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Financial Covenants

Financial Covenants

Unter Financial Covenants versteht man zusätzliche Vertragsklauseln sowie Nebenabreden bei Anleihe- und Kreditverträgen mit Unternehmen.

Bei Convenants handelt es sich um einen Anglizismus von lateinischen „vonentio“ für Vertrag, Vereinbarung. Im deutschen Sprachgebrauch versteht man bestimmte Klausen bzw. (Neben-)abreden in Kreditverträgen und Anleihebedinungen. Es handelt sich um vertraglich bindenden Zusicherungen des Kreditnehmners oder Anleiheschuldners während der Laufzeit eines Kredits.

So werden bestimmte Verpflichtungen über Convenants den Schuldnern oder Kreditnehmern aufgelegt.

Dabei werden verschiedene Formen der Verpflichtung unterschieden.

  • Die General Covenants sind allgemeine Bestimmungen . So gibt es beispielsweise die Zustimmungspflicht des Kreditgebers beim Verkauf von wesentlichen Vermögensteilen wenn das Unternehmen diese verkaufen möchte.
  • Unter Information Covenants versteht man Verpflichtungen zur regelmäßigen Information, beispielsweise in Form von Quartalsberichten.
  • Die Financial Covenants sind Verpflichtungen die der Einhaltung von festgelegten finanziellen Anforderungen dienen. Wie beispielsweise einer maximalen Verschuldung die gemessen wird an der Leverage Ratio, einem Nettoverschuldungsgrad.

Durch die Vereinbarung von Kennzahlen kann die finanzielle Situation des kreditnehmenden Unternehmens beurteilt werden.

Beurteilung der Finanzlage des Kreditnehmers

Dabei werden Verschuldung, Ertragslage, Eigenkaptialausstattung und Liquitätslage mit in die Bewertung einbezogen.

Der Kreditgeber erhält so regelmäßig Finanzkennzahlen des Kreditnehmers und behält sich das Recht vor die Kreditbedingungen entsprechend neuer Risikosituationen neu anzupassen.

Diese Änderungen können in einem Risikoaufschlag beim Zinssatz erfolgen, der Verpflichtung das Eigenkapital zu erhöhen oder auch die Forderung nach weiteren Sicherheiten ist hier möglich.

Gegebenenfalls ist es auch möglich die Auflagen auszusetzen. Allerdings erhält der Kreditgeber hierfür eine Gebühr die „waiver fee“ genannt wird, vom Englischen „waiver“ für Verzicht und „fee“ für Gebühr, also einer Verzichtsgebühr.

Werden die Financial Convenants nicht vom Kreditnehmer eingehalten kann es auch zu einer Kündigung des Kreditvertrages kommen.

Finanzierung

Finanzierung

Unter dem Begriff Finanzierung werden Maßnahmen verstanden die der Beschaffung von Mitteln und der Rückzahlung dienen. Auf diese Weise werden Zwischen Kapitalgebern und Unternehmen Informations-, Kontroll-, Zahlungs- und Sicherungsbeziehungen gestaltet.

Dabei unterscheidet man verschiedene Formen der Finanzierung. So gibt es eine Außenfinanzierung und eine Innenfinanzierung.

  • Zu der Außenfinanzierung gehört die Finanzierung durch bisherige Eigentümer in Form einer Eigenfianzierung
  • Die Finanzierung durch neue Eigentümer als eine Beteiligungsfianzierung
  • sowie die Finanzierung durch Gläubiger als sogenannte Fremdfinanzierung.

Bei der Innenfinanzierung unterscheidet man die Finanzierung durch Bindung von leistungswirtschaftlichen und güterwirtschaftlichen Überschüssen über die Minderung des Gewinnes als Bemessungsgrundlage für Steuerzahlungen und Ausschüttungen wie beispielsweise Finanzierung aus Abschreibungen oder über die Dotierung von Rückstellungen.

Weiterhin ist die Finanzierung durch Einbehaltung von ausschüttungsfähigem, nicht ausgeschüttetem Überschuss als Selbstfinanzierung ebenfalls eine Form der Innenfinanzierung.

Im öffentlichen Bereich findet man eine duale Finanzierung vor.

Fabrikationsteuer

Fabrikationsteuer

Bei der Farbikationsteuer handelt es sich um besondere Erhebungsweise einer Verbrauchsteuer, einer Produktionssteuer.

