen sollte immer ein professioneller Steuerberater oder Fachexperte hinzugezogen werden.

Zollabkommen

Zollabkommen

Ein Zollabkommen ist eine Vereinbarung zwischen zwei oder mehreren Ländern, die die Regeln und Bedingungen für den Handel und die Zollabgaben zwischen ihnen festlegt. Diese Abkommen dienen dazu, Handelshemmnisse zu reduzieren oder zu beseitigen, den freien Warenverkehr zu erleichtern und den Handel zwischen den beteiligten Ländern zu fördern.

Ein Zollabkommen kann verschiedene Aspekte des Handels regeln, darunter:

  1. Zollsenkungen oder Zollbefreiungen: Ein Zollabkommen kann vorsehen, dass bestimmte Waren von Zöllen befreit werden oder dass die Zollsätze für bestimmte Waren reduziert werden. Dadurch wird der Handel erleichtert und die Kosten für importierte oder exportierte Waren verringert.
  2. Zollkontingente: Ein Zollabkommen kann auch die Einführung von Zollkontingenten vorsehen. Dabei werden bestimmte Mengen einer Ware zu einem reduzierten Zollsatz oder sogar zollfrei eingeführt, während für Mengen über dem Kontingent ein höherer Zollsatz gilt. Diese Maßnahme kann den Handel begünstigen und gleichzeitig die einheimische Produktion schützen.
  3. Harmonisierung von Zollverfahren: Zollabkommen können dazu beitragen, die Zollverfahren und -regelungen zwischen den beteiligten Ländern zu harmonisieren. Dies erleichtert den Warenverkehr und reduziert bürokratische Hürden und Kosten.
  4. Handelserleichterungen: Neben Zollfragen können Zollabkommen auch andere Handelserleichterungen umfassen, wie die Vereinfachung von Zollformalitäten, die Einführung elektronischer Zollabwicklungssysteme, die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Zollbehörden der beteiligten Länder und die Förderung des Informationsaustauschs.

Zollabkommen werden in der Regel durch Verhandlungen zwischen den beteiligten Ländern ausgehandelt und können bilateral zwischen zwei Ländern oder multilateral zwischen mehreren Ländern, beispielsweise im Rahmen von Freihandelsabkommen oder Zollunionen, abgeschlossen werden.

Durch den Abschluss von Zollabkommen streben die beteiligten Länder an, den Handel zu erleichtern, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu fördern und den Wohlstand zu steigern. Sie können auch dazu beitragen, politische Beziehungen zu festigen und eine engere Integration in den globalen Handel zu erreichen.

Zoll

Zoll

Der Begriff „Zoll“ hat verschiedene Bedeutungen, je nachdem, in welchem Kontext er verwendet wird. Hier sind einige gängige Definitionen:

  1. Zoll als Längeneinheit: Der Zoll ist eine Maßeinheit für Länge, die hauptsächlich in den Vereinigten Staaten, im Vereinigten Königreich und anderen Ländern des Commonwealth verwendet wird. Ein Zoll entspricht genau 25,4 Millimetern.
  2. Zoll als Zollabgabe: Zoll kann auch als Abgabe oder Steuer verstanden werden, die von einer Regierung erhoben wird, wenn Waren über eine Landesgrenze hinweg transportiert werden. Der Zoll dient dazu, den Handel zu regeln, Einnahmen für den Staat zu generieren und bestimmte Waren zu schützen oder zu kontrollieren. Die Höhe des Zolls variiert je nach Art der Ware und den Bestimmungen des jeweiligen Landes.
  3. Zoll als Grenzkontrollstelle: In vielen Ländern gibt es Zollstellen an den Grenzen, an denen Waren kontrolliert werden und Zollbeamte die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen überprüfen. Diese Zollstellen sind dafür verantwortlich, Import- und Exportdokumente zu prüfen, Steuern und Abgaben zu erheben und gegebenenfalls illegale oder unerlaubte Waren zu konfiszieren.

Es ist wichtig zu beachten, dass die genaue Definition und Anwendung des Begriffs „Zoll“ von Land zu Land unterschiedlich sein kann. Es ist ratsam, sich bei Fragen zum Zoll an die zuständigen Behörden oder Experten in dem jeweiligen Land zu wenden.

