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Bank

Bank

Der Begriff leitet sich vom Italienischen „banco“ für auf Deutsch „Tisch“ ab, an welchem die Geldwechsler im Mittelalter ihre Geschäfte tätigten.

Eine Bank ist eine Oberbegriff für Geldinstitute, vor allem private Banken welche Bankgeschäfte nach § 1 KWG (Kreditwesengesetz) durchführen.

Zu diese Bankgeschäften zählen vor allem:

  • Die Entgegennahme von Termin-, Sicht- und Spareinlagen
  • Die Beteiligung an Wertpapier-Emissionen
  • Die Durchführung von Devisengeschäften (Devisentermingeschäft)
  • Die Gewährung von Krediten
  • Die Abwicklung von Zahlungsverkehr
  • Verkauf, Kauf und Verwaltung von Wertpapieren im Auftrag des Kunden

Private Geschäftsbanken in Deutschland gehören fast alle dem Bundesverband deutscher Banken an.

Einstellung

Einstellung

Die Einstellung in der Wirtschaftssoziologie eine gewisse Attitüde bei der man unterscheidet zwischen einer dispositionsbezogenen, primär erlebensbezogenen und verhaltensbezogenen Einstellung.

So kommt es bei der dispostionsbezogenen zur einer Bereitschaft oder Disposition ein Objekt in einer bestimmten Weise positive oder negativ zu bewerten sowohl affektiv als auch kognitiv. Es handelt sich also um gefühlsmässige, emotionale Regungen gegenüber einem Objekt mit einer affektiven Komponente der Einstellung.

Die erlebensbezogene Einstellung basiert auf einem erlernten eher stabilen Erlebnismuster welche eine Person mit einem Objekt hat, hier tragen sowohl affektive als auch kognitive Komponenten bei.

Bei der verhaltensbezogenen Einstellung geht man von der Wahrscheinlichkeit eines (Wieder-) Auftretens eines spezifischen Verhaltensmusters aus.

Die Einstellung beschreibt einen Zustand der nervlichen und psychischen Bereitschaft auf gewisse Reize zu reagieren als Reizeinstellung bzw. in einer bestimmten Weise zu reagieren als Reaktionseinstellung.

Sie beschreibt in der Werbung eine Prädisposition gegenüber Objekten wie Produkten, Personen oder Institutionen, eine Werthaltung ist mit inbegriffen als nützlich, interessant, sympathisch, abstossend etc. die das Verhalten konsistent positiv oder negativ leitet. Diese Verhaltensausrichtung und Werthaltung ist relativ stabil.

Man unterscheidet 3 Einstellungskomponenten

  1. kognitive (Eigenschaften und Sachurteile auf ein Objekt)
  2. evaluative (Bewertungen)
  3. und intentionale (Verhaltensantizipationen)

Die Einstellung beschreibt die wahrgenommen Eignung eines Gegenstandes für die Befriedigung einer Motivation.

Dabei ist die Motivation mit einer kognitiven Gegenstandsbeurteilung verknüpft.

Einstellung = Motivation + (kognitive) Gegenstandsbeurteilung.

Damit hat die Einstellung in der Marktforschung und der Theorie des Käuferverhaltens eine große Bedeutung, da sie wichtige Einflussgrößen für das Kaufverhalten sind.

Man spricht auch von einer E-V-Hypothese mit E für Einstellung und V für Verhalten. Die Einstellung ist maßgebend für das Kaufverhalten. Image eines Produktes wird in der praktischen Marktforschung meist mit der Einstellung gleich gesetzt.

E und V sieht man als getrennte Größen an, allerdings kann man nach der E-V-Hypothese auch bei der Kenntnis der Einstellung das Verhalten prognostizieren.

So liefert die Einstellungstheorie ein theoretisches Fundament für Imagenalysen.

Schwellenländer

Schwellenländer

Man spricht von Schwellenländern in der Wirtschaftssoziologie als newly industrializing countries (NIC) die anders als die große Masse der Entwicklungsländer konkurrenzfähigere, stärkere und diversifiziert Industrien besitzen.

Zu dieser Gruppe von kapitalistischen Staaten der Dritten Welt gehören unter anderem Südkorea, Singapur, Hongkong, Brasilien, Argentinien oder Taiwan.