Man spricht auch von einer inneren Verbrauchsbesteuerung.

Die Fabrikationsteuer wird innerhalb des Produktionsprozesses erhoben. Daher ist sie an bestimmte Merkmale geknüpft wie ein Halbfabrikat wie bei der Bierwürze, den Rohstoffen wie Zuckerrüben, Hopfen oder Gerste sowie Herstelllungsaparaturen wie einem Maisbottich-Volumen.

Durch eine Verbesserung des Ausbeuteverhältnisses kann es steuerliche Vorteile bei der Rohstoffsteuer geben. So wurde beispielsweise die Zuckerausbeute bei Rübenschnitzeln von einem Verhältnis von 1 zu 11 auf 11 zu 6 verbessert werden.

Durch eine rationelle Betriebsführung können so Steuern gespart werden. Daher wurde die Zuckrerrübensteuer durch die Fabrikatsteuer ersetzt.

Event

Event

Mit dem Begriff Event werden Veranstaltungen unterschiedlichster Art bezeichnet. Auch bezieht sich die Bezeichnung im eigentlichen Sinne auf eine einzigartige, besondere Veranstatlung.

Es kommt zu einer Interaktion zwischen Teilnehmer, Veranstalter und Dienstleister mit einer erlebnisorientierten Kommunikationsbotschaft die multisensorisch vermittelt wird. Das Event ist zeitlich begrenzt und eine Gruppe nimmt vor Ort oder über Medien an ihr teil.

Umgangssprachlich werden mit Events auch Veranstaltungen willkürlich als Event bezeichnet wie private Feiern, öffentliche Konzerte oder wissenschaftliche Tagungen.

Events werden inszeniert, also künstlich geschaffen, sie sind interaktiv zwischen den Teilnehmern und Veranstaltern kommt es so zu persönlichen Begegnungen und sie sind multisensorisch und sprechen die Teilnehmer über verschiedene Sinne an mit Musik, Sprache, Geräuschen, Schmecken/Riechen durch Essen/Catering und Location, Tasten bei der Präsentation von Produkten sowie visuelle Reize mit Videos, Bildern und Lichtquellen.

Durch Events werden Kommunikationsbotschaften, Marken, Produkte und Unternehmen erlebar gemacht.

Man unterscheidet kommerzielle und nicht kommerzielle Events wie private Feiern, Wohltätigkeitsveranstaltungen, Gottesdienste etc. Das Event kann ein verkäufliches Produkt mit Eintrittspreis sein bzw. Teilnahmegebühr wie bei Kulturveranstaltungen, Messen etc.

Bildungs-Events, also Educational Events sind Konferenzen, Meetings, Symposien, Workshops etc. die der Ausbildung und Weiterbildung dienen. Es kommt zur Wissensvermittlung und nicht nur der Weitergabe von Informationen. Häufig werden sie unentgeltlich angeboten, können aber auch entgeltpflichtig sein. Marketing-Events wollen eigene Kommunikationsziele durchsetzen.

Abhängig vom Zweck kann man Sponsoring-Events unterscheiden mit Autogrammstunde etc., Messe-Events mit eigener Veranstaltung im Gegensatz zu Verkaufsförderungs-Events, Motivations-Events als Kick-off-Meetings, Teambuilding-Events, Incentives für Mitarbeiter und Handelspartner, Informations-Events wie Pressekonferenzen oder Shareholder-Veranstaltungen (Hauptversammlungen etc.) sowie Verkaufsförderungs-Events (promotional events) bei der Produkte präsentiert werden, Road Shows gemacht werden und verkaufsfördernde Aktionen am Point of Sale sowie Haus- und Händlermessen gemacht werden.

Bei Events handelt es sich um Werksverträge (es kommt jedoch nicht zu einer bestimmten Aufführung oder das Auftreten von bestimmten Personen bei der Veranstaltung) die eine professionelle Organisation, Verkauf von Eintrittskarten, mögliche Überlastung der Plätze, ausgefallene Leistungen etc. umfassen mit Schadensersatz, Rücktritt, Minderung etc. Die Eintrittskarten können häufig an andere  weitergegeben werden und ermöglichen Besuchern den Eintritt und fordern den Veranstalter zur Erbringung der Leistung.