Zwei-Säulen-Strategie

Zwei-Säulen-Strategie

Die Zwei-Säulen-Strategie ist ein Konzept, das in verschiedenen Kontexten angewendet wird, um eine Strategie oder ein Vorgehen in zwei gleichwertige und gegenseitig unterstützende Teile aufzuteilen. Es bezieht sich auf die Idee, dass zwei unterschiedliche, aber eng miteinander verbundene Ansätze oder Komponenten essentiell sind, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder eine Organisation erfolgreich zu führen.

Ein Beispiel für die Anwendung der Zwei-Säulen-Strategie ist die Wirtschaftspolitik, bei der die Zwei-Säulen-Strategie darauf abzielt, zwei Bereiche des Wirtschaftswachstums oder der Wirtschaftsstabilität zu fördern. In diesem Fall könnten die beiden Säulen beispielsweise der Export und der Binnenmarkt sein. Die Exportwirtschaft wird gefördert, um das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit auf internationaler Ebene zu stärken, während der Binnenmarkt gestärkt wird, um die Nachfrage im Inland anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen.

Ein weiteres Beispiel für die Zwei-Säulen-Strategie ist die Unternehmensführung. Hier kann die Strategie darauf abzielen, das Unternehmen auf zwei Säulen des Erfolgs aufzubauen. Das könnte bedeuten, dass das Unternehmen sowohl auf Innovation und Produktentwicklung als auch auf Kundenservice und Kundenzufriedenheit setzt. Beide Säulen sind entscheidend, um das Unternehmen wettbewerbsfähig zu machen und langfristigen Erfolg zu gewährleisten.

Die Zwei-Säulen-Strategie kann auch in anderen Bereichen angewendet werden, wie beispielsweise in der Politik, im Marketing oder im Bildungswesen. Der Kerngedanke besteht darin, dass zwei gleichwertige Säulen oder Ansätze gemeinsam zum Erfolg führen, indem sie sich gegenseitig ergänzen und unterstützen.

Es ist wichtig anzumerken, dass die Zwei-Säulen-Strategie sorgfältig geplant und umgesetzt werden muss, um sicherzustellen, dass beide Säulen ausgewogen sind und miteinander harmonieren. Eine einseitige oder unausgewogene Umsetzung kann zu Ungleichgewichten führen und das angestrebte Ziel beeinträchtigen. Daher erfordert die Anwendung der Zwei-Säulen-Strategie eine gründliche Analyse, Abwägung und Integration beider Säulen, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Zentralverwaltungswirtschaften

Zentralverwaltungswirtschaften

Zentralverwaltungswirtschaften sind Wirtschaftssysteme, in denen die Planung, Steuerung und Allokation von Ressourcen von der zentralen Regierung oder einer zentralen Behörde kontrolliert und koordiniert werden. In einer solchen Wirtschaftsordnung werden Entscheidungen über Produktion, Verteilung, Preise und Investitionen von staatlichen Stellen getroffen, anstatt dass sie durch den Marktmechanismus bestimmt werden.

In Zentralverwaltungswirtschaften spielen staatliche Unternehmen und Institutionen eine entscheidende Rolle. Sie sind für die Produktion und Bereitstellung von Waren und Dienstleistungen verantwortlich. Die Preise für Produkte werden in der Regel durch staatliche Vorgaben festgelegt und nicht durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Ein weiteres Merkmal von Zentralverwaltungswirtschaften ist die zentrale Planung. Die Regierung legt Pläne fest, die Produktionsziele, Ressourcenallokation, Investitionen und Verbrauch berücksichtigen. Diese Pläne werden in der Regel für längere Zeiträume festgelegt und dienen als Richtlinien für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Zentralverwaltungswirtschaften werden oft mit dem Begriff des Sozialismus in Verbindung gebracht, da das Ziel darin besteht, die wirtschaftliche Gleichheit und soziale Gerechtigkeit zu fördern. Die Idee hinter einer Zentralverwaltungswirtschaft ist, dass der Staat die Kontrolle über die Produktionsmittel hat, um die Verteilung von Ressourcen und Wohlstand gerechter zu gestalten.