In diesen Ländern beträgt der Anteil von industriellen Fertigwaren am Gesamtexport 40 % und darüber hinaus. Dabei ist der Begriff der „Schwelle“ gewählt worden, da sie vermutlich an der Schwelle dazu stehen ein sich selbst tragendes kapitalistischen Wachstum überschreiten zu können.

Merkantilismus

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Merkantilismus

Merkantilismus ist ein Sammelbegriff für die wirtschaftlichen Eingriffe des Staates in den Wirtschaftsprozesses im 16. bis 18. Jahrhundert durch den Interventionismus und Dirigismus.

Das Ziel dieser praktisch-politischen Ansätze ist die Steigerung der nationalen Handelskraft und Wirtschaftskraft. Dabei basieren sie nicht auf in sich geschlossenen wirtschaftstheoretisch und wirtschaftspolitischen Konzeptionen.

Dabei unterscheidet sich von Land zu Land die merkantilistische Wirtschaftspolitik.

Der französische Merkantilismus (Colbert, Colbertismus, Sully) zeichnet sich aus durch eine starke Förderung der gewerblichen Wirtschaft, dabei wird die Landwirtschaft vernachlässigt. Als Mittel nutzt man unter anderem ein einheitlich geschaffenes Zoll- sowie Marktgebiet, Steuerreform für die Sanierung der Staatsfinanzen unter Ludwig XIV, eine straffe Zentralisierung der wirtschaftlichen und politischen Entscheidungskompetenzen, eine Schaffung einer Infrastruktur die das Gewerbe fördert, staatliche Manufakturen, Anwendung von Produktionsvorschriften, Ausfuhrverbote für Nahrungsgüter, um das inländische Angebot zu steigern, die Preise sollen in Folge davon sinken und somit auch die Löhne, Lohnkosten für die Güterproduktion sowie die Anwendung von Preistaxen.

Der deutsche Merkantilismus (Kameralismus nach Klock, Becher, Sonnenfels, Justi, Seckendorf) hat das Ziel den fürstlichen Schatz zu mehren (camera principi) und die Bevölkerung nach dem 30-jährigen Krieg (Peuplierung) wieder anzuwachsen. Man geht davon aus, dass der Reichtum des Landes von der Anzahl der Bevölkerung und der Größe des Staatsschatzes abhängt. So gleicht die praktische Wirtschaftspolitik des Kameralismus dem französischen Merkantilismus, allerdings werden verwaltungstechnische Verfahrensgrundsätze aufgestellt und systematisiert (kameralistische Rechnungsführung) welche einen dauerhaften Einfluss auf die deutsche Finanzwirtschaft hatten.

Der englische Merkantilismus (Bullionismus von Bullion als Goldbarren mit den Vertertern Hales, Malynes, Misselden) förder in erster Linie den Außenhandel um so eine dauerhafte aktive Handelsbilanz zu haben. Man geht von der Annahme aus, dass ein Außenhandelsüberschuss gleichbedeutend ist mit anwachsenden Edelmetallreserven und so mit nationalem Wohlstand. Man nutzt als wirtschaftspolitisches mittel einen ausgeprägten Handelsprotektionismus unter anderem durch eine Beschränkung des Importes für Rohprodukte, der Förderung des Exportes von Fertigwaren, einem Exportverbot von Edelmetallen, Importzöllen sowie Devisenbewirtschaftung. Um eine aktive Dienstleistungsbilanz zur erreichen und für Kontrollzwecke schreibt man vor, dass der Transport von allen importierten oder exportierten Waren durch englische Schiffe zu erfolgen hat (Navigationsakte von 1651).

Standort

Standort

Unter dem Begriff Standort versteht man in der Wirtschaftssoziologie den Ort des Handelns und Erlebens, das Hier und Jetzt des Menschen.

Dabei ist der Mensch in seinem Leben sozial determiniert an seinen Standort oder auch Nullpunkt. Er ist gebunden an ihn mit seinem und durch seinen Körper.

Man unterscheidet den Standort nach sozialer, historischer und erkenntnistheoretischer Ansicht, wie beispielsweise als Klassenlage. Er bildet den Grund für den Perspektivismus der sozialen Wahrnehmung.

Weltbank

Weltbank

Die Weltbank wird offiziell bezeichnet als International Bank for Reconstruction and Development, also eine Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Ihr Kürzel lautet IBRD.

Im Ursprung wurde die Weltbank nach dem Bretton-Woods-Abkommen gegründet und hat ihren Sitz in den USA, in Washington D.C.

