Wirtschaftsobjekte sind alle materiellen und immateriellen Güter, über die Wirtschaftssubjekte verfügen oder wirtschaftliche Entscheidungen treffen können. Sie werden beispielsweise hergestellt, gekauft, verkauft, getauscht, genutzt oder verbraucht.
Zu den Wirtschaftsobjekten zählen nicht nur körperliche Gegenstände wie Lebensmittel, Maschinen und Fahrzeuge. Auch Dienstleistungen, Rechte, Informationen und Geld können Wirtschaftsobjekte sein.
Was sind Wirtschaftsobjekte?
Wirtschaftsobjekte dienen unmittelbar oder mittelbar der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Sie bilden den Gegenstand wirtschaftlicher Handlungen.
Ein einfaches Beispiel ist der Kauf eines Autos:
- Der Käufer und der Verkäufer sind die Wirtschaftssubjekte.
- Das Auto ist das gehandelte Wirtschaftsobjekt.
- Der Kaufpreis beziehungsweise das Geld ist ebenfalls ein Wirtschaftsobjekt.
- Der Kaufvertrag regelt die Übertragung des Eigentums und die Zahlung.
Unterschied zwischen Wirtschaftssubjekten und Wirtschaftsobjekten
Wirtschaftssubjekte handeln und treffen wirtschaftliche Entscheidungen. Wirtschaftsobjekte sind dagegen die Gegenstände, auf die sich diese Entscheidungen beziehen.
| Wirtschaftssubjekte | Wirtschaftsobjekte |
|---|---|
| treffen Entscheidungen | sind Gegenstand der Entscheidungen |
| kaufen, verkaufen oder produzieren | werden gekauft, verkauft oder produziert |
| beispielsweise Haushalte und Unternehmen | beispielsweise Waren, Dienstleistungen und Rechte |
Zu den wichtigsten Wirtschaftssubjekten gehören:
- private Haushalte,
- Unternehmen,
- der Staat,
- Banken und
- das Ausland.
Welche Arten von Wirtschaftsobjekten gibt es?
Wirtschaftsobjekte lassen sich in verschiedene Gruppen unterteilen. Eine wichtige Unterscheidung besteht zwischen materiellen und immateriellen Gütern.
Materielle Wirtschaftsobjekte
Materielle Wirtschaftsobjekte sind körperliche Gegenstände. Sie können angefasst, gelagert, transportiert und in vielen Fällen weiterverkauft werden.
Beispiele sind:
- Lebensmittel,
- Kleidung,
- Möbel,
- Maschinen,
- Fahrzeuge,
- Grundstücke und Gebäude,
- Rohstoffe und
- Werkzeuge.
Immaterielle Wirtschaftsobjekte
Immaterielle Wirtschaftsobjekte besitzen keine körperliche Form. Sie können dennoch einen wirtschaftlichen Wert haben und Gegenstand von Verträgen oder Zahlungen sein.
Dazu gehören beispielsweise:
- Dienstleistungen,
- Patente,
- Lizenzen,
- Urheber- und Nutzungsrechte,
- Markenrechte,
- Software,
- digitale Inhalte,
- Forderungen und
- wirtschaftlich nutzbare Informationen.
Sachgüter und Dienstleistungen
Sachgüter sind materielle Güter wie ein Smartphone, ein Schreibtisch oder eine Produktionsmaschine. Sie werden häufig hergestellt, gelagert und anschließend verkauft.
Dienstleistungen sind immaterielle Leistungen, die eine Person oder ein Unternehmen für einen anderen Wirtschaftsteilnehmer erbringt. Beispiele sind eine ärztliche Behandlung, eine Taxifahrt, eine Reparatur oder eine Rechtsberatung.
Dienstleistungen können meist nicht im Voraus gelagert werden. Ihre Erstellung und Nutzung finden häufig gleichzeitig oder in einem engen zeitlichen Zusammenhang statt.
Rechte als Wirtschaftsobjekte
Auch Rechte können wirtschaftlich genutzt und übertragen werden. Ein Patent kann einem Unternehmen beispielsweise das ausschließliche Recht geben, eine bestimmte Erfindung zu verwenden. Eine Lizenz erlaubt einem anderen Unternehmen, diese Erfindung unter vereinbarten Bedingungen zu nutzen.
Weitere Beispiele für Rechte als Wirtschaftsobjekte sind:
- Markenrechte,
- Lizenzrechte,
- Nutzungsrechte an Bildern und Musik,
- Forderungen gegenüber Kunden,
- Miet- und Pachtrechte sowie
- bestimmte Bezugs- oder Verkaufsrechte.
Nicht jedes Recht kann frei gehandelt werden. Ob eine Übertragung möglich ist, hängt von der Art des Rechts und den geltenden gesetzlichen oder vertraglichen Regelungen ab.