Es kommt zur allgemeinen und öffentlichen Verkehrssicherungspflichten bei der Veranstaltung von Events.

Auch kann man Consumer Events, öffentliche Events, Charity/Social/Cultural Events, B2C und B2B Messen und Events, Mitarbeiter Events, Exhibitions Events als Austellungs-Events unterscheiden.

Filter in MS-Project

Filter in MS-Project

Mithilfe eines Filters können Vorgängen bzw. Ressourcen in der aktuellen Ansicht angezeigt oder hervorgehoben werden, die bestimmte Bedingungen (Filterkriterien) erfüllen. Filter können eingesetzt werden um Vorgänge bzw. Ressourcen bestimmter Eigenschaften zu selektieren. Sammelvorgänge werden mit angezeigt, auch wenn sie nicht zu den Filterkriterien passen. Diese kann man bei Bedarf ausblenden, wenn sie nicht den Filterkriterien entsprechen.

Filter gelten in einer Ansichtskombination nur für die obere Ansicht, die untere zeigt die selektierten Einträge der oberen an.

Es gibt Autofilter, vordefinierte Filter und selbst erstellte Filter. Mehrere Spalten können durch UND-Verknüpfungen gefiltert werden.

Interaktive Filter ermöglichen einen dialoggesteuerten Filter, diese aktivieren einen Abfragedialog. Man gibt hierzu den Text der erscheinen soll in Anführungsstrichen ein und schließt mit einem anschließendem ? ab.

 

Funktionales Projektmanagement

Funktionales Projektmanagement

Funktionales Projektmanagement umfasst im klassischen Wasserfallmodell des Projektmanagements:

  • Qualitätsmanagement
  • Projektplanung
  • Projektcontrolling
  • Projektabwicklung-/realisierung
  • Projektdefinition
  • Projektdokumentation
  • Projektkontrolle

Führung

Führung

Führung dient der Umsetzung von vorgegebenen Zielen, dabei kommt es zu einer vermittelten interaktiven Ausrichtung von dem Handeln von Individuen auf Gruppen. Es enstehen asymmetrische soziale Beziehungen mit Unterordnung und Überordnung

Es ensteht eine Hierachie zwischen den Geführten und dem Führer. Die Führung übernimmt hier verschiedene Funktionen und kann den geführten auch Orientierung und Sicherheit vermitteln. In Betrieben, Unternehmen, Organisationen wird zu dem auch der Gruppenzusammenhalt durch die Führung gefördert und erfordert sowohl soziale als auch psychologische Fähigkeit der führenden Person im Umgang mit anderen Menschen.

Bei der Herrschaft der Führung spielt auch die Unterwerfung eine Rolle. Innerhalb von arbeitsteiligen Organisationen koordiniert die Führung zu dem die Zusammenarbeit zum Zweck der Erreichung der gesetzten Ziele.

Spezielle Führungstechniken, fachliche Autorität und persönliche Eigenschaften helfen der führenden Person dabei die situativen Bedingungen gezielt in sozialen Prozessen umzusetzen.

Liegt keine formelle Führungsposition, so kann auch eine informelle Führungsposition enstehen, inbesondere durch fachliche Kompetenz, Erfahrung und der Persönlichkeit.

Factory-Outlet-Center

Factory-Outlet-Center

Ein Factory-Outlet-Center ist eine Vertriebsform die ihren Ursprung in Amerika hat. Die Hersteller verkaufen ihre Produkte so direkt ohne Einzelhandel und Großhandel an den Verbraucher.

Dabei ist das Outlet vergleichbar mit einem Einkaufszentrum bei dem man Markenartikel von verschiedenen Herstellern günstiger als zum üblichen Marktpreis erhalten kann.

Mitunter handelt es sich bei der angebotenen Ware um Überschussproduktionen oder Auslaufmodelle.

Aber auch Ware zweiter Wahl wird hier verkauft. Auf Bedienung und Beratung wird verzichtet. Besonders beliebte Waren sind die aus den Bereichen Mode und Freizeit.

FOB

FOB

Die Abkürzung steht für „Free on Board“ also „frei an Bord“ bei benannten Vreschiffungshafen (Named Port of Shimpment). Es handelt sich um ein Außenhandelsgeschäft nach den von der ICC entwickelten Incoterms.