Dabei war ihre ursprüngliche Aufgabe die Bereitstellung von langfristigen Kapital für den Wiederaufbau von im 2. Weltkrieg zerstörten Gebieten.

Ihre Aufgaben haben sich heute verschoben. So finanziert man heute in erster Linie Entwicklungsländer.

Die Refinanzierung der Weltbank erfolgt durch internationale und nationale Kapitalmärkte. Die Bundesrepublik trat 1952 als Mitglied bei.

Es um 150 Mitgliedsstaaten welche das Kapital der Weltbank gezeichnet haben.

Zur eigentlichen Weltbankgruppe gehören neben der Weltbank selbst noch 2 weitere Schwesterinstitute:

  1. Die International Development Association (IDA), welche sich in erster Linie auf Arbeiten in Entwicklungsländern konzentriert und ihnen günstige Kredite gewährt.
  2. Die International Finance Corporation (IFC), welche in Entwicklungsländern privatwirtschaftliche Initiativen fördert, sie vergibt Darlehen und geht Beteiligungen ein.

In Bretton Woods, in den USA wurde die Gründung der Weltbank 1944 in beschlossen. Sie begann ihre Tätigkeit 1946.

Man setzte bis 1948 die Mittel in erster Linie für den Wiederaufbau von Europa ein, nach dem ERP-Programm begannt die Unterstützung von Entwicklungsländern.

Transaktion

Transaktion

Bei der Datenverarbeitung beschreibt eine Transaktion eine von einem menschlichen Benutzer oder einem Anwendungsprogramm ausgelöste Verarbeitungseinheit.

Diese Transaktion wird vom Datenverwaltungssystem als eine weiter unterteilbare Operation auf den Daten interpretiert für welche die ACID-Eigenschaften gelten.

Autokratischer Führungsstil

Autokratischer Führungsstil

Der autokratischer Führungsstil nach Max Weber (Wirtschaft und Gesellschaft, Kapitel III, Die Typen der Herrschaft, 1922).

So unterscheidet Weber drei Stilformen:

  1. Den autokratischen / patriarchalischer Führungsstil mit:
    Einer uneinschränkten Alleinherrschaft
    Mitarbeiter werden an Entscheidungen nicht beteiligt
    Sie ist streng hierarchisch
    Es gibt unbedingten Gehorsam und Disziplin
  2. Den charismatischen Führungsstil mit:
    Einer starken persönlichen Ausstrahlung
    In Krisenzeiten kann die charismatische Führung Zuversicht vermitteln und Dinge nach Vorne bringen
  3. Den bürokratischer Führungsstil mit:
    Einem Führungsanspruch der sich aus den bürokratischen Regeln ableitet, die Funktion ist nicht an eine Person gebunden, sondern auf Zeit verliehen und übertragbar.
    Als Instrumente dienen: Richtlinien, Stellenbeschreibungen, Dienstanweisungen.

Teilwert

Teilwert

Im deutschen Steuerrecht wird neben den Herstellungskosten und dem Anschaffungskosten auch ein eigener Bewertungsmasstab, der Teilwert verwendet. Dabei ist der Teilwert aus steuerrechtlicher Sicht das Pedant zu dem handelsrechtlichen beigelegtem Wert.

Somit ist der Teilwert der Betrag welchen ein Erwerber des ganzen Betriebes innerhalb des gesamten Kaufpreises für ein einzelnes Wirtschaftsgut ansetzen würde.

Man geht hierbei davon aus, dass der Betrieb nach § 6 Abs. 1 Nr. 1 S. 3 EStG weiter geführt wird.

Es handelt sich bei dem Teilwert um ein steuerlichen Bewerungsmaßstab.

Daher bildet der Teilwert die untere Wertgrenze in der Steuerbilanz. Man wendet den Teilwert in der Einkommensteuer nur an, wenn dieser niedriger ist als die Herstellungs- oder Anschaffungskosten.

Handelt es sich um abnutzbare Anlagegüter so ist der Teilwert gleich den um die AfA verminderten Herstellungs- oder Anschaffungskosten.

Kommt es zu gesunkenen Wiederbeschaffungskosten so bilden sie die Basis für den Teilwert. So stellen sie die Obergrenze des Teilwertes da, als Untergrenze fungiert bei Gegenständen des Anlagevermögens der Einzelverkaufspreis von dem man die Verkaufskosten abzieht.