Allerdings gibt es auch einige Herausforderungen und Kritikpunkte in Bezug auf Zentralverwaltungswirtschaften. Eine zentrale Planung kann ineffizient sein, da sie oft nicht in der Lage ist, die individuellen Bedürfnisse und Präferenzen der Verbraucher angemessen zu berücksichtigen. Zudem kann eine zu starke Regulierung und Kontrolle durch den Staat die unternehmerische Initiative und Innovation einschränken.

In der Praxis gibt es heute nur noch wenige Länder, die eine reine Zentralverwaltungswirtschaft haben. Die meisten Volkswirtschaften haben sich in Richtung marktorientierter Wirtschaftssysteme entwickelt, in denen Angebot und Nachfrage sowie der Wettbewerb eine größere Rolle spielen. Dennoch gibt es einige Länder, in denen Elemente einer Zentralverwaltungswirtschaft noch vorhanden sind, insbesondere in Bezug auf strategische Sektoren wie Energie, Telekommunikation und Verkehr.

Zeitmanagement

Zeitmanagement

Zeitmanagement bezieht sich auf die Planung, Organisation und effektive Nutzung der verfügbaren Zeit, um Aufgaben zu erledigen, Ziele zu erreichen und produktiv zu sein. Es geht darum, die Zeitressourcen effizient zu nutzen, Prioritäten zu setzen, Zeitdiebe zu minimieren und ein Gleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben zu finden. Hier sind einige wichtige Aspekte des Zeitmanagements:

  1. Zielsetzung: Zeitmanagement beginnt mit der Festlegung klarer Ziele. Indem Sie wissen, was Sie erreichen möchten, können Sie Ihre Zeit und Energie auf die Aufgaben konzentrieren, die zur Erreichung dieser Ziele beitragen. Setzen Sie sich realistische Ziele und unterteilen Sie sie in kleinere, messbare Schritte.
  2. Priorisierung: Priorisieren Sie Ihre Aufgaben, indem Sie ihre Dringlichkeit und Bedeutung bewerten. Identifizieren Sie die wichtigsten Aufgaben, die einen hohen Einfluss auf Ihre Ziele haben, und widmen Sie diesen die meiste Zeit und Aufmerksamkeit. Vermeiden Sie Prokrastination und stellen Sie sicher, dass Sie sich auf die Aufgaben konzentrieren, die einen echten Mehrwert bieten.
  3. Zeitplanung: Erstellen Sie einen Zeitplan oder einen Tagesplan, um Ihre Zeit effektiv zu organisieren. Planen Sie feste Zeiten für bestimmte Aufgaben, Meetings, Projekte und Pausen ein. Halten Sie sich an Ihren Zeitplan, aber seien Sie flexibel genug, um auf unvorhergesehene Ereignisse oder Änderungen reagieren zu können. Vermeiden Sie Überlastung, indem Sie ausreichend Pufferzeit für unvorhergesehene Aufgaben oder Unterbrechungen einplanen.
  4. Delegieren: Lernen Sie, Aufgaben zu delegieren, wenn möglich. Identifizieren Sie Aufgaben, die von anderen Teammitgliedern oder Mitarbeitern erledigt werden können, und geben Sie ihnen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten und Verantwortlichkeiten einzusetzen. Delegieren entlastet Sie von übermäßiger Arbeitsbelastung und ermöglicht es Ihnen, sich auf strategischere oder wichtigere Aufgaben zu konzentrieren.
  5. Zeitdiebe erkennen und minimieren: Identifizieren Sie die häufigsten Zeitdiebe, die Ihre Produktivität beeinträchtigen, wie z.B. unnötige Meetings, ständige Unterbrechungen, übermäßige Nutzung von sozialen Medien usw. Ergreifen Sie Maßnahmen, um diese Zeitdiebe zu minimieren, indem Sie klare Kommunikation, effektive Meeting-Management-Techniken und Zeitmanagement-Tools verwenden.
  6. Effektive Arbeitsweise: Verwenden Sie Techniken wie das Setzen von Prioritäten, das Stapeln ähnlicher Aufgaben zusammen, die Anwendung von Zeitblöcken für bestimmte Aufgaben oder Projekte, die Verwendung von To-Do-Listen und die Vermeidung von Multitasking, um Ihre Produktivität zu steigern. Identifizieren Sie auch Ihre produktivsten Zeiten des Tages und nutzen Sie diese für anspruchsvolle Aufgaben.
  7. Selbstpflege und Ausgleich: Berücksichtigen Sie auch Ihre persönlichen Bedürfnisse und stellen Sie sicher, dass Sie ausreichend Zeit für Erholung, Pausen, Bewegung, Schlaf und soziale Aktivitäten einplanen. Der Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit ist wichtig, um Ihre Energie, Kreativität und Motivation aufrechtzuerhalten.