Informationen und Daten als Wirtschaftsobjekte
Informationen besitzen für Unternehmen und Haushalte häufig einen erheblichen wirtschaftlichen Wert. Marktforschung, Baupläne, Rezepturen, Softwarecode oder Unternehmenswissen können wirtschaftlich genutzt werden.
Daten können ebenfalls einen wirtschaftlichen Wert haben. Ihre Erhebung, Speicherung und Verwendung unterliegen jedoch rechtlichen Grenzen. Besonders personenbezogene Daten dürfen nicht wie gewöhnliche Waren uneingeschränkt gehandelt oder verwendet werden.
Geld als Wirtschaftsobjekt
Geld nimmt eine besondere Stellung ein. Es kann selbst Gegenstand wirtschaftlicher Entscheidungen sein und dient gleichzeitig als allgemein anerkanntes Tausch- und Zahlungsmittel.
Geld erfüllt insbesondere drei Funktionen:
- Tausch- und Zahlungsmittelfunktion: Güter und Leistungen können bezahlt werden.
- Recheneinheitsfunktion: Der Wert unterschiedlicher Güter lässt sich in Preisen ausdrücken und vergleichen.
- Wertaufbewahrungsfunktion: Kaufkraft kann grundsätzlich für eine spätere Verwendung aufbewahrt werden.
Beim Kauf wechseln normalerweise zwei Wirtschaftsobjekte zwischen den Beteiligten: Der Käufer erhält die Ware oder Dienstleistung, während der Verkäufer das vereinbarte Geld erhält.
Freie und wirtschaftliche Güter
Nicht jedes verfügbare Gut ist automatisch ein knappes Wirtschaftsobjekt. Deshalb wird zwischen freien und wirtschaftlichen Gütern unterschieden.
Freie Güter
Freie Güter stehen im Verhältnis zum Bedarf in einer so großen Menge zur Verfügung, dass für ihre Bereitstellung normalerweise kein Preis verlangt wird. Als klassisches Beispiel gilt die Atemluft unter gewöhnlichen Bedingungen.
Die Einordnung hängt allerdings von Ort und Situation ab. Saubere Atemluft kann etwa in bestimmten technischen oder medizinischen Anwendungen knapp und kostenpflichtig werden.
Wirtschaftliche Güter
Wirtschaftliche Güter sind knapp. Ihre Bereitstellung erfordert Arbeit, Rohstoffe, Zeit, Kapital oder andere begrenzte Mittel. Da nicht alle Bedürfnisse gleichzeitig erfüllt werden können, müssen Wirtschaftssubjekte Entscheidungen über ihre Verwendung treffen.
Die Knappheit macht ein Gut zum Gegenstand des Wirtschaftens. Wirtschaftliche Güter besitzen deshalb üblicherweise einen Preis oder zumindest einen messbaren wirtschaftlichen Wert.
Konsum- und Produktionsgüter
Wirtschaftsobjekte können auch nach ihrem Verwendungszweck unterschieden werden.
- Konsumgüter dienen unmittelbar der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Beispiele sind Lebensmittel, Kleidung oder ein privates Fahrrad.
- Produktionsgüter werden eingesetzt, um weitere Güter oder Dienstleistungen herzustellen. Dazu gehören Maschinen, Werkzeuge und gewerblich genutzte Fahrzeuge.
Die Einordnung hängt von der tatsächlichen Verwendung ab. Ein Computer kann im privaten Haushalt ein Konsumgut und in einem Unternehmen ein Produktionsgut sein.
Gebrauchs- und Verbrauchsgüter
Eine weitere Einteilung richtet sich danach, wie lange ein Wirtschaftsobjekt genutzt werden kann.
- Gebrauchsgüter können mehrfach und über einen längeren Zeitraum verwendet werden. Beispiele sind Möbel, Maschinen und Fahrzeuge.
- Verbrauchsgüter werden bei ihrer Nutzung aufgebraucht oder umgewandelt. Beispiele sind Lebensmittel, Kraftstoff und Produktionsmaterialien.
Auch hier ist der Verwendungszweck entscheidend. Mehl ist für einen privaten Haushalt ein Konsumgut. Für eine Bäckerei ist es dagegen ein Produktions- und Verbrauchsgut.
Bewegliche und unbewegliche Wirtschaftsobjekte
Materielle Wirtschaftsobjekte können außerdem in bewegliche und unbewegliche Güter unterteilt werden.
- Bewegliche Güter lassen sich an einen anderen Ort bringen. Dazu zählen Waren, Maschinen und Fahrzeuge.
- Unbewegliche Güter sind vor allem Grundstücke und die fest mit ihnen verbundenen Gebäude.
Diese Unterscheidung ist unter anderem für Kaufverträge, Eigentumsübertragungen, Sicherheiten und steuerliche Fragen von Bedeutung.
Wirtschaftsobjekte im Wirtschaftskreislauf
Im Wirtschaftskreislauf werden Wirtschaftsobjekte zwischen verschiedenen Wirtschaftssubjekten ausgetauscht. Unternehmen liefern Waren und Dienstleistungen an private Haushalte. Die Haushalte zahlen dafür Geld.