Grenzkosten

Grenzkosten

Bei den Grenzkosten handelt es sich um die Kosten welche jeder Produktionseinheit hinzu gerechnet werden. Man spricht auch von Marginalkosten.

Durch sehr kleine Werte für x->0 ergibt sich aus dem Quotienten delta K / delta x der Differenzialquotient K'(x) = d K(x) / d (x). Es handelt sich bei den Grenzkosten somit um die Steigung der Gesamtkostenfunktion.

Dabei ist der aufsteigende Ast der Grenzkostenkurve vom Minimum der durchschnittlichen variablen Kosten an bei einer vollständigen Konkurrenz gleich der Angebotskurve.

Sie dient bei einer unvollkommen Konkurrenz zur Bestimmung des Cournotschen Punktes, monopolistischer Preisbildung.

Für die Ermittlung der Preisuntergrenze und als Grundlage für die Grenzplankostenrechnung sind die Grenzkosten wichtig.

Listenpreis

Listenpreis

Der Begriff Listenpreis beschreibt einen in einer Liste angegebenen Preis.

Dabei dient der Listenpreis als Grundlage für die Bezugspreiskalkulation.

Man zieht vom Listenpreis folgendes ab:

  • Alle Rabatte, Skonti und Provisionen, welche der Käufer abhängig von der Auftragsmenge oder vereinbarungsgemäß beanspruchen kann

Ihm hinzugerechnet werden:

  • Alle weiteren Kosten wie Transportkosten etc., wenn die Preisofferte auf einer Loco- oder Free-Basis beruht.

Informationssystem

Informationssystem

Unter Informationssystemen versteht man arrangierte Elemente von organisatorischer, technischer oder personeller Art die dafür verwendet werden um Handlungsträgern zweckorientiertes Wissen für bestimmte Aufgabenerfüllungen zur Verfügung zu stellen.

Die Informationssysteme basieren auf Informationstechnologie und ermöglichen auch mit plattformunabhängiger Software die Steuerung von Unternehmen mit allen Unternehmensbereichen und standardisierten Schnittstellen für einen externen Datenaustausch.

So kann ein Unternehmen international Informationen austauschen über bestimmte Marktengagements und auswerten.

Bei der Auswertung werden mit Hilfe von Werkzeugen bestimmte Daten aus der Menge der zur Verfügung stehen Daten ausgefiltert. So können intelligente Informationssysteme die DAten schnell abfragen und kombinieren.

Ein Data Warehouse, also ein Warenwirtschaftsystem umfasst Werkzeuge mit denen aus einer bestimmten Datenbank Abfragen flexibel und wahlfrei gestellt werden können.

Derartige Systeme erleichtern die operative und strategische Steuerung von internationalen Unternehmen.

Typisch für ein Informationssystem ist, dass die Kommunikation nur das Mittel zum Zweck ist und der Informationszweck im Mittelpunkt steht.

Lernen

Lernen

Lernen beschreibt einen Vorgang bei dem ein Verhalten neu erworben oder verändert wird. Für lebendigen Systeme ist das Lernen eine notwendige Aktivität, um in ihrer Umwelt zu leben, auf Veränderungen reagieren zu können und sich zu entwickeln.

Dabei kann das Lernen in verschiedenen Verhaltensbreichen vorkommen wie im kognitiven Bereich durch die Aneignung von Wissen und seiner Anwendung, im motorischen Bereich durch das Erlernen von Bewegungen oder auch im affektiven Bereich durch das Aneignen von Wertvorstellungen.

Die Wirtschaftssoziologie versteht unter dem Begriff Lernen Aktionen die beabsichtigt und mit Mühe verbunden sind um Fertigkeiten und Kenntnisse zu erwerben.

Als Folge von reagieren auf spezielle Reizsituationen die Veränderungen im Verhalten und Erleben darstellen sind das Lernen auch alle hypothetischen Prozesse. Insbesondere wenn diese Veränderungen und das Erleben nicht auf Ermüdung zurück zu führen ist, auf Pharmaka, Reifung, angeborene Verhaltenstendenzen und wenn sie von vorherigen Erfahrungen abhängen.