Indem Sie Zeitmanagementtechniken anwenden und Ihre Zeit effektiv nutzen, können Sie Ihre Produktivität steigern, Stress reduzieren und eine bessere Work-Life-Balance erreichen. Es ist wichtig, diese Techniken kontinuierlich zu verbessern und anzupassen, um Ihre individuellen Bedürfnisse und Arbeitsanforderungen zu berücksichtigen.

 

Ziel

Ziel

Mit Ziel beschreibt man eine Sollgröße welche mit dem Istzustand verglichen wird, welcher solange verändert wird bis er dem Sollzustand angeglichen wurde.

Als wirtschaftliches Ziel setzt man einen unternehmensrelevanten oder wirtschaftspolitischen Sollzustand vor wie zum Beispiel eine Preisniveaustabilität, Vollbeschäftigung oder ein Qualitätsstandard, eine bestimmte Absatzmenge, Senkung von Fehlzeiten oder Personalfluktuation.

Zuschlagskalkulation

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Zuschlagskalkulation

Die Zuschlagskalkulation beschreibt ein Verfahren der Bankkalkulation welches die Selbstkosten einer Leistungsart auf die Weise errechnet, dass die sepzif. Einzelkosten zugerechnet werden, während die Gemeinkosten mittels geeigneter Zuschlagsätze oder Verrechnungsgrössen umgelegt, also indirekt verteilt werden. Anders als bei einer Divisionskalkulation erfolgt also eine Trennung ein Einzelkosten und Gemeinkosten.

Man unterscheidet die summarische und differenzierende Zuschlagskalkulation.

Die Grundform der Zuschlagsätze lautet Zuschlagsatz Hauptkostenstelle (z) = Gemeinkosten (z) / Einzelkosten (z) * 100 %

Zölle

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Zölle

Zölle beschreiben Abgaben welche von Staaten oder Staatengemeinschaften erhoben werden auf den grenzüberschreitenden Warenverkehr bei Einfuhr, Ausfuhr oder Durchfuhr. In Deutschland gibt es rechtlich gesehen nach § 3 AO nur Einfuhrzölle die wie Steuern betrachtet und behandelt werden. Man erhebt die Zölle, um Einnahmen zu erhalten und auch die Wirtschaft in Form von Schutzzöllen zu schützen. In der EG werden keinen Binnen-Zölle erhoben.

Bei Einfuhr von Agrarprodukten aus anderen EG-Staaten werden jedoch Ausgleichsabschöpfungen erhoben. Das Zollgebiet sieht die Grenzen für das deutsche Hoheitsgebiet nach den Grenzen von 1937 vor, ohne Zollfreigebiete wie deutsche Schiffe oder die Insel Helgoland.

Durch einen Zolltarif legt man für Waren fest wie hoch der Zollsatz im Bezug zum Zollwert ist. Der Zollwert wird vorgegeben durch die EG-Verordnung über den Zollwert kurz ZWVO. Man betrachtet Zölle bilanziell als Teil der Anschaffungskosten. Anfallende Zölle auf aktivierungspflichtiges Vorratsvermögen gehört nicht zu den Herstellungskosten und wird als bilanzieller Sonderposten geführ entsprechend den Abgrenzungsposten nach §§ 250 Abs. 1 HGB, 5 Abs. 5 EStG.

Zielsystem

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Zielsystem

Man spricht von Zielsystemen bei denen bestimmte Daseinszustände bzw. Ereignisse gewünscht werden. Es wird unterschieden zwischen kollektiven und individuellen Zielsystemen.