In der Gegenrichtung stellen Haushalte den Unternehmen Produktionsfaktoren zur Verfügung. Zu diesen gehören insbesondere Arbeit, Boden und Kapital. Als Gegenleistung erhalten die Haushalte beispielsweise Löhne, Zinsen oder Pachten.
Der Wirtschaftskreislauf besteht somit aus Güterströmen und Geldströmen, die grundsätzlich in entgegengesetzte Richtungen verlaufen.
Wirtschaftsobjekte im Unternehmen
Unternehmen benötigen zahlreiche Wirtschaftsobjekte, um ihre betrieblichen Aufgaben erfüllen zu können. Dazu gehören beispielsweise:
- Grundstücke und Gebäude,
- Maschinen und technische Anlagen,
- Rohstoffe und Vorprodukte,
- Warenbestände,
- Patente und Lizenzen,
- Software,
- Forderungen sowie
- Geldmittel.
In der Buchführung werden viele dieser Wirtschaftsobjekte als Vermögensgegenstände beziehungsweise Vermögenswerte erfasst. Die wirtschaftswissenschaftliche Bedeutung des Begriffs Wirtschaftsobjekt ist jedoch weiter gefasst und nicht vollständig mit einzelnen Begriffen des Bilanzrechts gleichzusetzen.
Beispiele für Wirtschaftsobjekte
| Wirtschaftsobjekt | Einordnung | Mögliche Verwendung |
|---|---|---|
| Brot | materielles Verbrauchsgut | privater Konsum |
| Produktionsmaschine | materielles Gebrauchsgut | Herstellung weiterer Güter |
| Haarschnitt | Dienstleistung | unmittelbare Bedürfnisbefriedigung |
| Softwarelizenz | immaterielles Gut beziehungsweise Recht | Nutzung eines Computerprogramms |
| Grundstück | unbewegliches Sachgut | private oder gewerbliche Nutzung |
| Geld | besonderes Wirtschaftsobjekt | Zahlung und Wertaufbewahrung |
Warum sind Wirtschaftsobjekte wichtig?
Wirtschaftsobjekte stehen im Mittelpunkt wirtschaftlicher Entscheidungen. Da viele von ihnen knapp sind, müssen Haushalte, Unternehmen und der Staat auswählen, wofür sie ihre begrenzten Mittel einsetzen.
Die Entscheidungen über Herstellung, Verteilung, Tausch und Verwendung von Wirtschaftsobjekten beeinflussen Preise, Produktion, Einkommen und Konsum. Ohne Wirtschaftsobjekte gäbe es daher weder Gütermärkte noch wirtschaftlichen Austausch.
Zusammenfassung
Wirtschaftsobjekte sind materielle und immaterielle Güter, auf die sich wirtschaftliche Handlungen beziehen. Dazu gehören Sachgüter, Dienstleistungen, Rechte, Informationen und Geld.
Sie werden von Wirtschaftssubjekten hergestellt, angeboten, nachgefragt, gekauft, verkauft oder genutzt. Je nach Beschaffenheit und Verwendungszweck lassen sie sich unter anderem in materielle und immaterielle Güter, Konsum- und Produktionsgüter sowie Gebrauchs- und Verbrauchsgüter unterteilen.
Häufige Fragen zu Wirtschaftsobjekten
Was sind Wirtschaftsobjekte einfach erklärt?
Wirtschaftsobjekte sind Güter, Dienstleistungen, Rechte oder andere wirtschaftlich bedeutsame Werte, über die Menschen, Unternehmen oder staatliche Einrichtungen Entscheidungen treffen.
Was ist ein Beispiel für ein Wirtschaftsobjekt?
Beim Kauf eines Fahrrads ist das Fahrrad ein Wirtschaftsobjekt. Auch das zur Bezahlung eingesetzte Geld ist ein Wirtschaftsobjekt.
Was ist der Unterschied zwischen Wirtschaftssubjekt und Wirtschaftsobjekt?
Ein Wirtschaftssubjekt handelt und entscheidet. Ein Wirtschaftsobjekt ist der Gegenstand, auf den sich diese Handlung oder Entscheidung bezieht.
Ist Geld ein Wirtschaftsobjekt?
Ja. Geld ist ein besonderes Wirtschaftsobjekt, weil es selbst übertragen und aufbewahrt werden kann und zugleich als Zahlungs- und Rechenmittel dient.
Sind Dienstleistungen Wirtschaftsobjekte?
Ja. Dienstleistungen gehören zu den immateriellen Wirtschaftsobjekten. Beispiele sind Reparaturen, Beratungen und Beförderungsleistungen.
Sind alle Wirtschaftsobjekte körperliche Gegenstände?
Nein. Neben materiellen Gegenständen zählen auch immaterielle Güter wie Dienstleistungen, Patente, Lizenzen und bestimmte Informationen zu den Wirtschaftsobjekten.
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