FOB beschreibt so eine Lieferklausel im Schiffsverkehr.

So muss der Verkäufer exportfreie Ware liefern und die Ausfuhrformalitäten erledigen. Der Käufer muss den Transportvertrag auf seine Kosten abschließen.

Die Parteien verpflichten sich so, dass:

  • Der Verkäufer die Ausfuhrbewilligung oder eine andere behördliche Genehmigung zu besorgen hat in dem benannten Verschiffungshafen zu einem vereinbarten Zeitpunkt.
  • Der Verkäufer trägt die Gefahren des Verlustes sowie die Beschädigung der Ware bis zu dem Zeitpunkt an dem die Ware auf Deck des Schiffes geliefert wird.
  • Der Verkäufer trägt die Kosten der Zollformalitäten und erledigt sie.
  • Der Käufer trägt die eigenen Kosten für den Vertrag der Beförderung der Ware und weitere Kosten ab dem Zeitpunkt sobald die Ware einfährt bzw. jedes Land durchfährt.
  • So trägt der Käufer die Zölle und Steuern die währen der Fahrt anfallen.

Formulierungen wie „FOB Fabrik“, „FOB ab Werk“, „FOT (Free on Truck)“ etc. sollten gemieden werden, da sie nicht definiert sind und schnell zu Problemen bezüglich der Auslegung führen können.

 

Fabrikgebäude

Fabrikgebäude

Fabrikgebäude sind Zweckbauten für die industrielle Fertigung. In der Bilanzierung und Kostenrechnung werden bei den Fabrikgebäuden folgenden Bauen unterschieden:

  • Verwaltungsgebäude
  • Wohngebäude
  • Lagergebäude

So ist der Abschreibungsbedarf höher als bei Wohn- und Bürohäusern. Sie werden nämlich durch Erschütterungen und Pressen von Maschinen stärker beansprucht und erleiden so ein vorzeitiges Altern. Außerdem liegt eine mangelnde Anpassungsfähigkeit bei der Änderung des Fabrikationsverfahrens (AfA-Tabellen) vor und es fallen höhere Instandhaltungskosten an.

Fabrikgebäude werden in der Steuerbilanz um die Anschaffungs- oder Herstellungskosten geminder, um Absetzungen für Abnutzung (AfA) bzw. einem niedrigen Teilwert, sofern der Wert zum Bilanzstichtag dauerhaft unter den Absetzungen um Absetzungen verminderten Wert gesunken ist.

Fabrikatsteuer

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Fabrikatsteuer

Die Fabrikatsteuer ist eine Verbrauchsteuer. Sie wird nach dem Abschluss des Herstellungsprozesses erhoben. Wenn das Produkt also die Fabrikationsstätte verlässt wie zum Beispiel bei der Mineralölsteuer oder der Tabaksteuer.

Für die Finanzverwaltung ergibt sich hier der Vorteil, dass man sie durch den betrieblichen Versand leicht kontrollieren kann. Bei Exportmengen sind hier unter Umständen entsprechende Mengen auszunehmen, so entfällt ein Steuerrückvergütungsverfahren.

Fonds

Fonds

Fonds bezeichnete im Allgemeinen den Geldmittelbestand für bestimme Zwecke. Wie beispielsweise ein Investmentfonds oder ein Immobilienfonds.

Förderabgabe

Förderabgabe

Unter der bergrechtlichen Förderabgabe bzw. Förderzins ist die Abgabe die an Förderländer fließt für das Recht zum Abbau von Bodensschätzen.

In Deutschland wird sie für die Förderung von Erdgas und Erdöl, abhängig vom Marktpreis erhoben.

Sie muss nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes von 1986 vollständig in die Finanzkraftberechnung (Finanzkraft) des Länderausgleiches einbezogen werden.

Fabrik

Fabrik

Der Begriff Fabrik bezeichnet aus historischer Sicht eine Betriebsform der Industrie, also ein Industrieunternehmen.

Kennzeichnend für eine Fabrik ist die starke Mechanisierung in der Produktion.

So lassen sich große Mengen gleichartiger Produkte mit einer Arbeitsteilung von angelernten und ungelernten Arbeitskräften produzieren.