Innerhalb von individuellen Zielsystemen erhalten die Ziele eines Individuums eine Ordnung, durch welche die zeitlichen und sachlichen Zusammenhänge zwischen den Zielen wieder gegeben werden. Meist sind diese hierarchisch angeordnet. Weiterhin überführt ein Entscheider sein Zielsystem in eine Zeitfunktion, auf diese Weise können Handlungsalternativen ausgewählt werden die in einer Dominanzbeziehung zueinander stehen. Man beachtet hierzu implizite und explizite Ziele und ändert diese in Restriktionen um bzw. vernachlässigt einige Ziele. So kann beispielsweise ein Autokäufer bei der Wahl zwischen mehreren Fahrzeugen den Preis explizit berücksichtigen und die verschiedenen Ausstattungen implizit durch Aufpreise. Das Ziel umweltschonende zu Fahren kann in eine Restriktion umgewandelt werden.

Ein kollektives Zielsystem lässt mehreren Personen miteinander kooperieren. So treffen neben dem eignen Zielsystem auch die Zielsysteme der Kooperationspartner aufeinander. Aus individuellen Zielsystem wird so ein kollektives Zielsystem gebildet. Machtstrukturen, rechtliche Rahmenbedingungen, kulturelle und gesellschaftliche Normen bestimmen hierbei wie sich die Ordnung und die Ziele in diesem Kollektiv herausbilden.

Zentralisation

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Zentralisation

Unter einer Zentralisation versteht man in der Wirtschaftssoziologie, dass die Teile in einem differenzierten System nur für das Ganze existieren. In der klassischen Evolutionstheorie ist die Zentralisation ein Maßstab für den Entwicklungsstand von Gesellschaften mit dem Ziel die Interessen des Ganzen und der Teile ohne Zwang zu decken.

In einer Organisation ist die Zentralisation oder auch Zentralisierung die Zusammenfassung von gleichartigen Teilaufgaben auf eine Organisationseinheit nach bestimmten Kriterien. Man unterscheidet die Verrichtungszentralisation als Zusammenfassung von gleichartigen Verrichtungen und die Objektzentralisation als Zusammenfassung von gleichartigen Objekten.

Bei einer Dezentralisation werden hingegen gleichartige Teilaufgaben übertragen auf verschiedene Organisationseinheiten. Man nutzt die Begriffe zur Kennzeichnung der Verteilung der Entscheidungsbefugnisse. Dabei ist die Zentralisation ein Ausdruck für eine Konzentration von Entscheidungsbefugnissen an der Spitze einer Unternehmenshierachie.

Zertifizierung

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Zertifizierung

Eine Zertifizierung beschreibt die Prüfung von bestimmten festgelegten Qualitätseigenschaften durch einen Dritten. So kann zum zum Beispiel die Echtheit einer elektronischen Unterschrift zertifizieren, im Finanzwesen können Zertifizierungen die Güte bestimmen durch Ratingagenturen etc.

Die Zertifizierung werden Anforderungen an einen Kunden unabhängig durch anerkannte Dritte stellvertretende geprüft. Ein Zertifikat sagt sowmit aus, dass in einem Referenzdokument und den Normen festgelegte Anforderungen erfüllt sind, wie bei einem betrieblichen Umweltmanagement beispielsweise wird auf die Konformität mit ISO 14001 hin überprüft. Liegt eine Konformität vor, so stell die Zertifizierungsorganisation dem Unternehmen ein Zertifikat aus, dass die Erfüllung der ISO 14001 bestätigt.

Zinsswap

Zinsswap

Mit dem Begriff Zinsswap beschreibt man Zahlungsverpflichtungen welche auf der Aufnahme von Darlehen oder einer Emission von Schuldverschreibungen beruhen.

So tauscht man den Zinsswap zwischen Banken und Unternehmen aus, um relative Vorteile zu nutzen die eine Partei gegenüber der anderen auf Grund ihrer Stellung zu einem bestimmten Finanzmarkt hat.

In der Regel sind Voraussetzungen für einen Zinsswap unterschiedliche Bonitätsstufen oder verschiedene Finanzierungsbedürfnisse.

Im Englischen spricht man auch von „interes rate swap“, so tausch man Zinszahlungsströme bei denen die Zinsberechnungsmodalitäten unterschiedlich sind.

Man unterscheidet zwischen variablen und festen Zinsen. Die variablen Zinsen werden in Abständen von Quartalen oder halben Jahren angepasst an die Marktzinsentwicklung.