Das Lernen kann auf verschiedene Weise erfolgen durch:

  • Reizsubstitution nach I. Pawlows und W.M. Bechterews als bedingter Reflex, klassischen Konditionieren, Signallernen
  • Übung, auswendig lernen
  • Verhaltensselektion nach B.F. Skinner, E.L. Thorndike bei dem es zu einer Verstärkung der Reaktionstendenzen kommt, selegiert aufgrund des eintretenden Erfolges, als instrumentelles Konditionieren
  • Kognitives Lernen nach E.C. Tolman durch kognitive Landkarten anstelle von Reiz-Reaktionsfolgen
  • Annäherungs- und Vermeidungslernen bei dem Hoffnungen wie Futter oder Befürchtungen wie Schmerz zur Verstärkung eine Rolle spielen
  • Als Vorgang der Einsicht nach der Gestaltungspsychologie
  • Durch stochastische Lernmodelle bei der man anstelle von Verhaltensvorsagen von rechnerischer Vorhersage mit Wahrscheinlichkeiten des Verhaltens arbeitet
  • Als Sozialisierungsprozess mit sozialem Lernen

Handlungsvollmacht

Handlungsvollmacht

Die Handlungsvollmacht ermächtigt zur Vornahme von einer bestimmten zu einem Handelsgewerbe gehörenden Art von Geschäften oder auch zu einzelnen Geschäften.

Sie kann auch zum Betrieb eines ganzen Handelsgewerbes erteilt werden als Gernalvollmacht/Prokura.

Es handelt sich um eine Sonderform der Stellvertretung in einem Betrieb des Handelsgewerbes, welches nicht im Handelsregister eingetragen ist.

Der Umfang kann beliebig bestimmt werden. Dabei erstreckt er sich im Allgemeinen auf die Rechtsgeschäfte und die Rechtshandlungen welche ein Betrieb der betreffenden Art oder die Vornahme von solchen Geschäften für gewöhnlich mit sich bringen.

Adverse Selection

Adverse Selection

Mit Adverse Selection beschreibt man die Ausprägung von Marktversagen die durch Informationsasymmetrie zwischen den Vertragspartner vor dem Vertragsabschluss bedingt werden.

Man spricht auch von Negativauslese oder Antiselektion.

Als klassisches Modell gilt hier nach Akerlof 1970 der Markt von Gebrauchtwagen mit unvollständigen Informationen der Nachfrager. So kann der Nachfrager die Anbieter von gut erhaltenen Gebrauchtwagen nicht von den Anbietern von schlecht erhaltenen Gebrauchtwagen unterscheiden. Allerdings kennt jeder Anbieter genau die Qualität seiner Autos.

Somit muss der Nachfrager von einer durchschnittlichen Qualität von Gebrauchtwagen ausgehen.

Anbieter die gute Gebrauchtwagen anbieten werden höhere Preise verlangen um ihre Opportunitätskosten zu decken, die Nutzeneinbuße beim Verkauf des Autos, als Anbieter von schlechten Gebrauchtwagen.

Die Gefahr besteht nun darin, dass die Anbieter von schlechten Autos wissen, dass der Nachfrage die guten nicht von den schlechten Autos unterscheiden kann und dass sie trotz schlechter Autos solche Preise verlangen wie die Anbieter von guten Autos. Die Preise können sogar über denen liegen die die Nachfrager für die erwartete Durchschnittsqualität bereit sind zu zahlen und Anbieter mit guten Autos werden keine Verkäufe erzielen und sich aus dem Markt zurück ziehen.

So werden auf dem Markt nur noch Autos mit einer unterdurchschnittlichen Qualität angeboten.

Diese Situation ergibt sich da die Nachfrager nicht vollständig informiert sind über die Qualität der Fahrzeuge. Es wird also der Preis nicht mehr in Relation zur gebotenen Qualität gesetzt.

Ähnliches geschieht auf dem Markt von Versicherungen. So werden wichtige Informationsteile wie die Eintrittswahrscheinlichkeit bei bestimmten Versicherungsfällen nicht kommuniziert.

So kann die adverse Selektion zu einem Marktversagen führen auch auf dem Arbeitsmarkt wenn es zu einer Informationsasymmetrie bei Bewerbern und Arbeitgebern in Hinblick auf die Qualifikation der Bewerber kommt.