Ein Vorläufer historisch gesehen ist die Manufaktur (von lateinisch manus = Hände) und das Verlagssystem mit vorwiegende händischer Arbeit ohne Maschinen.

Freizeichnungsklauseln

Freizeichnungsklauseln
Freizeichnungsklauseln in einem unverbindlichen Angebot können umschrieben werden durch ’solange der Vorrat reicht‘, ‚Druckfehler vorbehalten‘, ‚unverbindlich bieten wir an‘, etc.

Sterilisation, Kastration, Fruchtbarkeit und In-vitro-Techniken

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Sterilisation, Kastration, Fruchtbarkeit und In-vitro-Techniken

Die Themen Sterilisation, Kastration, Fruchtbarkeit und In-vitro-Techniken sind eng miteinander verbunden und betreffen verschiedene Bereiche der Medizin, Tierhaltung und Fortpflanzungstechnologien. Hier ist eine detaillierte Betrachtung der einzelnen Aspekte:

1. Sterilisation vs. Kastration

Sterilisation

Sterilisation bezeichnet einen medizinischen Eingriff, bei dem die Fortpflanzungsfähigkeit dauerhaft unterbrochen wird. Dieser Begriff wird oft sowohl für Männer als auch für Frauen verwendet, wobei die Methoden je nach Geschlecht unterschiedlich sind.

  • Männer: Bei der Sterilisation des Mannes (Vasektomie) werden die Samenleiter durchtrennt oder blockiert, sodass Spermien nicht mehr in den Ejakulat gelangen können. Die Produktion von Spermien bleibt im Hoden weiterhin bestehen, sie gelangen jedoch nicht mehr in den Samen.

  • Frauen: Bei Frauen wird meist der Eileiter durchtrennt oder blockiert (Tubenligatur), wodurch das Ei nicht mehr mit den Spermien in Kontakt kommen kann. Die Eierstöcke bleiben aktiv und produzieren Hormone, jedoch ist eine Befruchtung nicht mehr möglich.

Vorteile der Sterilisation:

  • Permanente Unfruchtbarkeit

  • Minimaler Eingriff

  • Geringes Risiko und schnelle Genesung

  • Weniger hormonelle Nebenwirkungen als bei anderen Verhütungsmethoden

Nachteile:

  • Irreversibilität (obwohl eine chirurgische Rekonstruktion der Samenleiter oder Eileiter möglich ist, ist die Erfolgsquote gering)

  • Es wird keine hormonelle Kontrolle ausgeübt, weshalb eine mögliche Schwangerschaft durch andere Techniken wie In-vitro-Fertilisation (IVF) nicht ausgeschlossen ist.

Kastration

Kastration bezieht sich auf den chirurgischen Eingriff, bei dem die Fortpflanzungsorgane entfernt werden – bei Männern die Hoden und bei Frauen die Eierstöcke. Dieser Eingriff hat sowohl eine medizinische als auch eine hormonelle Auswirkung.

  • Männer (Orchiektomie): Entfernung beider Hoden, wodurch die Produktion von Spermien und die Ausschüttung von Testosteron gestoppt wird.

  • Frauen (Ovariektomie): Entfernung beider Eierstöcke, was zur Beendigung der Eizellenproduktion und der Hormonproduktion führt.

Vorteile der Kastration:

  • Permanente Unfruchtbarkeit und hormonelle Veränderung

  • Oft zur Behandlung von bestimmten gesundheitlichen Problemen wie Krebs oder hormonellen Störungen angewendet

  • Bei Tieren wie Haustieren (z.B. Hunde oder Katzen) zur Vermeidung von ungewollten Schwangerschaften und Verhaltensproblemen

Nachteile:

  • Kann zu hormonellen Veränderungen führen (z.B. Hitzewallungen, Osteoporose)

  • Irreversibilität des Eingriffs

  • Bei Tieren möglicherweise Nebenwirkungen auf das Verhalten (z.B. geringere Aggression)

2. Fruchtbarkeit und Indikatoren

Fruchtbarkeit bezeichnet die Fähigkeit eines Individuums, Nachwuchs zu zeugen bzw. zu empfangen. Es gibt verschiedene Indikatoren, die auf die Fruchtbarkeit hinweisen, sowohl für Männer als auch für Frauen.