Zahlungsbedingungen

Zahlungsbedingungen

Die Zahlungsbedingungen regeln die Art der Bezahlung von Verbindlichkeiten, Schulden im geschäftlichen Verkehr. So kann eine Überweisung, Bar-Zahlung, per Scheck, Wechsel, Akkreditiv etc. in Frage kommen bei den Bedingungen, Modalitäten welche der Verkäufer als Zahlungsbedingungen stellt.

Sie gehören zum Kaufvertrag und regeln die Zahlweise (Barzahlung, Teilzahlung etc.) sowie das Zahlungsziel als auch mögliche Skontos oder Rabatte und die Zahlungsabwicklung (per Nachnahme, gegen Rechnung etc.).

Zahlungsbilanz

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Zahlungsbilanz

Mit der Zahlungsbilanz erfolgt eine Gegenüberstellung von Zahlungen einer Volkswirtschaft innerhalb einer Zeitperiode die an das Ausland geleistet und die Zahlungen die vom Ausland empfangen wurden.

Man unterscheidet die folgenden Teilbilanzen:

  1. Leistungsbilanz die den Import und Export von Waren (Handelsbilanz) und Dienstleistungen (Dienstleistungsbilanz) und die sogenannten unentgeltlichen Übertragungen (Übertragungsbilanz) umfasst
  2. Kapitalbilanz mit einer Gegenüberstellung der Kapitaleinfuhr und Kapitalausfuhr
  3.  Devisenbilanz mit den Veränderungen der Währungsreserven an

Abhängig von dem ökonomischen Charakter unterscheidet man die verschiedenen Teilbilanzen die zur Zahlungsbilanz zusammengefasst werden.

Bei der Handelsbilanz stellt man wertmäßig die Wareneinfuhr und -ausfuhr gegenüber, bei der Dienstleistungsbilanz entsprechend die Dienstleistungen. Die Leistungsbilanz ergibt sich aus der Bilanz der laufenden Kosten, der Handelsbilanz, der Dienstleistungsbilanz und den unentgeltlichen Übertragungen der Übertragungsbilanz.

In der Kapitalbilanz fasst man Änderungen der Auslandsforderungen und -verbindlichkeiten zusammen, also die Bilanz des Kapitalverkehrs.

Gold- und Devisenbestände werden in der Gold- und Devisenbilanz betrachtet.

Es können auch lang- und kurzfristige Kapitalbilanzen unterschieden werden.

Selbst wenn die Zahlungsbilanz in der Theorie ausgeglichen ist so gibt es in der Praxis Restposten in Form von errors and omissions für den buchungstechnischen Ausgleich der Zahlungsbilanz.

Schwankende Restposten können ein Hinweis auf Veränderungen der terms of payment sein.

In der Zahlungsbilanz erscheint jede außenwirtschaftliche Transaktion mit der Debet- und der Credit-Buchung.

Durch den buchungstechnischen Ausgleich der Zahlungsbilanz kann das Ungleichgewicht der Zahlungsbilanz auf das Saldo einer oder mehrer zusammengefasster Teilbilanzen abzielen.

Die Volkseinkommensgleichung Y = C + I + X -Im mit dem Außenbeitrag (X -Im) zeigt das Zusammenspiel von außenwirtschaftlicher und binnewirtschaftlicher Entwicklung. X ist das Saldo der Exporte und Im die Importe. Die Verminderung der heimischen Absorption ergibt sich zu A (=C+I).

 

Zession

Zession

Mit einer Zession beschreibt man die Abtretung einer Forderung.

Bei der Zession handelt es sich um ein abstraktes Verfügunggeschäft, seine Wirksamkeit ist unabhängig vom rechtlichen Schicksal des zugrunde liegenden Geschäftes.

Durch eine Vorausabtretung kann eine künftige und bedingte Forderung im Voraus abgetreten werden wie die Forderung aus dem Weiterverkauf von Waren.

Nach § 398 BGB kann eine Forderung von bisherigen Gläubiger dem Zedent durch einen Vertrag auf einen neuen Gläubiger den Zessionar übertragen werden.