Mit den Begriffen Signalling oder Screening bezeichnet man Mechanismen des Marktes die diese Nachteile ausgleichen. Im Beispiel des Gebrauchtwagenmarktes können dieses die Gewähr von Garantie für die Qualität sein. Das Signaling informiert den Partner deutlich durch Garantien, Zeugnisse, Zertifikate, Werbung etc. Beim Screening geht man von schlecht informierten Partnern aus, hier nutzt man Fragebögen, Auswahlgespräche etc.

Sozialismus

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Sozialismus

Der Sozialismus steht für verschiedene Gesellschaftsentwürfe und Lehren seit dem Ende des 18. Jahrhunderts die eine Gesellschaftsordnung zum Ziel haben welche auf Solidarität, Gleichheit und Gerechtigkeit zwischen allen Menschen steht.

Sie ist ein Gegenentwurf zur kritisierten individualistisch-liberalistischen Marktwirtschaft. Abhängig von der sozialistischen Schule unterscheiden sich jedoch die Wege zur Realisierung des Sozialismus erheblich von einander.

Häufig werden die Begriffe Sozialismus und Kommunismus synonym verwendet.

Der Sozialismus beschreibt Gesellschaftsordnungen welche zwischen dem Kapitalismus und Kommunismus befinden.

Nach Marx und Engels gibt es frühsozialistische Konzepte oder auch den utopischen Sozialismus bei der alle Produktionsmittel vergesellschaftet werden. So gibt es eine zentrale, straffe Organisation aller Lebensbereiche, aber auch die Beibehaltung von Privateigentum ist möglich mit gewisser sozialer Differenzierung (Fourier, Saint-Simon). Grundlegend für viele Ansätze ist das Errichten von Wohngenossenschaften sowie Arbeitsgenossenschaften.

Wissenschaftlich gesehen gibt es nach dem Marxismus vorbestimmte Abläufe, so dass Klassenkämpfe (Babeuf) oder auch die vorbestimmte Entwicklung zu einer harmonischen und optimalen Gesellschaftsordnung führen. Durch bewusste Handlungsweisen kann jedoch der Weg dahin beschleunigt werden.

Weiterhin gibt es neomarxistische Strömungen als Neue Linke, den Neomarxismus sowie den Bolschewismus, Marxismus-Leninismus.

Nach Lassalle ist die klassenlose und staatslose Gemeinschaft der Entpunkt der gesellschaftlichen Entwicklung, die Arbeiter sollen auf parlamentarische Weise die Macht im Staat erlangen und es müssen Produktionsgenossenschaften gegründet werden.

Auch Rodbertus-Jagedzow geht von einer geschichtlichen Zwangsläufigkeit aus bei der der Kapitalismus nur eine Vorstufe zum Staatssozialismus ist. So soll es zu einer Wirtschaft kommen die staatlich gelenkt wird und ohne privates Kapitaleigentum und Grundeigentum auskommt. Die Arbeiter werden hier nicht mehr ausgebeutet und die Zins- sowie Grundrenteneinkünfte als unverdientes Einkommen werden ihnen nicht vorenthalten.

Beim Revisionismus kehrt man sich von marxistischen Grundpositionen ab wie der Theorie der Klassenkämpfe und man geht davon aus dass die Arbeiter ihre Interessen auf einem parlamentarisch-demokratischen Wege zur Geltung bringen können, beim freiheitlich-demokratischen Sozialismus.

Der Begriff des Sozialismus ist sehr vielfältig und daher für konkrete Ordnungen von Gesellschaften und Wirtschaften zu vage.

Auch geht man von sehr idealisierten Konzepten aus die nur schwer mit realen marktwirtschaftlichen Ordnungen verglichen werden können.

Durch die nötigen Kontrollsysteme um die Solidarität, Gerechtigkeit und Gleicheit zu er zielen besteht auch eine Gefahr der Entmündigung der Individuen. Ein Kollektivismus, das Gemeinwohl fördernde Handlungen werden so nicht garantiert wie man es an sozialistischen Systemen in Osteuropa sehen konnte. Auch sie konnten die gesetzten Ziele nicht besser lösen als Gesellschaftsformen die den Individualismus und die Selbstverantwortung in den Vordergrund stellen.

Allokation

Allokation

In der Wirtschaftstheorie beschreibt eine Allokation die Zuweisung von Gütern und Ressourcen bezogen auf Personen bzw. Produktionsprozesse. Die Allokation erfolgt hierbei vor allem über Güterpreise und Faktorpreise die durch die Märkte bestimmt werden entsprechend den Preismechanismen. Bei Zentralverwaltungswirtschaften werden diese durch zentrale politische Planungsinstanzen bestimmt.