Fruchtbarkeit bei Frauen:

  • Menstruationszyklus: Ein regelmäßiger Zyklus ist oft ein Indikator für Fruchtbarkeit. Veränderungen oder Ausbleiben der Menstruation können auf Fruchtbarkeitsprobleme hinweisen.

  • Ovulation: Der Zeitpunkt des Eisprungs ist entscheidend für die Empfängnisfähigkeit. Bei der Frau findet der Eisprung in der Mitte des Zyklus statt und ist die Zeit, in der sie am fruchtbarsten ist.

  • Follikelultraschall: Dies ist ein diagnostisches Mittel zur Bestimmung der Fruchtbarkeit, bei dem die Entwicklung von Eizellen überwacht wird.

Fruchtbarkeit bei Männern:

  • Spermienzahl: Ein Indikator für die männliche Fruchtbarkeit ist die Anzahl der Spermien im Ejakulat. Eine zu geringe Spermienzahl kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

  • Spermienqualität: Hierbei spielen Beweglichkeit und Form der Spermien eine Rolle. Anomalien in der Morphologie oder geringe Beweglichkeit können die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

  • Hormonspiegel: Ein niedriger Testosteronspiegel oder Probleme mit der Hormonproduktion können ebenfalls die Fruchtbarkeit beeinflussen.

3. In-vitro-Fertilisation (IVF) und moderne Fortpflanzungstechniken

In-vitro-Fertilisation (IVF) ist eine künstliche Befruchtung, bei der die Eizelle und die Spermien außerhalb des Körpers in einem Labor kombiniert werden, um ein Embryo zu erzeugen. Der Embryo wird dann in die Gebärmutter der Frau eingesetzt.

IVF wird häufig angewendet bei:

  • Unfruchtbarkeit aufgrund von Problemen mit der Eizellen- oder Spermienqualität

  • Tubenverschluss oder andere anatomische Probleme

  • Ungeklärter Unfruchtbarkeit, wenn andere Behandlungen fehlschlagen

  • Same-Sex-Paaren oder alleinstehenden Frauen, die eine Schwangerschaft wünschen

IVF-Verfahren:

  1. Ovarielle Stimulation: Die Frau erhält Hormonbehandlungen, um mehrere Eizellen gleichzeitig zu produzieren.

  2. Eizellenentnahme (Punktion): Die reifen Eizellen werden entnommen.

  3. Befruchtung: Im Labor werden die Eizellen mit Spermien kombiniert. Bei schweren männlichen Fruchtbarkeitsproblemen kann auch ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) angewendet werden, bei der ein einzelnes Spermium direkt in die Eizelle injiziert wird.

  4. Kultivierung: Die befruchteten Eizellen entwickeln sich zu Embryonen.

  5. Embryotransfer: Ein oder mehrere Embryonen werden in die Gebärmutter der Frau eingesetzt.

Erfolgsquote: Die Erfolgsraten hängen von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich des Alters der Frau, der Spermienqualität und der Ursache der Unfruchtbarkeit.

4. Alternativen zur IVF

Neben der klassischen IVF gibt es auch noch andere Techniken der künstlichen Befruchtung, wie:

  • IUI (Intrauterine Insemination): Hierbei werden die Spermien direkt in die Gebärmutter eingesetzt, oft bei leichtem Fruchtbarkeitsproblem oder bei Spender-Samen.

  • Eizellspende: Wenn die Frau keine eigenen Eizellen mehr hat oder diese nicht von guter Qualität sind, können Eizellen einer Spenderin verwendet werden.

  • Leihmutterschaft: Wenn die Frau das Kind nicht selbst austragen kann, wird eine andere Frau (Leihmutter) damit beauftragt, das Kind zu tragen.

Fazit

Die Themen Sterilisation und Kastration betreffen sowohl die medizinischen Eingriffe zur Verhinderung der Fortpflanzung als auch die damit verbundenen hormonellen und physischen Veränderungen. Fruchtbarkeit wird durch verschiedene Faktoren wie hormonelle Balance, Spermien- oder Eizellenqualität und den Gesundheitszustand der Fortpflanzungsorgane beeinflusst. Moderne Fortpflanzungstechniken wie In-vitro-Fertilisation (IVF) bieten Paaren, die Schwierigkeiten mit der natürlichen Fortpflanzung haben, eine Lösung, obwohl sie komplex und nicht immer erfolgreich ist.