Im Wirtschaftsleben hat die Zession eine große Bedeutung da man mit ihr beispielsweise Außenstände zur Kreditabsicherung nutzen kann.

Man unterscheidet verschiedene Formen der Zession:

  • Die Inkassozession bei der die Übertragung nur zum Zweck der Einziehung von Forderungen erfolgt.
  • Die Legalzession mit der Forderungsabtretung kraft des Gesetzes.
  • Die Globalzession mit der Abtretung aller bestehender und zukünftiger Forderungen wie beispielsweise an eine Bank für die Sicherung eines Darlehens.
  • Die Sicherungszession mit der Forderungsübertragung allein für Sicherungszwecke, auch fiduziarische Abtretung.
  • Die Blankozession bei der der Empfänger berechtigt ist durch die Ausfüllung von unvollständigen Abtretungsurkunden den Gläubiger zu bestimmen.

Zahlungsmittel

Zahlungsmittel

Unter Zahlungsmittel versteht man alle im Zahlungsverkehr verwendbaren Geldzeichen wie Banknoten oder Münzen.

Auch geldgleiche Forderungsrechte zählen als Zahlungsmittel wie beispielsweise Schecks und Wechsel.

So sind Geld und geldähnliche Forderungen und Güter welche im Tausch gegen anderen Güter akzeptiert werden.

In der Bundesrepublik sind gesetzliche Zahlungsmittel wie Banknoten und Scheidemünzen Zahlungsmittel. Nach dem Gesetz sind sie Schuldentilgungsmittel.

Ebenso wird Buchgeld als Schuldentilgungsmittel akzeptiert und hat somit eine Zahlungsfunktion.

Zahlungsverkehr

Zahlungsverkehr

Im Außenhandel ist ein freier Zahlungsverkehr und Kaptialverkehr ein gemeinsames Merkmal. Es handelt sich um eine Gegenleistung für Waren- sowie Dienstleistungsaustausch.

In der EU sind die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet Zahlungen zu genehmigen in der jeweiligen Währung in der der Begünstigte oder Gläubiger ansässig ist.

Der Zahlungsverkehr beschreibt die Zahlungsvorgängen von allen beteiligten Wirtschaftssubjekten. Innerhalb einer Volkswirtschaft spricht man vom nationalen Zahlungsverkehr. Der Zahlungsverkehr zwischen Volkswirtschaften wird internationaler Zahlungsverkehr genannt.

Dabei wird der Zahlungsverkehr durch eine Übertragung von Zahlungsmitteln vollzogen wie Bargeld, Buchgeld oder Geldsurrogate wie Schecks oder Wechsel.

Einschränkungen im internationalen Zahlungsverkehr sind eine staatlicher unmittelbarer dirigistischer Eingriff der den Wirtschaftsverkehr über die monetäre Seite beeinflusst.

So können Maßnahmen den Verkauf und Ankauf von Fremdwährungen einschränken, die freie Konvertierbarkeit von Währungen.

Einschränkungen im Zahlungsverkehr betreffen häufig nur Teile des außenwirtschaftlichen Verkehrs. So können Devisenbeschränkungen im internationalen Reiseverkehr oder auf den internationalen Kapitalverkehr eingeführt werden.

Unterschiedliche Einschränkungen für Inländer und Ausländern im internationalen Zahlungsverkehr sind auch möglich.

Zins

Zins

Der Zins ist der Preis für eine zeitweilige Überlassung von Kapital oder Geld.

Abhängig unter welchem Aspekt man den Zins betrachtet kann man verschiedene Zins-Begriffe formulieren.

Bezüglich der Fristigkeit spricht man von kurzfristigem oder langfristigem Zins.

Bezüglich der Anlageart kann man Zins für Tagesgelder, Wochengelder, Monatsgelder, Geldzins, Ultimogelder, Kreditzins unterscheiden.

Für Wechselkredit, Diskont Wertpapierzins, Kapitalzins, Darlehenszins, Sparzins. Zinsen für Festgelder, Hypothekenzins.

Als rechnerische Bezugsgröße Nominalzins bezogen auf den Nennwert, Jahreszins, Effektivzins bei einer nominellen Verzinsung bezogen auf den Kurswert, Rendite, Spareckzins als institutioneller Bezug, Bankzins mit Sollzins und Habenszins.