In der Statistik beschreibt die Allokation die Zuweisung von Teil-Stichprobenumfängen zu den Schichten innerhalb des geschichteten Zufallsstichprobenverfahrens.

Bei der Risikotheorie beschreibt man mit der Allokation die Zuordnung von Teilrisiken wie in der Versicherungsmathematik.

Neuen Werkstoffe

Neuen Werkstoffe

Der Begriff „neue Werkstoffe“ beschreibt die Kombination von bekannten Eigenschaften. Der neue Werkstoff bietet neue und bisher unbekannte Ausprägungen sowie auch neuartige stoffliche Zusammensetzungen.

Durch neue Werkstoffe können bekannte Probleme anders oder ergänzende gelöst werden.

Insbesondere interessant sind hier Verbundwerkstoffe, Keramik oder auch Legierungen und beschichtete Werkstoffe sowie Kunststoffe und Textilien.

Bei der Einführung neuer Werkstoffe müssen Probleme überwunden werden. So kommt es zu hohen Umstellungskosten für die Nutzung, zu technologischen Unsicherheiten bei der Nutzung und auch zu fehlendem Know-How bei den Nachfragern.

Wird der Nachfrager bei der Werkstoffentwicklung mit einbezogen so sinkt der hohe Marktwiderstand. So sinkt der Widerstand wenn es zu einer kooperativen Produktentwicklung kommt bzw. eine nachfrageinitiierte Produktentwicklung zum Zuge kommt.

Für den Anbieter kann es zu Problemen kommen bei komplexen Aufgabenstellungen und begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen und man sich nur mit Mühe von marktmächtigen Nachfragern befreien kann. So muss eine Risikokompensation erfolgen.

Auch die Entsorgung spielt eine wichtige Rolle bei der Vermarktung von neuen Werkstoffen.

Für den Anbieter stellt sich bei neuen Werkstoffen die Frage ob man universal oder spezialisiert vorgeht und ob man kooperativ oder autonom bei der Entwicklung und Markteinführung des Einsatzstoffes vorgeht.

Die FuE-Ausgaben (Forschung und Entwicklung) bedingen häufig hier kooperative Strategien.

Durch Beratung, Schulung als Serviceleistung, die Einbeziehung der Abnehmer in die Produktentwicklung (Lead User) sowie Referenzen von Abnehmern kann das Risiko bei der Markteinführung gesenkt werden.

Geringwertige Wirtschaftsgüter

Geringwertige Wirtschaftsgüter

Im Englischen spricht man auch von „low value items“. Die geringwertige Wirtschaftsgüter sind Vermögensgegenstände welche einer selbständigen Nutzung unterliegen und im Jahre der Anschaffung sofort abgeschrieben werden können.

Dabei müssen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten dieser Güter ohne Umsatzsteuer unter 410 Euro liegen.

Handelsforschung

Handelsforschung

Die Handelsforschung ist eine Forschung die sich über den Handel bezieht und für diesen sowie Betriebe, Verbundgruppen oder Betriebsgruppen und gesamtwirtschaftliche Probleme.

Innerhalb eines Betriebes stehen die Beschreibung, Erklärung, Vorhersage und Entscheidungsvorbereitung im Mittelpunkt.

In der Marketing-Wissenschaft werden spezielle Marketingprobleme betrachtet wie bei der Erforschung von Handelsfaktoren.

So ermöglicht die Handelsforschung die Verbesserung über die Kenntnis der Position des untersuchten Unternehmens gegenüber Konkurrenten, Lieferanten und Kunden.

Handelsforschungen werden getragen von Universitäts-Lehrstühlen, Universitäts-Instituten, privatwirtschaftlichen oder halbstaatliche Instituten oder auch Handeslorganisationen- und verbänden mit dem DHI (Deutsches Handwerksinstitut) als Dachorganisation.

Das Institut für Handelsforschung unternimmt Vergleiche in inner- und zwischenbetrieblicher Form. Die Handelsforschung betrachtet auf gesamtwirtschaftlicher Sicht auch Analysen, Veränderungsvorschläge in der Binnenhandelspolitik und Beurteilungen dieser.

Der Handelsforschung hat eine hohe Bedeutung in der mikro- und makroökonomischen Außenhandelsforschung.