Diskontsatz der Zentralbank als Marktbezug, Geldmarktzins, Marktzins, Kapitalmarktzins, ausländischer Zins, inländischer Zins, volkswirtschaftlicher Zins Rechenzweck als interner Zins bei einer Investitionsrechnung. Der Verzugszins bei einem Zahlungsverzug.

Reaklwirtschaftlicher Zins mit dem Zins als gütemäßige Ergiebikeit einer investiven Verwendung von Kapital im zins-theoretischen Bezug, dem natürlichen Zins als Liquiditätsprämie etc.

Dabei ist der Mietzins kein Zins, sondern vielmehr ein Preis für die Nutzungsüberlassung von Wohnraum.

Zusatznutzen

Zusatznutzen

Der Zusatznutzen beschreibt die Erschaffung eines Kundennutzen, um Wettbewerbsvorteile, auf Englisch „unique selling proposition“ zu erzielen. Es handelt sich hierbei um eine Hauptaufgabe des Marketings.

Im Marketing erfolgt aus klassischer Sicht ein Nutzenschema nach der Nürnberger Schule, (Nutzen­theorie Wilhelm Vershofens) bei der man von einer hierarchischen Struktur von unterschiedlichen Nutzenarten ausgeht die den Nutzen eines Produktes für den Kunden ergeben.

So werden psychologischer Zusatznutzen und der stofflich-technische Grundnutzen unterschieden.

Die subjektiv empfundene Qualität des Wirtschaftsgutes wird unterschieden in Grund- und Zusatznutzenbestandteile.

Durch den Grundnutzen werden die Kundenbedürfnisse abgedeckt welche sich auf die funktionalen, physischen Eigenschaften des Produktes richten. Der Grundnutzen ermöglicht eine objektive Nachprüfbarkeit eines Produktes bezüglich funktioneller, wirtschaftlicher und technisch-stofflicher Gebrauchseigenschaften.

Für den Zusatznutzen unterscheidet man den Erbauungsnutzen aus einer persönlichen Sphäre sowie den Geltungsnutzen aus der Sozialsphäre.

Unterschiedliche Zusatznutzen

Ästhetische Produkteigenschaften, Ansprüche an das Design werden durch den Erbauungsnutzen abgedeckt. Der Geltungsnutzen deckt Kundenbedürfnisse an das Produkt bezüglich sozialer Eigenschaften wie Prestige ab.

Der Zusatznutzen eines Produktes kann durch sein mit emotionaler Werbung erschaffenes Image, sein Design etc. geschaffen werden der geistig-seelische Bedürfnisse, die Motivation befriedigt.

Man unterscheidet den persönlich bedingten Individualnutzen durch Besitzerstolz, Leistungsstolz, Befriedigung ästhetischer Bedürfnisse usw. sowie den sozialen Geltungsnutzen mit Zuneigung von oder zu anderen, Prestige, soziale Einflüsse und Zugehörigkeit.

Der Erbauungsnutzen kann unterteilt werden in Schaffensfreude durch die Leistung sowie Zuversicht aus der Wertung durch Harmonie, Ästhetik sowie Ordnung durch Ethik.

Der Nutzenbegriff wird in der Konsumentenforschung und auch bei der Produkinnovation innerhalb der Produktpolitik Anwendung.

Mit dem Zusatznutzen beschreibt man den Nutzen einer Bankleistung für den Bankkunden welcher über den Grundnutzen hinaus geht, also über die eigentliche Funktionalität der Finanzdienstleistung in Form von Zusatznutzen wie einem hohen Prestigewert.

Der Zusatznutzen wird vom nicht zusätzlich zum Grundnutzen angeboten, er liegt stattdessen in den zentralen Produktanforderungen des Verbrauchers auf Konsumgüter, Dienstleistungen etc. im Zusatznutzenbereich.

Beispiele hierfür sind Schmuck, Kleidung, Einrichtungsgegenstände, Einrichtungsgegenstände, Konzertbesuchen etc.

Bei einer ausgereiften Produkttechnik kann der Zusatznutzen die einzige Möglichkeit sein ein Produkt zu profilieren gegenüber Konkurrenzprodukten. So spielt der Zusatznutzen innerhalb der Imagepolitik eine große Rolle.